Wenn Muslime "von außen" erkennbar sein wollen

24. August 2010, 18:35

Ob Islamische Gotteshäuser im Stil des 16. Jahrhunderts gebaut sein müssen, darüber wird man mit den Muslimen diskutieren

Was die FPÖ und der deutsche SPD-Politiker Thilo Sarrazin über die Muslime in Europa sagen, ist inhaltlich weitgehend ident: Die Einwanderung der Muslime (in Österreich und Deutschland hauptsächlich Türken) war ein Fehler, sie leisten keinen nennenswerten volkswirtschaftlichen Beitrag, weil sie auch in der dritten Generation keinen sozialen Aufstieg vorweisen können, sie halten an ihrer orientalischen Kultur fest, die mit modernen westlichen Wertmaßstäben insbesondere in der Frauenbehandlung nicht vereinbar ist, sie sind zu viele, weil sie eine höhere Geburtenrate haben. "Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch oder Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird" (Sarrazin in seinem neuen Buch "Deutschland schafft sich ab", DVA, aus dem Der Spiegel jetzt Auszüge druckt).

Der Unterschied besteht in den "Lösungs"-Ansätzen: Sarrazin will einen demokratisch legitimierten Assimilationsprozess in Gang setzen, die Strache-FPÖ will die Muslime teilentrechten, letztlich wohl entfernen.

Das ganze Leben umfassen

Ohne sich darauf einzulassen, kann man doch als gesichert festhalten, dass der jetzige Islam auch in seiner europäischen Ausprägung den Anspruch stellt, das ganze Leben der Gläubigen zu umfassen und damit auch zu regeln und dass ein nicht geringer Anteil der europäischen Muslime sich dem auch unterwirft. Davon kann im "christlichen" Europa keine Rede mehr sein. Die Religion spielt nicht (mehr) diese dominante Rolle und diese Errungenschaft sollte Europa im Zweifel verteidigen.

Der Anspruch der europäischen Muslime, ihre Religion - und den damit verbundenen Lebensentwurf - offen und selbstbewusst zu leben, wird aber eher stärker als schwächer. In Österreich ist das jüngste Beispiel dafür das Interview des scheidenden Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, in dem forderte, es müsse in jeder Landeshauptstadt eine "nach außen erkennbare" Moschee geben, "mit Kuppel und Minarett".

Alter orientalischer Stil

Schakfeh besteht also von der äußeren Form auf einem Modell des Islam aus dem 16.Jahrhundert. Denn die sofort erkennbare äußere Form der Moscheen hat zu dieser Zeit ihre Letztform gefunden (Minarette gibt es schon im 7. Jahrhundert). Es muss nicht unbedingt ein bauästhetischer Nebenaspekt sein, wenn ein Muslim auf dieser Form aus der Zeit der größten Machtausdehnung des Islam (unter den Osmanen) besteht. Obwohl es in Europa einige moderne Moscheen gibt, ist doch die Mehrzahl der Großneubauten (etwa in Köln) im alten orientalischen Stil gehalten. Sie sind so triumphalistisch wie es die barocken Großkirchen in Österreich (nach dem Sieg über die Türken) waren. Heutige christliche Kirchen in Europa sind meist nicht mehr triumphalistisch.

Dass die 500.000 Muslime in Österreich (davon vielleicht die Hälfte Staatsbürger), ein Recht auf Religionsausübung haben, ist unbestreitbar. Ob ihre Gotteshäuser im Stil des 16. Jahrhunderts gebaut sein müssen, darüber wird man mit ihnen diskutieren. Die größere Frage ist aber, ob die Muslime in Österreich und Europa längerfristig eine doch ziemlich abgegrenzte, "nach außen erkennbare" Groß-Minderheit bleiben wollen und sollen.(DER STANDARD Printausgabe, 25.8.2010)

