Botnetze - Kriminelle verdienen ihr Geld nicht allzu schwer

25. August 2010 14:43

Auch technische Laien können in der Branche Fuß fassen

Man muss nicht unbedingt ein klassischer Computer-Nerd sein, um mit kriminellen Botnetzen Millionen zu scheffeln - das ist die Conclusio eines Pressetermins in Wien, zu dem der Antivirenspezialist Kaspersky Labs geladen hatte. Das Risiko, dass die entsprechenden Spuren durch das Internet zurückverfolgt werden, ist nicht allzu groß. Außer man investiert seine Beute in dicke Autos und fotografiert sich in einem Bett aus Geld, wie das einige Südamerikaner getan haben.

"Dazu muss man von Technik keine Ahnung haben"

Wie kommt man an ein funktionierendes Botnetz, dass die Computer Hunderttausender unwissender Clients kontrolliert? Man kauft in einschlägigen Foren etwa ein Eleonore Exploit Kit, das pro Domain bis zu 1.000 Dollar (793 Euro) kostet und kann schon loslegen. "Dazu muss man von Technik keine Ahnung haben", betonte Marco Preuß, Senior Virus Analyst bei Kaspersky Labs. Das Botnetz wird vollautomatisch aufgebaut.

Wie verdient man nun daran? Man stellt sein Netz in Foren über eine Art Treuhänder, der dafür garantiert, dass für das bezahlte Geld auch Leistung erbracht wird, Kreditkartenbetrügern, Erpressern, Spammern, etc. zur Verfügung. Auch hier gibt es bestimmte Sätze, wie viel welches Angebot kostet. Die Command & Control Center (C&C), über die Botnetze gesteuert werden, sitzen großteils in Europa, hier laut Preuß vor allem in Deutschland, China und den USA - überall dort, wo es eine stabile Infrastruktur und wenig Risiko gibt, erwischt zu werden. Über die Netze werden Virusattacken lanciert, Daten wie Paypal ausspioniert (Nummern von Mastercard oder Visa werden für gerade fünf Dollar gehandelt), oder Accounts gestohlen.

Hunderttausende Rechner

Wie viele Rechner entsprechend infiziert sind, das wagte Preuß nicht zu schätzen. Einige Botnetze existieren aber schon sehr lange und kontrollierten Hunderttausende Rechner. Viele davon sind nicht durch Antivirensoftware geschützt, bzw. wurde diese nicht entsprechend aktualisiert. Die Kriminellen, zumeist Einzelpersonen oder ganz kleine Gruppen, zu erwischen, wird immer schwieriger. Waren sie früher nach dem Muster Master-Client organisiert, werden die Spuren nun durch Peer-to-Peer-Strukturen verschleiert.

Wie schützt man sich - und ist man mit den Produkten Kaspersky Labs vor allen Bedrohungen gefeit? "100-prozentigen Schutz gibt es nicht", gab der Fachmann zu. Eine Ehrlichkeit, die nicht überraschen sollte: Alleine im vergangenen Jahr bekam es das Unternehmen mit 14 Mio. neuen schädlichen Programmen zu tun. (APA)

 

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22 Postings
Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
26.08.2010 12:16
Einfach ins Botnet mit Eleonore

Heute glaubt jeder, der es geschafft hat, 3 Programme durch mehrmaliges Klicken von "Weiter" fehlerfrei zu installieren, der grosse IT-Experte ist. Bei Dingen wie Einrichten von Firewall, Virenscanner oder Updates sieht's oft nicht so einfach aus. Wer kennt schon genau alle IP-Ports, oder WLAN-Protokolle? Auch die ständige Internetverbindung über DSL trägt ihr Übriges dazu bei. Auch können z.B. Windows-Updates nicht installaiert werden, weil die Raubkopie die Echtheitsprüfung nicht übersteht. Und mit solchen Rechner-Krücken wird dann Telebanking o.ä. betrieben! Unheimlich...

Pumuckel Salzstreuer
26.08.2010 09:32
So ein Unsinn...

'100-prozentigen Schutz gibt es nicht'
Sicher gibt's den. Verbindung zum Internet kappen und gut.

Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten, die guten Schutz bieten. z.B. nach wie vor MacOS verwenden. Den PC abschalten, wenn er nicht gebraucht wird und vor allem nicht über Nacht laufen lassen. Stets die aktuellen Patches und Fixes aufspielen. Logs über Hintergrundprozesse und Internetverbindungen regelmässig kontrollieren. Gute Firewall oder kostengünstige SW ala LittleSnitch installieren und konfigurieren.

Und übrigens, wenn die Musikindustrie P2P-user orten kann, kann es in diesem Fall doch nicht viel schwieriger sein, oder? Fehlt nur der Wille, weil manche - wie eben Kaspersky - gut verdienen?

vandermonde
26.08.2010 12:49
Nein...

...einfach mit einem Notebook ein freies ungesichertes WLAN suchen und fertig...

psyck
26.08.2010 12:17
und was ist mit ...

