Urteil für No-Angels-Sängerin erwartet

25. August 2010, 14:56
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Bewährungsstrafe gefordert - Nadja Benaissa: "Ich wünsche, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen"

Darmstadt - Im Prozess gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine Bewährungsstrafe gefordert. Staatsanwalt Peter Liesenfeld beantragte am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht Darmstadt in Deutschland zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die 28-Jährige habe einen Mann mit dem Aids-Erreger angesteckt und ungeschützten Sex mit einem anderen Freund gehabt, obwohl sie seit 1999 von ihrer HIV-Infektion wusste. Das Urteil wird am Donnerstag verkündet. Benaissas Verteidiger Oliver Ballasch nannte kein konkretes Strafmaß, sprach sich aber auch für eine Bewährungsstrafe aus.

Gefährliche Körperverletzung

Der Gutachter Josef Eberle von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität erklärt, dass die Sängerin mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" für die HIV-Infektion ihres Exfreundes verantwortlich ist. Beide hätten einen sehr seltenen Virus-Typ, der erstmals in Westafrika nachgewiesen worden sei. Auch der Subtyp des Aids-Erregers stimme bei der Angeklagten und dem 34-jährigen Künstlerbetreuer überein. Dieser hatte 2007 von seiner Infektion erfahren und Benaissa 2008 angezeigt und damit das Verfahren ins Rollen gebracht.

Außerdem hatte sie mit zwei anderen Männern ungeschützt Sex, ihnen jedoch ihre Infektion verschwiegen. Weil diese aber nicht angesteckt wurden, gelten diese beiden Fälle als versuchte gefährliche Körperverletzung. Ein Fall wurde im Verlauf des Prozesses eingestellt, dieser betrifft Benaissas Exfreund, den sie 2004 bei Dreharbeiten für eine Fernsehshow in der Dominikanischen Republik kennengelernt hatte.

"Ich habe einen großen Fehler gemacht"

Benaissa selbst sagte im "letzten Wort": "Es tut mir von Herzen leid." Sie habe während des Prozesses gesehen, wie ihr Exfreund leide. "Ich wünsche, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen", fügte die Angeklagte hinzu. Sie habe ihre Infektion verschwiegen, weil sie Angst vor den Konsequenzen gehabt habe. Das sei feige gewesen, meinte die Sängerin. "Fakt ist: Ich habe einen großen Fehler gemacht." Die 28-Jährige hatte bereits zum Prozessaufakt gestanden, seit 1999 von ihrer HIV-Infektion gewusst und trotzdem ungeschützten Sex gehabt zu haben. (APA)

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    Nadja Benaissa hat ihre Infektion verschwiegen, weil sie Angst vor den Konsequenzen hatte

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