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kapitän nemo
00
27.8.2010, 06:57
das integrationsproblem ist sicher nicht am baustil fest zu machen

natürlich ist es heutzutage wichtig dass jedes neue bauprojekt eine bauordnung unterworfen ist, die regelt dass das ding keine negative auswirkung auf nachbarn, umwelt und stadtbild hat.
man kann natürlich an der bauordung vieles im detail kritisieren, wie bei anderen gesetzen auch.
aber prinzipiell ist es gewiss sinnvoll dass es hier regeln gibt.
diese regeln müssen für alle gleich gelten, unabhängig von welcher religionsgemeinschaft ein gebäude benutzt wird, und ohne ideologische beurteilung bezüglich de verwendungszwecks.
dasverstärkte auftauchen von moscheen ist nicht die ursache ,sondern bloß ein symptom der islamisierung unserer gesellschaft.
sprechen wir bitte die ursache an, und nicht das symptom, wenn uns etwas nicht passt

welcome in vienna
10
26.8.2010, 21:19
nicht jammern!!!

lernt von faymann und NÖM!

wann endlich macht die kirche werbung auf türkisch?

mit türkischsprachigem gottesdienst

in deutschland, ösiland, und im rest des christlichen europas...

he leute! hier dürft ihr das!

nicht jammern über verfolgung in islamischen ländern!

wozu wollt ihr dorthin missionieren gehn?

die kommen doch eh freiwillig in euer land!

singt mit ihnen ein fröhliches kumbajah, natürlich auf türkisch!!!

dann haben wir nicht nur unsere pensionszahler sondern auch unsere kirchen werden wieder voller!!

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
 
02
26.8.2010, 16:22
Bin positiv überrascht!

Das erste Mal ein richtig guter Artikel von Hans Rauscher!

Erich_1
01
27.8.2010, 14:50

Wahrscheinlich hat er einen Ghostwriter.

Mstr.'.Ito.'.
32
25.8.2010, 19:45

Wie Gebäude in Österreich auszusehen haben, ist sicher nicht Angelegenheit der Journaillie sondern der Baubehörden. Diese unterstehen gewählten Instanzen. Ist der Austromoslem-Anteil groß genug, werden sich die Bauordnungen entsprechend anpassen. Wollen sie das verhindern, sollten sie das Mutterkreuz wieder einführen oder wahlweise mal endlich auf familienfreundliche Politik insistieren.
Der Rest ist eine Identifikationsfrage, denn selbst säkulare Muslime behalten dennoch ihren kulturellen Hintergrund. Durch unsere sozialen Strukturen sind wir islamischen Strukturen demographisch unterlegen. Daher muss unweigerlich etwas Neues entstehen. Wer Angst hat, sollte mehr Nachkommen zeugen. Ich glaube ich werde in der Rente Arabisch lernen.

Yukterez.Ist.Org
 
12
25.8.2010, 19:33

Wozu sollte man die Schandtaten der Katholiken gutheissen, nur um dadurch den Islam zu rechtfertigen ? Ich würde für die Rechte von keinem dieser beiden Parteien kämpfen, sie gehören beide ins Mittelalter und in die Steinzeit.

Nik M
01
25.8.2010, 19:28
Patentloesung zur Integration

jeder Auslaender, der im Integrationstest durchfaellt (zu rueckstaendig, schlechtes Deutsch, zu wenig angestammte, echte oesterreichische Freunde), muss ein Freund vom Herrn Rauscher werden und seine Wochenenden mit ihm verbringen.

Interrupt
01
25.8.2010, 18:31
Die größte Frage ist eben NICHT "ob die Muslime in Österreich und Europa längerfristig eine doch ziemlich abgegrenzte, "nach außen erkennbare" Groß-Minderheit bleiben wollen und sollen?"

sondern viel mehr WARUM sie die ein richtung oder andere einschlagen. die diskussion über das ergebnis mag zwar sportlich sein, ist jedoch sinnlos, wenn man das ergebnis beeinflussen will.

robinsons freitag
010
25.8.2010, 18:23
@ encino weiter unten:

Keine Ahnung was Sie über die Christenheit schreiben wollten, bzw. vom Standard wegzensuriert bekamen.

