Golf von Mexiko

Neue Bakterienart vertilgt Golf-Öl

25. August 2010 18:31
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    Foto: Science/AAAS

    Die riesige Ölwolke wabert in mehr als 1100 Metern Tiefe. Ebenda stießen US-Forscher auf neue Ölfresser-Mikroben.

Erfreuliche Nachrichten: Eine bisher unbekannte Mikrobenart scheint die riesige Ölwolke ziemlich schnell abzubauen - das Besondere der Bakterien: Sie brauchen für ihren Job nur wenig Sauerstoff

Washington - Letzte Woche noch klangen die jüngsten wissenschaftlichen Neuigkeiten aus dem Golf von Mexiko alles andere als hoffnungsfroh: Forscher berichteten im US-Wissenschaftsmagazin "Science" von einer 35 Kilometer großen Ölwolke, die als direkte Folge der Havarie der Ölbohrplattform Deepwater Horizon in einer Tiefe von rund 1100 Metern dahinwabern würde.

Nicht einmal eine Woche später sieht die Lage schon sehr viel besser aus: Forscher um Terry Hazen vom Berkeley National Laboratory in Kalifornien hatten zwischen dem 25. Mai und dem 2. Juni an 17 verschiedenen Stellen der unterseeischen Ölwolke 200 Wasserproben genommen und danach mittels avancierter gentechnischer Methoden ausgewertet.

Dabei machten die Forscher höchst erfreuliche Entdeckungen: Sie fanden verschiedene Arten von ölzersetzenden Mikroorganismen, sogenannten Gamma-Proteobakterien der Ordnung Oceanospirillales, wie sie am Mittwoch in der Onlineausgabe von Science berichten. Zudem identifizierten sie jene Fettsäuren und Gene, die auf einen Abbauprozess durch die Mikroben hinweisen.

Unter den gefundenen Mikroben war aber auch eine bisher unbekannte Art, die sich in einem entscheidenden Punkt von den bisher bekannten Spezies unterscheiden: Sie verbrauchen weniger Sauerstoff. Anderen ölabbauende Mikroorganismen geht nämlich schnell die Luft aus, sobald sie sich massenhaft vermehren. In der Folge können Todeszonen im Wasser entstehen - Regionen, in denen aufgrund des Sauerstoffmangels kein Leben möglich ist.

Das dürfte bei den in der Wolke entdeckten Mikroben jedoch nicht der Fall zu sein: Die Sauerstoffkonzentrationen außer- und innerhalb der Wolke unterschieden sich laut den Analysen der Forscher nämlich nur geringfügig, weshalb man sie bisher auch übersehen hat. Nach Ansicht der Wissenschafter hat das häufige Auftreten von natürlichen Öllecks im Meeresboden in dieser Region die Bakterien dazu gebracht, sich besonders gut an derartige Situationen anzupassen.

Keine Auskunft gibt die Studie über die aktuelle Größe der Ölwolke - zumal die Proben bereits Anfang Juni genommen worden waren. Sie gehen aber grundsätzlich davon aus, dass es in der Tiefsee "ein erhebliches Potenzial für einen interne biologische Selbstreinigung von Ölverunreinigungen" zu geben scheint. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 26. 8. 2010) 

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de la passion
 
27.08.2010 13:42

hmm...
ob ich das jetzt toll finden muss?
bin sehr unentschlossen, denn wenn sich dieser bakterien kultivieren lassen, werden dann umweltkatastrophen wie u.a. diese ölpest auf die leichte schulter genommen?

living reef
26.08.2010 19:05
und was ist mit den mikroben dann weiter?

sterben die ab, werden die gefressen, kommen die in die nahrungskette, welche auswirkungen hat das insgesamt?

Illuminati
27.08.2010 15:00
Die Finanzminister werden immer fetter, weil für das verschwunden Öl ist natürlich Mineralölsteuer fällig!

wuzzelbaer
26.08.2010 09:04
Aber vielleicht siedeln sich diese Bakterien

demnächst in den Tanks von Autos an und bauen das Benzin ab!
Hihihi!

Killbill2
26.08.2010 08:58
Dr. Bakterius?

Sehr Clever und Smart!

Dr Don Tango
26.08.2010 15:58

aber ohne bart!

Riffraff3
 
26.08.2010 08:50
Nix passiert

Also, eh nix passiert, ein paar unnötige Viecher krepiert, ein paar Anwohner ruiniert, aber dank der Bakterien ist alles wieder gut und dann kann BP doch ungestört weiterbohren, oder? Ich frage mich, ob diese Meldung vom PR-Management der Ölbonzen in die Welt gesetzt wurde, denn wenn die Bakterien alles säubern brauchen sie ja auch nix zu zahlen.

al vvi
26.08.2010 04:13

Ja, Ja die guten Helfer, 500 mio fuer die Universitaetsunterstuetzung wollen auch rueckbezahlt werden.

