Auch Rio Tinto könnte nach Potashs Kali greifen

24. August 2010, 19:49
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Kanadischer Düngemittel-Spezialist heiß begehrt: Nach BHP Billiton zeigt auch der britisch-australische Minenkonzern Interesse

Wien - Die Übernahmeschlacht um den kanadischen Düngemittelspezialisten Potash ist um einen Namen reicher: Rio Tinto. Die kanadische Zeitung Globe and Mail berichtet, der britisch-australische Minenkonzern hätte Interesse. Eine offizielle Bestätigung von Rio Pinto gibt es noch nicht.

Potash ist mit einem Marktanteil von zwanzig Prozent der weltweit größte Kali- und Düngemittelproduzent. Doch für eine erfolgreiche Übernahme müsste Rio Tinto das 39 Milliarden schwere Angebot der BHP Billiton übertrumpfen. BHPs größtes As im Ärmel sind die angesparten Kapitalreserven. Vor zwei Jahren bereitete sich BHP bereits auf eine große Übernahme vor. Man kündigte an, den jetzigen Kontrahenten im Bieterkampf Rio Tinto übernehmen zu wollen. BHP scheiterte und konnte bis heute kein größeres Unternehmen erwerben. Der Konzern ist daher übernahmehungrig und hat zudem volle Kassen.

Rio Tinto hingegen fehlt es an Geld. 2007 übernahm man die kanadische Alcan Inc. Die Akquisition brachte zwar die Führung in der Aluminiumbranche, ließ den Konzern aber mit knapp 40 Mrd. Dollar Schulden zurück. Genau das entfacht die Übernahmephantasien. Brancheninsider spekulieren, dass Rio Tinto gemeinsam mit einem chinesischen Unternehmen ein Angebot legen will. Der chinesische Staatskonzern Sinochem wird bereits seit Tagen als potentieller Bieter genannt. Der größte Düngermittelhersteller des Landes will sich auch in Zukunft den Zugang zum nötigen Rohstoff Kali sichern. Doch sollte Rio Tinto tatsächlich mit einem chinesischen Kapitalgeber kooperieren, könnte man auch die China Aluminium Corporation wählen, die der größte Aktionär von Rio Tinto ist. Eine rein chinesische Akquisition würde voraussichtlich auf Widerstand in der kanadischen Regierung stoßen, weshalb eine Kooperation wahrscheinlicher ist.

Auch der brasilianische Vale-Konzern galt als potenzieller Käufer, zog sich gestern jedoch zurück. Während dieser Übernahmepoker erst in Gang kommt, zeichnet sich beim Kampf um den australische Weizenexporteur AWB das Ende ab. AWB bestätigte gestern formell, das 1,1 Mrd. Dollar schwere Übernahmeangebot vom kanadischen Düngemittelproduzent Agrium angenommen zu haben (pej, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.8.2010)

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