Russen kaufen Klausner

24. August 2010, 19:54
posten

Der Verkaufserlös wird zur Tilgung von Schulden verwendet

Wien - Die finanziell angeschlagene Tiroler Holzgruppe Klausner hat zwei ihrer zuletzt vier deutschen Werke an den russischen Konkurrenten Ilim Timber verkauft. Betroffen sind die Werke in Wismar (360 Mitarbeiter) und im bayerischen Landsberg (170 Mitarbeiter) mit einer Kapazität von jeweils knapp zwei Millionen Kubikmeter Schnittholz pro Jahr. Die Werke in Thüringen und Sachsen bleiben bei der Gruppe.

Der Verkaufserlös - kolportiert werden in Summe 120 Mio. Euro - wird "zur Restrukturierung und zur Tilgung der aushaftenden Finanzverbindlichkeiten verwendet", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. In Folge der Immobilienkrise in den USA, Spanien und Griechenland sank der weltweite Holzverbrauch um 40 Prozent. Da Klausner stark Richtung USA exportierte, sei man vom Einbruch auf den Immobilienmärkten auch erheblich betroffen gewesen, so die Begründung des Unternehmens. Dem Vernehmen nach hat die Gruppe des Tiroler Unternehmers Fritz Klausner Schulden in Höhe von 450 Mio. Euro angehäuft. Ohne der noch aushaftenden Anleihen sollen es 300 Mio. Euro sein.

Bereits im Frühjahr wurde das Werk in Adelebsen (bei Göttingen) geschlossen. Die dortigen Maschinen und Anlagen hat der schwedische Forstkonzern Södra gekauft. Die Anlagen werden in Schweden wieder aufgebaut.

Die zum größten russischen Zellstoff- und Papierproduzenten Ilim Group gehörende Ilim Timber will mit der Übernahme der beiden Klausner-Werke ihre Position in Europa ausbauen und "potenziell" auch ihr Engagement in den USA verstärken. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.8.2010)

Share if you care.