Hollywood-Flair in Bregenz

Mit dem "Atem des Himmels" im Bunde

25. August 2010 13:26
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    Volle Kraft voraus: Wer Bodenseestürmen trotzt, schafft auch andere Turbulenzen. Reinhold und Beatrice Bilgeri glauben an ihren Erfolg als Film-Paar.

Reinhold Bilgeri präsentierte seinen Film

Bregenz - Filmpremiere auf der Seebühne, nein: "Welturaufführung". Reinhold Bilgeri, früher Rockstar, hat's geschafft. Am 18. August stellte er sein Opus magnum, die Verfilmung seines Bestsellers "Der Atem des Himmels", fertig. Und fühlt sich nun "komplett" - als Musiker, Schriftsteller und Filmemacher. Das Dreigestirn ließ sich am Dienstagabend kräftig feiern, "Wia z' Hollywood", kommentierte ein Blasmusikant den Aufmarsch vor dem Festspielhaus. "Mehr Zuschauer als bei der Festspieleröffnung", bewertete eine professionelle Beobachterin die Menschenmenge.

So einen langen roten Teppich hatte Bregenz noch nicht gesehen. Red Carpet und Bodyguards für die Moviestars hatte sich Reinhold Bilgeri für den Start seines ersten Filmes ausbedungen. Wenn schon Premiere, dann g'hörig, war die Devise. Und wo ließe sich der Atem des Himmels besser vernehmen als auf der Bregenzer Seebühne. Fast 7000 Leute haben dort Platz, die Zusatzvorstellung dazugerechnet sind das schon 14.000 der angepeilten 100.000 Besucher österreichweit.

Dass so eine Open-Air-Premiere ein beträchtliches Wetterrisiko birgt, weiß man zwar als regengeplagter Vorarlberger, aber einen richtigen Rock-'n'-Roller kann das nicht erschüttern. "Es wird nicht regnen", war das Mantra von PR- und Eventteam. Ein Regenprogramm wurde nicht einmal angedacht. Der Himmel über Bregenz spielte zwar alle Grautöne durch, aber wie von Bilgeri gerufen, erschien der Atem des Himmels und blies die Gewitterwolken weg. Sanft, denn mehr als 35 Stundenkilometern hätte die riesige Leinwand nicht standgehalten.

Keine Wettergefahr mehr für Lockenpracht, Dekolleté und High Heels, mit halbstündiger Verspätung wagten sich die Filmschönen auf den Teppich. Die Zaungäste warteten gerne. Gab es doch Käse aus dem Großen Walsertal, dem Bilgeri sein Film-Epos gewidmet hatte und Witzchen von Dominic Heinzl, der für weibliche Bilgeri-Fans mit blauer Brille (einst Markenzeichen Bilgeris) posierte. Auf das Blauglas verzichtet der Filmemacher inzwischen und auch auf das Färben der Haare, wie er kurz darauf bei der Pressekonferenz Herrn Heinzl freimütig mitteilte. Essenziellere Fragen hatte die Journalistenschar nicht anzubieten, man wollte jetzt endlich Film schauen.

Nach 128 Minuten Liebesglück und Lawinenkatastrophe teilten sich die Meinungen in "grandios gespielt" und "wunderschöne Landschaftsaufnahmen". Die Nörgler mit ihrem "Es hätte schlimmer kommen können" blieben in der Minderheit. Kein Wunder, bestand doch das Publikum zu großen Teilen aus Verwandten, Sponsoren, Komparsen und deren Anhang. Alle waren sie gekommen: die Walser, in Bussen und mit Blasmusik. Der Bauunternehmerfamilie, deren jüngster Spross der Star des Schlussbildes ist (entzückend der Bub), der Käsefabrikant, dessen "beschtes Eck" besonders gut zur Geltung kommt, die Schulfreundinnen von Jungstar Laura Bilgeri, die nun auf die Schauspielschule wechselt, Mama Ilse Bilgeri (99), aus deren Biografie Sohn Reinhold für Roman und Film schöpfte.

"Schneidig" nannte Landeshauptmann Herbert Sausgruber Herrn Bilgeri und seinen Mut zum Filmabenteuer. "Besessen" sei er von der Idee gewesen, seinen Roman zu verfilmen, sagt Bilgeri. Und mit diesem Virus der Besessenheit habe er Sponsoren und Team angesteckt. 1,5 Millionen an Sponsorengeldern konnte er auftreiben, das unverhohlene Product-Placement (Käsle, eh klar) ist die ironische Sekunde des Films. Zum Sponsorengeld kommen 400.000 Euro an öffentlichen Geldern. 4,5 Millionen Euro hat der Film, von Bilgeri und Tom Feldkircher produziert, insgesamt gekostet. Bilgeri und Frau Beatrice haben alles auf eine Karte gesetzt. 500.000 müssten sich Rosamunde Pilcher auf Vorarlbergerisch anschauen, damit's ein Erfolg wird.

