Bawag startet gut, erwartet aber schwache Monate

25. August 2010, 17:20
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Kreditnachfrage sei schwach, Refinanzierungskosten hoch - Im Gesamtjahr will die Bank Gewinn erzielen

Wien - Die dem US-Fonds Cerberus gehörende Bawag PSK hat im ersten Halbjahr ihr Ergebnis verbessert. Der Konzernüberschuss stieg auf 96,8 Mio. Euro, nach 13,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009. Erreicht worden sei das durch die Steigerung der Profitabilität des Kundengeschäftes und verschiedene Verkaufsaktivitäten, erklärte Bank-Chef Byron Hayne am Mittwoch. Das zweite Halbjahr werde aber nicht so profitabel sein, die Kreditnachfrage sei schwach, die Refinanzierungskosten steigen. "Wir müssen realistisch bleiben", sagte Hayne.

Hauptziel der Bank sei, die "Profitabilität nachhaltig zu verbessern". Die Rückzahlung der Staatshilfe (500 Mio. Euro) hänge daher auch davon ab, wie die neuen Vorschriften für Banken (Basel III) aussehen und wie viel Kapital die Bank dafür aufbringen müsse. Erklärtes Ziel sei, einen Gewinn im Gesamtjahr zu erzielen. Die Verringerung des Personalstandes um 500 Vollzeitkräfte bis 2013 bei gleichzeitiger Reduktion des Verwaltungsaufwandes um 60 Mio. Euro bleibt weiterhin vorrangig.

Die Bawag kann derzeit nur auf organisches Wachstum setzen, denn aufgrund von EU-Auflagen (im Gegenzug für die Staatshilfe) unterliegt sie einer Beschränkung beim Kauf von Unternehmen. Wie lange dieser Bann der EU gilt, wird geheim gehalten. Er hindere die Bank aber nicht bei ihren Plänen, und sie sei ausreichend kapitalisiert, betonte Haynes.

Der von der EU geforderte Verkauf der Schuhhandelskette Stiefelkönig laufe, eine Investmentbank sei bestellt. Details nannte Hayne aber nicht. Sowohl für den Verkauf von Stiefelkönig als auch des Zehn-Prozent-Anteils an der ungarischen MKB-Bank hat die EU der Bank ein Zeitlimit gesetzt, das geheim gehalten wird.

Ab ersten Oktober bekommt die Bank mit Andreas Arndt einen neuen Finanzvorstand. Ein neuer Retail-Vorstand (Regina Prehofer scheidet im Herbst aus der Bank aus) wird noch gesucht. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.8.2010)

 

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