Initiative für Wiedereinführung der Todesstrafe abgeblasen

25. August 2010, 09:39

Rückzieher der Antragsteller des Volksbegehrens - Initiative soll "still einschlafen"

Bern - Die Initiative für die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz (derStandard.at berichtete) ist zurückgezogen worden. Trotz Publikation im Bundesblatt vom Dienstag brauchen sich weder die Bundeskanzlei in Bern noch die Initiatoren weiter damit zu beschäftigen. Ein Antrag auf Löschung erübrige sich, sagte Bundeskanzlei-Informationschef Hansruedi Moser. "Sie können die Initiative still einschlafen lassen." In diesem Fall läuft die 18-monatige Frist zur Unterschriftensammlung einfach weiter. Nach Fristablauf teilt die Bundeskanzlei in einer Notiz im Staatsanzeiger mit, dass die Initiative nicht in der vorgeschriebenen Frist mit der notwendigen Anzahl Unterschriften eingereicht wurde.

Der Sprecher des Initiativkomitees, Marcel Graf, erklärte, die Initiative sei die einzige Möglichkeit gewesen, sich Gehör zu verschaffen: "Unser Hauptziel war, die Bevölkerung auf die Missstände aufmerksam zu machen." Diese Missstände seien im Schweizer Rechtssystem zu suchen, das auf der Täter- statt auf der Opferseite stehe. Für Hinterbliebene eines Opfers gebe es keine Möglichkeit, sich zu wehren. "Die Politiker müssen das Rechtssystem endlich auf die Seite des Opfers stellen", forderte das Komitee. Der Täter müsse bestraft werden, nicht das Opfer und die Hinterbliebenen.

Nur SVP zeigte Sympathien für die Initiative

Das Begehren hätte die Todesstrafe für Personen gefordert, die "in Kombination mit einer sexuellen Handlung mit einem Kind, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung eine vorsätzliche Tötung oder einen Mord begehen". Von den Parteien zeigte nur die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) Sympathien für die Idee, das Stimmvolk darüber entscheiden zu lassen. (APA)

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Wiesengrund
01
25.8.2010, 18:09

Na prima. Allerdings: Ich könnte mir gewisse Umstände vorstellen, wo eine solche "Initiative" von Erfolg gekrönt sein könnte. Rübe ab ist durchaus populär, da sollte man sich nichts vormachen.

Mormoloc
00
25.8.2010, 17:59
Es sei noch einmal daran erinnert...

http://derstandard.at/128182958... Blutspuren

Brangäne
02
25.8.2010, 16:40
Die CH demokratie überträgt die verantwortung dem volk

und um die abstimmung ging es noch gar nicht - eine intiative braucht erst 100 000 gültige unterschriften, bevor das parlament beschliesst, ob die intiative dem volk zur abstimmung vorgelegt wird. Eine initiative kann formal nicht einfach nicht zur unterschriftensammlung freigegeben werden. Das ist eben demokratie, wo auch (je nach sichtweise) unsinn und bedenkliches erst mal eine chance hat. Was in diesem fall natürlich ethisch/moralisch grenzwertig erscheint, aber formal korrekt ist. Dem wolk so viel verantwortung zuzutrauen, das gibt es nicht oft.

Timagoras
 
64
25.8.2010, 14:32

na also - das war ja so ähnlich zu erwarten.

aber hier im forum wurden wegen dieser komischen initiative "die Schweizer" von einigen postern pauschal als "gruselig" oder "minderwertig" bezeichnet ....

ricko
00
25.8.2010, 15:36
zumindest der beruehmte schweizer humor ist gruselig

Timagoras
 
01
26.8.2010, 00:50

Sie meinen, im gegensatz zum österreichischen?

;o)

byron sully
11
25.8.2010, 14:26

also zum glück doch nur heiße luft und nichts dahinter.

Randalf X.
00
25.8.2010, 14:24
Ich denke eine Abstimmung darüber ist nicht verboten

Wenn sich die Stimmen finden um eine Abstimmung zu machen dann soll sie auch durchgeführt werden. Es ist schließlich das Land der Schweizer und nicht der Menschenrechtskommision oder sonst einer Vereinigung.

Persönlich glaube ich auch nicht daß bei dieser Abstimmung etwas herausgekommen wäre, aber das hat man beim Minarettverbot auch gesagt.

ricko
31
25.8.2010, 15:53
aber es ist die welt der menschen

und ich kann nicht mitansehen, wenn alle einwohner unseres nachbarlandes zu vorsaetzlichen, gesetzeskonformen moerdern werden.

wenn den schweizern ein menschenleben so wenig wert ist das man damit wie mit einer ware auf einer waagschale rechnen und gegenrechnen kann, dann ist das ein gesellschaftliches problem welches uns alle angeht

p c2
11
26.8.2010, 12:57
dann ist das ein gesellschaftliches problem welches uns alle angeht

wenn sie kein schweizer sind und auch nicht dort leben, dann geht sie das ganz klar nichts an.

so einfach ist das

Randalf X.
11
25.8.2010, 16:52
Sie müssen dort nicht leben

Andere Staaten haben auch die Todesstrafe und sie können in Österreich trotzdem gut leben ohne Gefahr zu laufen von diesen vorsätzlichen, gesetzeskonformen Mördern umgebracht zu werden.

