Verhütungskettchen schützt ohne Hormone

25. August 2010, 12:36
35 Postings

GyneFix wird ähnlich eingesetzt wie die Spirale - Weniger Blutungen und Schmerzen - Soll auch für junge Frauen geeignet sein

Wien - Eine neuartige Verhütungsform ist ab sofort in Österreich erhältlich. Das Verhütungskettchen mit Namen GyneFix ist hormonfrei und gehört zur neuen Generation der fixierbaren Miniatur-Kupfer-Spiralen, das in die Gebärmutterwand implantiert wird. 85 Ärzte in Österreich wurden bereits für das Platzieren von GyneFix geschult, weitere 230 Mediziner sollen bald folgen, gaben Mediziner bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Das Verhütungskettchen kann bis zu fünf Jahre im Körper bleiben.

Laut Erfinder Dirk Wildemeersch, Mediziner aus Belgien, ist das Verhütungsmittel auch für junge Frauen, deren Gebärmutter noch nicht die volle Größe erreicht hat und die auch noch in hormoneller Entwicklung stehen, geeignet. "Bei Kinderwunsch ist die Fruchtbarkeit sofort nach Entfernung wiederhergestellt", erklärte Wildemeersch. Nebenwirkungen wie Blutungen, Schmerzen und Herausfallen sollen laut Wildemeersch sehr selten sein. Verstärkte Periodenblutungen sind der Hauptgrund, weshalb Kupfer-Spiralen abgelehnt werden, sagte der Mediziner.

Kunststofffaden mit Kupferzylindern

GyneFix unterscheidet sich von den traditionellen Spiralen. Es besteht aus einem zarten Kunststofffaden, an dessen Enden vier bis sechs kleine Kupferzylinder mit einer Gesamtlänge von zwei Zentimetern fixiert sind. Der Faden wird vom Gynäkologen am oberen Ende der Gebärmutter verankert. Die abgegebenen Kupfer-Ionen inaktivieren die Spermien und verhindern so die Befruchtung des Eies. Die Sicherheit ist groß: Ungewollte Schwangerschaften waren laut Studien bei einer Verhütung mit GyneFix deutlich niedriger ist, als bei herkömmlichen Spiralen, sagte Wildemeersch.

Der Arzt kann während der normalen Sprechstunde GyneFix einsetzen. Für die Applikation wird die Beschaffenheit der Gebärmutter bestimmt. Die Kosten für die Behandlung, das Einsetzen und das Produkt belaufen sich auf rund 400 Euro. (APA)

Share if you care.