BostonWhaler
26.08.2010 03:46

Und was fressen die Bakterien, wenn kein Öl mehr da ist???

Ramadamadingdong
26.08.2010 23:35

Wenns kein Öl mehr gibt sterben diese Microben ab und werden zu Öl. Dann kommen deren Nachfahren und fressen das ganze Öl, bis die wiederum absterben und zu Öl werden...

living reef
26.08.2010 19:05
ölsardinen

BostonWhaler
27.08.2010 05:36
:-)

Bitte nicht! Ich liebe Ölsardinen.

aRoma
26.08.2010 15:52
liegengebliebene Autos

Bodo Steinbrech
 
26.08.2010 14:08
das was sie sonst auch immer fressen

nur ist dann ihr "Monopol" weg und der Großteil wird absterben (und seinerseits zur Nahrungsquelle für andere).

Baks sind relativ zäh und können von bald was leben.
Ein paar werden immer überbleiben, und bei der nächsten Ölquelle (davon gibts im Golf von Mexiko ja einige natürlilche) werden sie sich wieder vermehren.

Ob und wenn ja welchen Schaden die Baks anrichten, während sie fressen oder dann wenn sie verhungern und absterben, kann ihnen wahrscheinlich keiner so genau sagen.

Aber zu viel von einem Viecherle ist nie "nur gut". Irdendwie bringt es das Ökosystem durcheinander.
Die Frage ist, wie schnell es sich wieder einspielt.

BostonWhaler
27.08.2010 20:28
Danke

... und was scheiden diese Bakterien eigentlich aus, nachdem sie Öl inhalieren?

Kassandra
26.08.2010 10:44
Genau das

habich mich auch schon gefragt!

Der Knecht
26.08.2010 00:56
Toll

...dann kömma ja weitermachen wie bisher!

Oder vielleicht doch nicht. Womöglich sind von den Bakterien auch welche durchs Loch zurück hinein und fressen uns jetzt die Reserven leer.

Elisabeth1201
26.08.2010 00:37
Öl

Wer's glaubt, wird selig. Die Studie soll von BP stammen .....
Aber, selbst wenn an der Oberfläche nix oder nur noch wenig ist - der Meeresboden ist tot, sämtliche Tiere und Pflanzen natürlich auch. "Gerettet" wurden ja nur die Küsten (Touristen und Fischerei - Geschäft also), was "drunten" ist, sieht man nicht ....

Bodo Steinbrech
 
26.08.2010 14:14

1.) Die Studie wurde in Science veröffentlicht!
Falls sie das nicht kennen, googeln sie danach.
Selbst wenn die Studie von BP wäre, würde Science sie nur veröffentlichen, wenn sie gute, stichhaltige Daten haben, die genau das aussagen - also wurscht, von wems stammt.

2.) Das Öl wurde durch Chemikalien dispersiert und scheint abgesackt zu sein - bis auf 1100m und darunter. Dort hat es anscheinend das spezifische Gewicht erreicht, dass es schweben kann - daher auch "Wolke".

3.) Es wird schon was am Meeresboden sein, aber wieviel genau und ob dort alles tot ist, ist zumindest noch nicht publiziert.

4.) Wenn das Meer (und der Meeresboden) hin ist, dann ist auch die Fischerei hin - also nix mit Rettung der "Offensichtlichen Teile"

myope
26.08.2010 06:42
quellen?

nicht für öl sondern dafür dass die studie von bp ist!

franz fröhlich
25.08.2010 23:22
Da kann man ja

getrost nach dem Ölwechsel am Randstein die Bakterien im Kanal füttern...

Bodo Steinbrech
 
26.08.2010 14:17
geben sie dem Kanal ein wenig Zeit

Installieren sie kleine "natürliche" Ölquellen in (fast) stillstehenden Wassern, halten sie andere Nahrungsquellen spärlich, aber regelmäsig zugänglich, lehnen sie sich entspannt zurück und warten sie ein paar tausend Jahre und schon hat sich eine Bakterienflora entwickelt, die ihr Altöl effektiv entsorgen kann.

Geht alles, man darf nur nicht hudeln ;)

aRoma
26.08.2010 08:15
Bakterien im Tank?

jetzt weiß ich, warum mein Tank immer so schnell leer wird!

diekleinefurie
25.08.2010 22:47
Toll,

vielleicht kann man die süßen kleinen Bakterienchen ja auch in NIGERIA einsetzen, wo die Menschen schon seit Jahren jeden Tag für UNSEREn LIFESTYLE eine solche Umweltkatastrophe erleiden müssen:

http://www.amnesty.de/nigeria-e... form_block

Seria
25.08.2010 22:05

in russland hat man schon vor 20 Jahren riesige in die taiga gepumpte Ölmengen mit Enzymen erfolgreich bekämpft

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