Fidel Castro schildert seine Sicht der Raketenkrise 1962

25. August 2010, 13:54
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"Sehr harte" Entscheidung sei ein "Opfer" Kubas aus Solidarität mit der Sowjetunion gewesen

Havanna - 16. bis 28. Oktober 1962: 13 Tage, an denen die Welt den berühmten metaphorischen Atem anhielt. Die Sowjetunion beabsichtigte damals atomar bestückbare Raketensysteme auf Kuba zu stationieren, nachdem zuvor die USA Mittelstreckenraketen, die auf die Sowjetunion ausgerichtet waren, in der Türkei stationiert hatten. Die USA waren jedoch nicht gewillt eine atomare Bedrohung in ihrer unmittelbaren Umgebung zu akzeptieren und zogen eine Seeblockade Kubas durch die US-Marine auf - und die Welt stand so nahe wie nie zuvor am Rande eines Atomkrieges. Hektische diplomatische Bemühungen konnten den Ernstfall letztlich verhindern: Die Sowjetunion verzichtete auf die Raketenstationierung auf Kuba, dafür zogen die USA - ohne dies öffentlich bekannt zu geben - ihre Raketen aus der Türkei ab.

Bei einem Treffen mit den Direktoren der wichtigsten Wissenschaftsinstitute seines Landes hat nun der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro seine Sicht der damaligen Ereignisse Revue passieren lassen. Es sei eine "sehr harte" Entscheidung gewesen, erklärte Castro, der seit Monaten vor dem Ausbruch eines Atomkrieges im Nahen und Mittleren Osten warnt. "Wir hatten kein Interesse daran, Raketen hier zu haben", sagte Castro nach kubanischen Medienberichten. "Für uns war das damals eine eine Sache des Internationalismus", schilderte er die damalige Haltung. "Wenn wir erwarteten, dass sich das Lager des Sozialismus für uns opferte und und kämpfte, so mussten auch wir bereit sein, uns für sie zu opfern", fügte er hinzu.

Castro hält es für möglich, dass durch die Auseinandersetzung der USA mit dem Iran eine vergleichbar gefährliche Situation entstanden ist wie 1962. Wenn die USA gemäß den UNO-Sanktionen ein iranisches Handelsschiff aufbringen sollten, werde ein Konflikt ausbrechen, glaubt der langjährige kubanische Präsident. Einen Atomkrieg könne nur US-Präsident Barack Obama verhindern. (Apa/red)

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    "Wir hatten kein Interesse daran, Raketen hier zu haben", sagt Fidel Castro heute.

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