Budapest: Wirbel um Ex-Ballettchef Harangozo

25. August 2010, 14:41
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"Ungewöhnlicher" Vorfall an der Oper: "Mündliche Kündigung" eines Konkurrenten

Budapest - "Noch nicht ernannt und schon den Konkurrenten gefeuert", kommentierte das ungarischen Webjournal "hirszerzö" am Mittwoch einen Auftritt des scheidenden Wiener Ballettdirektors Gyula Harangozo an der Budapester Oper. Harangozo hatte bei seinem ersten Besuch in der Oper den soeben erst für fünf Jahre ernannten Ballettdirektor Gabor Kevehazi "mündlich entlassen". Das bestätigte Kevehazi gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI und betonte, die Entlassung nicht zu akzeptieren, da sein Arbeitgeber der Operndirektor Lajos Vass sei.

Die Tageszeitung "Nepszava" bezeichnete den Vorfall als "ungewöhnlich". Das Budapester Opernhaus hatte im Dezember 2009 eine Ausschreibung zur Besetzung des Postens des Ballettdirektors gemacht, bei der sich auch Gyula Harangozo beworben habe; die Entscheidung sei jedoch mit 9:1 Stimmen für Gabor Kevehazi ausgefallen, so "Nepszava". Harangozo übte die Position als Ballettdirektor in Budapest bereits vor seinem Antritt in Wien zwischen 1995 und 2005 aus.

Im Vorfeld hatten die ungarischen Medien berichtet, dass Harangozo als ministerieller Beauftragter an die Budapester Oper zurückkehren werde. Operndirektor Lajos Vass sei allerdings nach eigener Aussage davon nur mündlich unterrichtet worden. Laut Denes Gulyas, Mitglied des Parlamentsausschusses für Kultur, hat das Thema der Ernennung von Harangozo bis jetzt noch nicht auf einer Tagesordnung gestanden. Der zuständige Minister Miklos Rethelyi hat jedenfalls laut MTI die Ernennung noch nicht unterzeichnet, erklärte der Sprecher des Ministeriums für "Nationale Kraftressourcen", dem die Kulturagenden seit neuestem unterstehen. (APA)

 

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