Klugheit schlägt Bullenherz

25. August 2010, 12:51
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Bundesliga-Krösus schaffte es wieder einmal nicht in die Champions League - Stevens und Beiersdorfer beklagen mangelnde Konstanz und hadern mit Schiedsrichterleistung - Warnung vor Europa League

Tel Aviv -  Es war ein Freudenfest in Rot. "Campeones, campeones", schallte es in den Schlusssekunden durch das Bloomfield Stadium. Hapoel Tel Aviv hatte erstmals in der Clubgeschichte die Gruppenphase der Champions League erreicht, Österreichs Meister Red Bull Salzburg blieb am Dienstag wieder einmal nur die Rolle des Gratulanten. Im Vorjahr waren die Salzburger im Play-off an Maccabi Haifa gescheitert.

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass israelische Mannschaften Teams aus Österreich ausschalten und in der Champions League spielen", erinnerte Hapoel-Trainer Eli Guttman. "Salzburg hat eine starke Mannschaft und ein großes Budget." So groß, dass Hapoel nur davon träumen könne, hatten israelische Medien in der Vorberichterstattung betont. 

Guttman: "Auf Ergebnis gespielt"

Seine Mannschaft hatte vor allem im Hinspiel in Salzburg (3:2) überzeugt, im Rückspiel (1:1) wirkte sie fehleranfällig - und sicher nicht unschlagbar. "Manchmal muss man auch klug spielen", betonte Guttman. "Das ist uns heute gelungen." Salzburg habe zwar mehr Ballbesitz gehabt, aber kaum zwingende Torchancen. "Wir haben auf Ergebnis gespielt. Schönen Fußball, den haben wir in Salzburg geboten", erinnerte der Hapoel-Trainer.

Red Bull Salzburg schaffte es trotz ansprechender Leistung neuerlich nicht, erstmals seit der Übernahme des Clubs in die Champions League einzuziehen. Das Erreichen der Gruppenphase der Europa League war nur ein schwacher Trost.

Stevens: "Man muss diese Leistung zweimal bringen"

"Die Enttäuschung ist groß, weil wir gesehen haben, dass wir dieses Niveau bringen können", erklärte Salzburg-Trainer Huub Stevens. Im Hinspiel in Salzburg (2:3) habe man das nötige Level nicht erreicht, war von Hapoel phasenweise vorgeführt worden. In Israel gaben die Bullen den Ton an, kontrollierten das Spiel, wenn auch ohne Großchancen. "Man muss diese Leistung zweimal bringen, um die Champions League zu erreichen", betonte Stevens.

Seine Mannschaft sei aber weiter als im vergangenen Jahr, als sie gegen Maccabi Haifa in ähnlicher Konstellation chancenlos gewesen war. Hoch sind daher die Erwartungen in der Europa League, deren Gruppen am Freitag (13.00 Uhr) in Monaco ausgelost werden. Im Vorjahr hatten die Salzburger gegen Lazio Rom, Villarreal und Lewski Sofia sensationell alle sechs Gruppenspiele gewonnen.

"Nach oben zu kommen, ist aber immer einfacher, als oben zu bleiben", warnte Stevens. Salzburg sei international kein Niemand mehr. "Größere Teams werden uns nicht mehr unterschätzen, so wie das Lazio oder Villarreal im Vorjahr getan haben", meinte der Bullen-Coach, um mit einem Lächeln hinzuzufügen: "Alle Gruppenspiele werden wir wohl nicht wieder gewinnen - ich weiß nicht, ob das überhaupt jemals wieder gelingt."

Schiri in der Kritik

Salzburg hatte nach dem UEFA-Cup-Finale 1994 die Champions League erreicht, seit Rapid 2005 ist das keinem österreichischen Club mehr gelungen. Die Salzburger waren 2006 an Valencia, 2007 ähnlich knapp wie diesmal an Schachtjor Donezk und im Vorjahr an Haifa gescheitert. Für den neuerlich geplatzten Traum wurde auch der Schiedsrichter verantwortlich gemacht, der bei 1:0 ein elferwürdiges Foul an Gonzalo Zarate nicht geahndet hatte (58.).

Stevens mokierte sich ebenso über seinen niederländischen Landsmann Pieter Vink wie Red Bulls Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer. "Das sind Tatsachenentscheidungen, aber wir sind damit sehr unzufrieden", betonte der Sportdirektor. "Der nicht gegebene Elfmeter hat uns vielleicht - oder sogar wahrscheinlich - die Champions League gekostet." Das sei doppelt bitter, weil sich das Team in Tel Aviv teuer verkauft hatte. 

"Wir haben das Spiel bestimmt", meinte Beiersdorfer. "Die Champions League haben wir aber in Salzburg verpasst. Zu Hause darf man nicht 2:3 verlieren. Wenn wir zweimal so eine Leistung bringen wie im Rückspiel, wären wir in der Champions League." Dort hießen die möglichen Gegner statt Sheriff Tiraspol und BATE Borisow dann endlich Real Madrid, FC Barcelona oder Manchester United.

Mit Jantscher und Schiemer nach Mattersburg

Die Spieler wollten allerdings nicht nur Negatives aus Tel Aviv mitgenommen haben. "Wenn wir so kompakt spielen, werden wir uns in der Europa League wieder gut verkaufen", meinte Roman Wallner, der im Sturm mit Zarate den Vorzug gegenüber Joaquin Boghossian erhalten hatte. Dass Stevens am Samstag im Ligaspiel in Mattersburg zu seinem 4-2-3-1-System zurückkehrt, darf angenommen werden. Dann stehen auch die im Europacup gesperrten ÖFB-Teamspieler Jakob Jantscher und Franz Schiemer wieder zur Verfügung. (APA/red)

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    Die Stoßgebete halfen...

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    Am Ende durften sich Spieler und Fans von Hapoel Tel Aviv über den erstmaligen Einzug in die Champions League freuen.

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    Den Salzburger Bullen bleibt die Königsklasse des Fußballs einmal mehr verwehrt. Stattdessen gehts in die Europa League.

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