Kindern Krankheiten nicht verheimlichen

25. August 2010, 10:51
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Einfache Worte der Erklärung helfen immer mehr als Ungewissheit

Köln - Kinder sollten über schwere Krankheiten eines Elternteils ehrlich aufgeklärt werden. Für sie ist es besser, wenn innerhalb der Familie offen mit der Erkrankung umgegangen wird. Darauf weist nun der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. "Kinder merken rasch, dass etwas nicht stimmt. Zu wissen, was die Ursache ist, hilft ihnen mehr als eine ahnende Unsicherheit", erläutert Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des BVKJ.

Eltern sollten die Krankheit entsprechend dem Alter des Kindes mit einfachen Worten erklären, rät der Experte. Für Kinder im Vorschulalter reicht die Information, dass beispielsweise die Mutter krank ist und zum Doktor gehen muss. Mögliche körperliche Veränderungen, wie sie sich etwa durch eine Chemotherapie ergeben, sind ebenfalls anzusprechen. So können Kinder verstehen, dass diese sichtbaren Änderungen Bestandteil der Behandlung sind. 

Für Krebs die passenden Worte finden

Darüber hinaus ist es wichtig, kleinen Kindern zu versichern, dass sie die Krankheit nicht verursacht haben. Heranwachsende, die noch nicht in die Schule gehen, brauchen außerdem die Gewissheit, dass bestimmte Krankheiten und das Sterben nicht ansteckend sind. Bei Schulkindern können Eltern beschreiben, woran jemand erkrankt ist. Sie verstehen es beispielsweise, wenn ihnen erläutert wird, dass bei einer Krebserkrankung im Körper etwas wächst, was dort nicht hingehört. Ferner ist es ratsam, die Heranwachsenden darauf vorzubereiten, dass ihre Mutter oder der Vater aufgrund der Krankheit für einige Zeit nicht so verfügbar ist wie sonst. Mit Jugendlichen ab zwölf Jahren können Eltern über die Erkrankung und Therapie im Detail sprechen - auch darüber, dass der Verlauf nicht gewiss ist.

"Kinder und Jugendliche können unterschiedlich auf die Nachricht der Krankheit eines Elternteils reagieren, von Bettnässen über Aggressivität bis hin zur völligen Abschottung. Erziehungsberechtigte sollten nicht zögern und ihren Kinder- und Jugendarzt um Hilfe bitten", klärt Nentwich auf. (sid)

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