Vettel und Schumi im Fokus

25. August 2010, 13:58
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RB-Jungstar sollte sich nicht mehr allzuviele Fehler leisten, will er jüngster Weltmeister werden - Rennrüpel Schumacher auf Lieblingsstrecke in Spa nach hinten versetzt - 300. GP für Barrichello

Spa-Francorchamps - Auf der "Ardennen-Achterbahn" von Spa-Francorchamps ist für Sebastian Vettel kein Platz mehr für Fehler im Formel-1-Titelrennen. Nach dem Ende der Sommerpause hat der 23-jährige Deutsche nur noch sieben WM-Läufe Zeit, doch noch der jüngste Champion der Königsklasse zu werden. "Nichts auf der Welt zählt für mich so viel wie der Gewinn der Weltmeisterschaft", bekräftigte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Belgien am kommenden Sonntag (14.00 Uhr/ORF 1, RTL und Sky).

Dafür muss Vettel schnellstmöglich an seinem Teamkollegen Mark Webber, der die WM mit 161 Punkten anführt, und McLaren-Star Lewis Hamilton (157 Zähler) vorbei. Vor allem aber darf sich der mit 151 Zählern auf Platz drei liegende Hesse nicht mehr solche Anfängerpatzer wie zuletzt in Ungarn erlauben, als er wegen eines zu großen Abstands zum Safety Car bestraft wurde und den sicheren Sieg verschenkte.

Red Bull Racing ist dennoch die Sensation des Jahres 2010. Im Jahr 2005 nach der Übernahme von Jaguar in die Formel 1 eingestiegen, führt man vor dem Belgien-GP beide WM-Wertungen an und ist auf gutem Weg, am Jahresende das vor dem Weltmeister stehende "Vize" aus dem Vorjahr verschwinden zu lassen. "Wenn man zurückblickt, haben wir doch bewiesen, was in uns steckt, und in zwei bis drei Rennen kann alles schon wieder anders aussehen", meinte Vettel. "Unser Auto ist schnell, und ich habe volles Vertrauen in mein Team und meine Leistung. Ich bin zuversichtlich für das Rennen."

Verschärft unter Beobachtung steht auch Rekordchampion Michael Schumacher. Mit seiner Vollgas-Rüpelei gegen den Williams-Piloten Rubens Barrichello, der in Spa seinen 300. GP fährt, handelte er sich in Budapest viel Kritik ein. Zur Strafe für das überharte Manöver muss er auf seiner Lieblingsstrecke in Spa zehn Plätze weiter hinten starten. "Es wird also schwierig, für das Rennen besondere Highlights zu erwarten", warnte der Mercedes-Fahrer. Vor 19 Jahren gab Schumacher in Spa sein Formel-1-Debüt, sechsmal gewann er auf dem atemberaubenden Traditionskurs.

Ein siebenter Streich allerdings ist diesmal kaum drin. Der Silberpfeil ist aus eigener Kraft nicht siegfähig, zudem ist der Altmeister bei seiner Rückkehr-Tournee noch immer in der Lernphase. "Bisher hat Michael mit seinem Comeback der Formel 1, dem Publikum und den Medien mehr Gutes getan als sich selbst", urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Nachdem das McLaren-Duo Hamilton und Jenson Button zuletzt gegen Red Bull an Boden verlor, fährt Vettels ärgster Rivale wohl im eigenen Team: Mark Webber. Und der Australier will keinen Zentimeter preisgeben. "Ich will den Titel gewinnen. Ich weiß, dass er das Leben der Leute ändert, die Person verändert. Ich möchte wissen, wie sich das anfühlt", erklärte der 33-Jährige. (APA/dpa)

  • Sebastian Vettel ist zuversichtlich für das Rennen in Spa.
    foto: epa/valdrin xhemaj

    Sebastian Vettel ist zuversichtlich für das Rennen in Spa.

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