Vier Hinrichtungen wegen Putschversuchs

24. August 2010, 23:26
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Aus dem Exil in Benin verschleppt

Malabo/Johannesburg - In Äquatorialguinea sind nach Angaben der Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International vier Menschen wegen ihrer Beteiligung an einem Putschversuch hingerichtet worden. Die größte Oppositionspartei des Landes sprach von einer "politischen Hinrichtung". Amnesty International erklärte, die vier früheren Militär- und Regierungsmitarbeiter seien aus Benin entführt und dann in ein notorisches Foltergefängnis gebracht worden, bis sie "gestanden" hätten. Die Regierung in Malabo erklärte, es habe einen "fairen" Prozess gegeben. Die Verurteilten seien des Hochverrats schuldig gesprochen worden.

Der diktatorisch regierende Präsident Teodoro Obiang Nguema hat schon einige Putschversuche überstanden. Obiang hatte 1979 durch einen blutigen Putsch gegen seinen Onkel Francisco Macias Nguema die Macht in der 1968 unabhängig gewordenen spanischen Ex-Kolonie ergriffen. Sein Regime wird zu den grausamsten Diktaturen in Afrika gezählt. Äquatorialguinea hatte in den vergangenen Jahren infolge der Entdeckung von Erdölvorkommen stark an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Das Land gehört jetzt zu den wichtigsten Ölproduzenten in Afrika.

Äquatorialguinea ist 28.051 qkm groß, hat rund 600.000 Einwohner und besteht aus dem zwischen Kamerun und Gabun gelegenen Festlandgebiet Mbini (26.017 qkm) und den Inseln Bioko (vormals Fernando Poo) und Pagalu (Annobon). Unter dem Terrorregime des ersten Präsidenten Francisco Macias Nguema wurden schätzungsweise 80.000 Menschen umgebracht. Etwa ein Drittel der Bevölkerung floh in die Nachbarländer oder nach Spanien. Der Machtapparat blieb vollständig unter Kontrolle der Nguema-Sippe. (APA/apn)

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