Zwei Polizisten in jeder Nacht-U-Bahn

25. August 2010, 12:42
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Polizei, "Nightliner"-Beamte und Stationsaufsicht sollen für ein besonderes Sicherheitsgefühl sorgen - Nacht-U-Bahn startet am 3. September

 

Wien - In der Nacht-U-Bahn sollen sich die Fahrgäste besonders sicher fühlen, erklärte Vizebürgermeisterin Renate Brauner am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zwei Polizisten sollen jeweils einen Nachtzug begleiten. Dadurch soll das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöht werden, so Brauner. Zusätzlich werden 22 "Nightliner"-Beamte der Wiener Linien im gesamten Netz unterwegs sein, um für Deeskalation und die Einhaltung der Regeln zu sorgen. Sie sollen im Bedarfsfall auch die Polizei verständigen. Außerdem sollen sie gelegentlich auch  Fahrscheinkontrollen durchführen.

Nur Züge mit Überwachungskameras

Unterwegs sein werden in der Nacht ausschließlich die neuen durchgängigen Garnituren. Mit Ausnahme der U6, wo es solche nicht gibt. Dort werden jedoch nur Züge zum Einsatz kommen, die mit Videokameras ausgestattet sind, betonte Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger.

Polizeipräsenz durch geschickte Dienstplanung

Was die Sicherheit bei der Nacht-U-Bahn angeht, "sehe ich aus polizeilicher Sicht dem Ganzen sehr gelassen entgegen", so Polizeipräsident Gerhard Pürstl. "Wir müssen natürlich durch strukturelle Maßnahmen und geschickte Dienstplanung diese Präsenz gewährleisten", so der Wiener Polizeipräsident, angesprochen auf die häufig beklagte Personalknappheit bei der Exekutive. Man sei aber bereits seit rund einem Jahr mit etwa 100 Beamten täglich im U-Bahnnetz unterwegs. Durch die Nachteinsätze, die um 23.30 Uhr beginnen, werde es keine Abstriche sonstwo geben, versicherte er. Allein im Jahr 2009 hat die Exekutive 2.700 Anzeigen aufgenommen. 900 davon waren Verwaltungsübertretungen etwa wegen Lärms. Zudem gab es 1.700 Festnahmen.

Nächtliche Stationsaufsicht

Auf personelle Präsenz wird auch in den Stationen selbst gesetzt: Die Knotenpunkte der U-Bahnen, insgesamt zehn Stationen, werden mit jeweils zwei Stationswarten besetzt sein. In allen übrigen Haltestellen, in denen es tagsüber eine Aufsicht gibt, wird jeweils ein fixer Stationswart an Ort und Stelle sein.

Betrieb startet am 3. September

Die Nacht-U-Bahn startet den Betrieb ab 3. September. Ab dann wird die U-Bahn in den Nächten vor Sams-, Sonn- und Feiertagen im 15-Minuten-Takt unterwegs sein. Die Kosten betragen dafür jährlich rund 5,1 Mio. Euro.

"Nightride"-Feiern

In der ersten Nacht laden die Wiener Linien zum "Nightride". An 35 Locations  soll der Startschuss für den nächtlichen Öffi-Schienenverkehr gefeiert werden. Das online ausdruckbare Ticket auf www.24stundenwien.at berechtigt nicht nur zur Freifahrt, sondern gilt auch als Eintrittskarte in dieser Nacht zu den Lokalen  B72, Wuk, U4, Ost-Klub, Praterdome, Reigen und Passage.

Durch das neue Angebot erwarten sich die Verkehrsbetriebe mittelfristig rund 30.000 Passagiere pro Wochenende - inklusive Nachtbusse. Derzeit benutzen rund 16.000 Personen die Nightlines außerhalb der Wochentage. Durch die Nacht-U-Bahn werden sich die Fahrpläne ändern. Viele Strecken werden modifiziert, um Parallelführungen mit der Nacht-U-Bahn zu vermeiden.

Ringrunden werden gestrichen

Auffälligste Änderung: Die Nightlines werden an den Wochenenden keine Ringrunden mehr drehen. Außerdem werden die Busse N25, N50, N58, N64 und N75 gänzlich gestrichen. Andere Routen werden verlängert oder so angepasst, dass sie ans U-Bahnnetz angeschlossen werden. Unverändert bleiben sieben von 17 Nachtbuslinien: N20, N23, N31, N41, N43, N46 und N71. Laut Wiener Linien sind dann 96 Prozent der Wiener an das nächtliche Öffi-Netz angebunden.(APA)

  • Ab 3. September fahren an den Wochenenden die U-Bahnen rund um die Uhr. Um 23.30 werden dann in jeden Zug zwei Polizisten einsteigen und die ganze Nacht mitfahren
    foto: standard/heribert corn

    Ab 3. September fahren an den Wochenenden die U-Bahnen rund um die Uhr. Um 23.30 werden dann in jeden Zug zwei Polizisten einsteigen und die ganze Nacht mitfahren

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