Zwei Kilogramm Uran beschlagnahmt

24. August 2010, 20:48
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Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen gegen Schmuggler - Bande von Ex-Polizisten und ehemaligen Mitarbeitern des Innenministeriums

Chisinau/Moskau - Zwei Kilogramm gestohlenes Uran-238 hat die moldauische Polizei beschlagnahmt. Das radioaktive Material, das zum Bau einer sogenannten schmutzigen Bombe verwendet werden kann, sei in einer Box in einer Garage in der Hauptstadt Chisinau entdeckt worden. Das teilten die Behörden der ehemaligen Sowjetrepublik am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Woher das Uran stammt, soll nun eine Untersuchung in Deutschland klären.

Schmuggler, darunter offenbar auch frühere Beamte des Innenministeriums, wollten das Uran offenbar für rund neun Millionen Euro in Europa verkaufen. Mindestens drei Mitglieder einer siebenköpfigen Bande, darunter ehemalige Polizisten, seien festgenommen worden. Bei verdeckten Ermittlungen, die sich über Monate hinzogen, hatten die moldauischen Behörden über einen Mittelsmann zunächst ein Gramm des Materials gekauft und in den USA analysieren lassen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um das nicht spaltbare Uran-238 handelt.

Bei der Festnahme hätten die Beamten auch eine Pistole, eine Granate und Munition für Schnellfeuergewehre beschlagnahmt, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Die Polizei war im Juni auf die Gruppe aufmerksam geworden, als diese nach einem Weg suchte, das Material zu verkaufen. Experten haben wiederholt vor der Gefahr des Schmuggels radioaktiven Materials aus der ehemaligen Sowjetunion gewarnt. Mit dem Material lassen sich zwar keine Atomwaffen bauen, wohl aber radioaktiv verseuchte "schmutzige Bomben" mit herkömmlichen Sprengstoffen. Befürchtet wird, dass Terroristen mit solchen Bomben Anschläge verüben könnten. (APA/dpa)

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