Niemand zwingt sie dorthin auszureisen, zu urlauben oder sonst etwas in solchen Ländern zu machen, das sie diesem hohen Risiko aussetzen könnte dort umgebracht zu werden.

Die Türkei hatte auch noch bis vor kurzem die Todesstrafe und wir sind alle vom Urlaub wieder heil zurückgekommen und waren sogar gerne dort. Oder?

ricko
21
25.8.2010, 18:55
"Niemand zwingt sie dorthin auszureisen"

es zwingt mich auch niemand das zu akzeptieren oder so herumzueiern wie sie

encino
273
25.8.2010, 12:46

und wieder eine chance vertan, der welt zu mehr gerechtigkeit zu verhelfen.
das böse siegt immer und überall!

graf wachibald
00
29.8.2010, 13:39

Die Forderung, die Justiz mehr auf die Seite des Opfers stellen, ist berechtigt, wenn man sich manche lächerlichen Urteile für Kapitalverbrechen ansieht. Aber das geht auch ohne Todesstrafe.

galiontariaho
01
25.8.2010, 14:51
ich hoffe für sie..

dass das ein scherz war ;)

Worthülse
04
25.8.2010, 13:53

Wenn eine Gemeinschaft im Sinne einer Gerechtigkeit zu morden beginnt, dann haben wir einen Rückschritt erlebt, der nur mit einem Bildungsdefizit zu erklären wäre

Mormoloc
01
25.8.2010, 13:43
Wieso? Die Initiative wurde doch abgesagt!

Markus Sagmeister
24
25.8.2010, 13:10

Die Entscheidung zurückzuziehen war richtig. Die Todesstrafe ist nicht gerecht. Lebenslang und Sicherungsverwahrung ist völlig ausreichend.

Wenn Sie gegen Mord sind, dann müßten Sie eigentlich
auch gegen die Todesstrafe sein alles andere ist ein Widerspruch.

schlechter Gutmensch
01
25.8.2010, 13:00
staatlicher Mord = Gerechtigkeit?

na bumm.....

ricko
01
25.8.2010, 12:49

und deshalb wirst du selbst dafuer sorgen, wer die gerechten todesstrafen erhalten soll, was?

Peter_23
21
25.8.2010, 12:38
Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wäre die Todestrafe in der Schweiz

vieeeel interessanter gewesen. Vorallem da gäbe es dann für die Henker und Scharfrichter mehr als genug Arbeit.

Brangäne
00
25.8.2010, 16:41
Vorsicht

Den spiitter im auge des anderen sehen und den balken nicht vor dem eigenen kopf

gladio
22
25.8.2010, 12:25
"Der Täter müsse bestraft werden, nicht das Opfer und die Hinterbliebenen"

Was sind hier eigentlich die konkreten Hintergründe? Wie wurde das Opfer bzw. die Hinterbliebenen bestraft?

Ritzi
 
00
25.8.2010, 13:16
Bestraft ist ev. der falsche Begriff

alleingelassen, ignoriert, vera... würde es vermutlich besser treffen.

Mich irritiert es auch ziemlich das den Tätern z.t. mehr Unterstützung zukommt als den Opfern, das Sexualstraftäter bereits wieder auf freiem Fuß sind bevor die Therapie beim Opfer erste wirkliche Erfolge erzielen kann (hier ist Resozialisierung überhaupt ein heikles Thema da gerade diese Täter immer wieder rückfällig werden siehe Jack Unterweger), das Menschen die andere soweit verstümmeln das sie nur noch die Augen bewegen können nach weniger als drei Jahren wieder freigelassen werden...

linuxforeverlinux
40
25.8.2010, 13:51

jack unterweger ist hierbei das schlechteste beispiel: der wurde nie rückfällig, es gab ein todesopfer, aber es konnte kein einziges anderes verbrechen ihm nachgewiesen werden, es gab nur indizien, aber das sind keine "beweise".
außerdem wurde er nie rechtskräftig verurteilt!!!
und die resozialisierug bei ihm ist ja nicht gescheitert, seine damalige psychiaterin hat ihm ein positives attest ausgestellt, dass dieses nur auf druck geschehen ist, muss sie verantworten, sie hätte es ja nicht machen müssen!

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