Bilgeri steht zum Abenteuer: "Ich will großes Gefühlskino machen. Da bin ich vollkommen altmodisch." Das Lachen und Weinen wolle er der kaltschnäuzigen Zeit entgegensetzen. Liebe und Liebesschwüre, danach sehnten sich die Menschen. "Auch die Mannsbilder." Den freundlichen Premieren-Applaus wertet Bilgeri als Liebeserklärung. (Jutta Berger / DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2010)

Weitere Openair-Aufführungen: 26. August, Markplatz Rankweil (Bezirk Feldkirch), 27. August Zeughaus Innsbruck; Start in den österreichischen Kinos: 3. September.  Weihnachten 2011 als TV-Zweiteiler.

Initialzündung?

Sein Filmprojekt schaue "sehr erfolgsträchtig" aus, meinte Bilgeri beim Pressegespräch. Man habe bewiesen, dass man in Vorarlberg einen international vermarktbaren Film drehen könne. Er wünsche sich, dass sein Film eine Initialzündung für eine "Cine Vorarlberg" sein könnte: "Ich hoffe, dass junge Regisseure motiviert werden, in Vorarlberg zu drehen, und dass sie dabei auch unterstützt werden, wie das in Tirol und Salzburg schon der Fall ist." (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 84
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enda
20.03.2011 14:20
Ein echtes Abbild des Lebens in den Bergen

Gratulation an Herrn Bilgerie für dessen Mut und auch an seine Frau und allen anderen Beteiligten. Diese gut gelungene Darstellung zeigt ohne Ausnahmen das Leben und Schicksal der damaligen Zeit auf. Wenige Menschen können sich diesen reell dargestellten Alltag vorstellen, war aber mit Sicherheit so - bin selber nicht ganz 10 Jahre später auch am Berg, allerdings in NÖ aufgewachsen. Der Kinosaal war voll bis auf den letzten Platz (Altersschicht ab ca. 40+) und weitere Vorstellungen folgten. Viele bekannte Besucher waren ebenfalls sehr begeistert.

Finde es sehr, sehr schade, dass es hier fast nur negative Kritik gibt. Jeder sollte sich doch ansehen was er möchte und wenn jemand ständig diesen lebensfernen Hollywoodkitsch braucht und noch daz

littlebuddha
30.08.2010 12:35

Einfach lächerlich! Neben der mangelnden Qualität des Artikels auch die Zensurfreudigkeit des Standard.at ... Zwei meiner Kommentare wurden nicht veröffentlicht. Beinahe schon wie die Inquisition im Mittelalter. Nur weiter so! Tüchtig.

suchoi7
28.08.2010 16:25
Bilgeri und Ostbahnkurt?

Der Vergleich ist eine Beleidigung für Kurt O. und sollte nicht weiter strapaziert weren.

Der vierte Lemming von links hinten
28.08.2010 10:35
Mit 500.000 Besuchern in der Gewinnzone?

Dazu müsste Bilgeri Besitzer einer großen Kinokette sein und gleichzeitig als Verleiher auftreten.
Auf alle Fälle viel Glück und Hut ab vor soviel Engagement. Im Speziellen deshalb, da die Quote von 10% Förderung bei einem Gesamtbudget von 4,5 Mio eine Ausnahmestellung in der österreichischen Kinoproduktion der letzten 20 Jahren darstellt.

Bauti
27.08.2010 16:32

eigentlich find ich es rührend, wenn einer ein Vermögen verklopft, um seiner Frau eine Filmrolle zu verschaffen. Ich bin vor einer paar Tagen mit dem Mountainbike am Filmdorf vorbei geradelt. der Anblick hat mir schon gereicht, ich glaube, die Heimatfilme früher waren ehrlicher....

herold569
27.08.2010 13:07
nur den Trailer schaun und dann groß reden

kein Kommentar dazu.
Aber: ich hatte einen tollen Abend auf der Seebühne. Mit einem wunderschönen Film.
So.

Leopold Bauer
26.08.2010 18:35
Bilg Er & I dafür ins Kino?

Liebe arg kritische Kinobesucher. Bitte seids doch ned so ungerecht. Endlich hat Österreich seine Pia Zadora. Der wurden doch auch in den 80iger Jahren von ihrem Ehemann Filme spendiert. Und Weltkarriere ist auch keine draus geworden. Lasst doch die Zeit arbeiten. Danke.

brrrrrr
26.08.2010 17:01
Bill Gerry

das schreit ja nach einer Sondersendung der HPLs!
Ich hab mir den Trailer angesehen und musste aufgrund der schauspielerischen "Leistung" von Frau Bilgeri schon während dieser 2 Minuten ein paar mal herzhaft lachen...i was paralyzed!

ernst thaelmann1
26.08.2010 17:56

die hat erfahrung, war doch immerhin mal filmkritikerin in der krone und hauptdarstellerin in dichands sissy verfilmung. also da muss man sicher was können...

Mathias
 
26.08.2010 16:02
Filmkritik

Im Ländle haltet man sich naturgemäß mit solcher Kritik ziemlich zurück.