... viren welche sich über wechselmedien verbreiten.
- wie er schon sagte 100% gibt es nicht.

bzw. zum thema mac: das OS ist lediglich aus einem grund sicher - weil es nicht weit verbreitet ist, das wars aber auch schon
http://derstandard.at/126870092... schloesser

und das funtkioniert dann wie wenn der täter nen rootserver im ausland betreibt und über den dann noch per tor ins inet tunnelt?
dann hat man die anonymisierte tor-adresse mit der man genau nichts anfängt ;)

Super-Zyniker
26.08.2010 11:07

> Pumuckel Salzstreuer

> Möglichkeiten, die guten Schutz bieten.

Die wichtigste davon ist, sein Hirn einzuschalten, sich ausreichend um seinen Rechner zu kümmern und nicht auf alles zu klicken, was nicht davonläuft.
Natürlich gehört auch dazu, sich die notwendigen PC-Kenntnisse anzueignen, denn zu viele glauben, daß es ausreichend wäre, eine Maus bedienen zu können.
Zum Autofahren muß man auch Grundkenntnisse erlernen und nachweisen.

> wenn die Musikindustrie P2P-user orten kann, ...

Natürlich.
Mit viel Aufwand geht es, nur hat die Rechteverwertungsmafia einerseits genügend Geld und holt es sich dann von den Beschuldigten via Abmahnung, Klage etc. zurück.
Wenn aber dein Konto abgeräumt wird, interessiert dies aber niemanden-außer dich.

Hosh Bert
26.08.2010 01:50
na wenn das so einfach ist...

...bin ich schon mal dabei so ein Eleonore Exploit Kit zu kaufen ^^`

Georg G
25.08.2010 21:07

habe auf meinem mac keine antivirensoftware... wie groß ist die gefahr teil eines Botnetzes zu werden?

Land der Zwerge
25.08.2010 23:46

dzt. gering. Allerdings weniger weil Macs sicherer wären, eher sinds weniger attraktiv weil kaum einer 24/7 im Netz hängt.

psyck
26.08.2010 12:18

oder weil die zahl der macnutzer den aufwand nicht rechtfertigen würde einen wurm dafür zu entwerfen, da genug unsichere windowsboxen im netz sind.

Franz Josef Lolinger
25.08.2010 19:17
Also ich finds gut,

wenn die Verbrecher sich um die Botnetze kümmern, dann sind sie wenigstens weg von der Straße...

aceFruchtsaft
25.08.2010 18:08
"100-prozentigen Schutz gibt es nicht"

Nein, aber 99%-igen. Hirn einschalten, nicht überall draufklicken, nicht alles installieren, Updates einspielen, bestimmte Software meiden.

psyck
26.08.2010 12:20

und wenn per XSS auf derstandard.at ein iframe mit 0*0px + flashvideo, oder pdf nachgeladen wird, oder aber nur ein exploit für ie/ff/opera ausgenutzt wird hilft einem das hirn wie genau?

Amadox
25.08.2010 16:08

"sitzen großteils in Europa, hier laut Preuß vor allem in Deutschland, China und den USA"

huch? hab ich was verpasst, haben sich die Kontinentalgrenzen verschoben?

Philofive
25.08.2010 17:24

"sitzen großteils in Europa ---- hier laut Preuß vor allem in Deutschland ---- China und den USA"

Was ist an dem Satz denn bitteschön falsch, außer natürlich an den ----, die die sonst üblichen Beistriche ersetzt haben?

Manche scheinen überfordert zu sein, wenn sie Satzkonstruktionen lesen, die über
Nominativ - Verb - Akkusativ hinausgehen

Pumuckel Salzstreuer
26.08.2010 09:33
Dies ist eindeutig eine Stilblüte...

weil die semantische Eindeutigkeit nicht mehr gegeben ist.

t 3
 
25.08.2010 20:02
falsch ist,

das der zusammenhang der aufzählung nicht mehr eindeutig ist. geschriebene sprache sollte man auch kontextuell verstehen können, ohne dazu erst den inhalt bewerten zu müssen!

also wären entweder gedankenstriche oder klammern zu benutzen gewesen, oder die eigentliche aufzählung wäre wenigstens z.b. jeweils mit ..., in china und in den usa fortzsetzen gewesen.

beispiel: in a, b, hier meist in c, d und e.

und was bezieht sich nun auf was? viel glück beim erraten, weil wissen können sie es so leider nicht mehr.

gemeint war nämlich: in land a, kontinent b (hier meist in land c und land d), und in land e

...

t 3
 
25.08.2010 20:29
...s

fuc_
;)

Kavaliersdelikt
26.08.2010 12:43

point, narf - zu hoch für mich....

Pumuckel Salzstreuer
26.08.2010 09:34
???????

jetzt wird's aber undurchsichtig?

t 3
 
26.08.2010 19:22
"dass"

"falsch ist, dasS"; siehe meinen post oben ;)

es muss scheinbar so sein, dass wenn man gerade ein wenig schulmeistert, man selber einen beschämenden fehler einbaut. sehe ich aber gewissermaßen als eine art straffunktion, damit man nicht zu übermütig wird...

raff1
25.08.2010 17:52

versteh ich jetzt nicht...

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
25.08.2010 16:43
die haben von virenschutz genau so viel ahnung, wie von der weltkarte...

und zwar keinen!

kaspersky ist mist...

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