( http://www.vol.at/news/vora... 5-08021382 )

wahre Lüge
 
26.08.2010 15:48
der Film erinnert mich

an das Interview von
Horst Buchholz mit seinem Sohn,der auch das Leben
von seinem Vater ungut verfilmte
oder
der Hollywoodstar Maxi Schell mit seiner
kranken Schwester Maria
nichts als eine Vorführung und zur Schaustellung
und jetzt Mutter Ilse mit ihren 99 Jahren
durch ihren Sohn
möge der Himmel ihr noch viel Atem geben

ODB Wu
26.08.2010 16:53
den film über maria schell

fand ich eigentlich ganz gut. echt hart das mit diesem machwerk zu vergleichen. vor allem sollte man nicht seine frau in die rolle hieven, wenn die absolut nicht schauspielen kann. sah zwar nur den trailer, aber erster eindruck: schauspieler bei der arbeit.

barry mccoist
26.08.2010 15:11

ganz großes kino

m3a
26.08.2010 13:47

wow. selten einen bericht über film gelesen wo so wenig über film drinn steht.

Mathias
 
26.08.2010 15:35
Filminhalt

Hier zu lesen ... das wars ;-)

( http://de.wikipedia.org/wiki/Der_... els_(Film) )

Yudhistira
26.08.2010 15:02
Ich fürchte viel mehr gibt es über den Filminhalt nicht zu berichten.

Tdjodorov
26.08.2010 13:29
Die teileweise schlechte Kritik von Euch ...

... mag berechtigt sein, aber warum stellt IHR Euch denn nicht selbst hin und macht einen Film. Das ist nämlich der große Unterschied zwischen Bilgeri und den meisten (mich eingeschlossen) hier. Er hat es gemacht und er hat es zu Ende gebracht mit wahrscheinlich tausenden Problem die zu lösen waren, von denen wir nicht einmal träumen können, weil sie uns unbekannt sind. Zu sagen: "Mir gefälllt's nicht" wäre angesichts des großen Einsatzes einer Einzelperson mir persönlich zu wenig in diesem Fall.

Beamen bei Magnetstürmen
26.08.2010 14:44

Ist doch blödsinn, ein mir gefällts oder gefällts nicht muss doch unabhängig vom einsatz des ausführenden erlaubt sein. Wenn der Koch ihres Mittagsmenüs 3 stunden herumwerkelt und es schmeckt ihnen dann nicht sagen sie auch "aber er hat sich doch so bemüht"?

Nikolaus Hebenstreit
26.08.2010 14:16

Das ist die übliche müde Replik auf Kritik: Mach es doch selber besser! Das ist natürlich Blödsinn.

Klar ist es nicht leicht, einen guten Langfilm zu machen. Dazu gehört viel Geld, Erfahrung und Talent. Man sollte paar Dinge aber sicher vermeiden, wie z.B. auf das Lernen und Erfahrung machen zu verzichten und seine Ehefrau mit der Hauptrolle zu besetzen. Sonst ähnelt das Produkt jenen Gedichten, die so gern von Leuten verfaßt werden, die aber selber gar keine lesen.
Ich habe im ORF ein paar Ausschnitte gesehen, dort wurde der Film höflich als "Hochglanzprodukt" bezeichnet - aber schon die paar Ausschnitte ließen unschwer erkennen, dass es sich bei diesem Film um ein katastrophal dilettantisches Machwerk handelt.

cst
26.08.2010 13:53
Von solchen Halb- und Nichttalenten ...

... gibt es eben einfach schon genug. Daher erkennt ein intelligenter Mensch, wenn er es besser bleiben lässt. Nur Dumme meinen, sie müssten sich mit ihren dilettantischen Kreationen wichtig machen und ihre Mitmenschen beglücken. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass es genug echte Künstler gibt, die zu wenig Beachtung erhalten, da hat die Welt gerade auf einen Bilgeri gewartet. Also sparen Sie sich bitte ihre Lehrmeisterhaltung.

fuchstritt
26.08.2010 13:49

bitte was soll der usinn? natürlich kann man einen film bewerten ohne es selbst besser/schlechter zu machen. so ist das leben u geschmäcker u watschn sind nun mal verschieden

Frobin Jojo
26.08.2010 13:07
Spitzenpromoartikel

... für einen viertklassigen Film. Naja, we all know: the world in Vorarlberg is so small, too small ...

Der Große von Gegenüber
26.08.2010 12:43

Video Life
Some Girls Are Ladies

Lord Schaumloeffel
26.08.2010 12:30
ich habe mir gerade den trailer angeschaut

jedes haus, jede wand, jedes stück ausstattung, jedes kostüm, sogar der fladen, in den die heldin beim aussteigen steigt, schaut aus als wäre es zwei minuten vor dem ruf "action!" fabriksneu aus der verpackung genommen worden.

definitiv nicht mein film.

canis major
26.08.2010 15:17
danke für dieses geniale posting!

jetzt habe ich endlich eine leise ahnung von dem film. und ich kann mich ihnen anschließen: wäre definitiv auch nicht mein film.

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