Aber Hohn und Sarkasmus zu äußern über die katholische Kirche, bzw. die Christenheit ganz allgemein, ist seit Beginn der klassischen Moderne ungefähr um 1900 absolut risiko- und fantasielos-fader Mainstream.

Zwar fühlen sich (zum Glück für unkreative Pseudoprovokanten) regelmäßig ein halbes Dutzend Muaterl und Profiempörer aus Gewohnheit provoziert.
Doch abgesehen davon, dass dies sowieso niemanden kratzt, haben antichristliche Sarkasmen heute mit physischer Gefahr, intellektueller Avantgarde oder ernsthaften Karriererisiken längst nichts mehr zu tun.
Wer also diese uralt Schiene fährt, hat intellektuell abgedankt (oder war nie da).

Menschen gegen Menschen
11
25.8.2010, 18:13

Religion ist Privatsache. Wir leben im Europa des 21.Jahrhunderts und nicht im Mittelalter. Ich will weder von Christen noch von Muslimen mit ihrer Religion belästigt werden. Sie sollen es für sich behalten. In den eigenen vier Wänden.

Ist es so schwer für die liberale europäische Gesellschaft, das der nicht liberalen muslimischen Gesellschaft einfach klar zu sagen?

geheuerliches getümchen
00
25.8.2010, 17:44
"Heutige christliche Kirchen in Europa sind meist nicht mehr triumphalistisch."

Ja es ist wahr, wir haben uns unter "Kirche" an eher charakterlose Betonhallen gewöhnt. Meist aus Mangel an Geld und Wichtigkeit. Wenn diese vorhanden waren, enstanden mal pompöse, mal schöne und besinnliche Bauten.

Ich erkenne jedenfalls keinen eindeutigen Trend zur Bescheidenheit, und freilich strahlen die top in Schuss gehaltenen Bauten der dominanten Konfession Österreichs gar keinen alleinigen Anspruch auf die Macht und die Herrlichkeit aus. Von welchem Planeten lässt uns RAU diesen Artikel den zukommen?!

Und was mir fehlt: was würde dieser ausgewiesene Architekturhistoriker Protestanten, was würde er Juden erlauben, zu errichten?

Ab in die Krone mit diesem rassistischen Stuss, weil nichts anderes ist es!

Wastl Steinbeisser
02
25.8.2010, 17:42
das Wandern ist des Türken Lust?

bin viel auf unseren Bergen unterwegs und treffe dabei alle Nationen. Aber Türken? Verbietet der Islam das Bergwandern oder Mountainbiken? Wieviele Türken sind Mitglied beim Alpenverein? Nicht wichtig -aber doch auch ein Zeichen der Abschottung!

King Of Wörschtlständ
00
28.8.2010, 00:47
Kara Toprak!

Kara Toprak hab ich gespielt mit Saz. Auf die Müzikständl. Erstens heisst das Musikantenstadl und nicht Ständl, hat der blade Franz unserm Murat, dem Dönerking mit dem Nachbarständl erklärt. Und was ist Kara Toprak? Am Musikantenstadl spielt man una paloma blanca! hat er noch gesagt.
Halk Müzik von Türkei hat der Murat gesagt, hab geglaubt passt gut zu die Müzikstandel!
Da bist am Holzweg, hat der blade Franz gesagt, sowas wollen die Leut nicht hören. Sie wollen moderne Musik hören, weisse Rose in Athen, aber keine alte Volksmusik!
Muss noch mehr besser integrieren, hat der Murat gesagt, spiel nächste Mal Tarkan mit Playback.
Der Murat ist nicht nur der Dönerking sondern auch ein echter Asik! hat uns der Franz erklärt. Äh? Ham wir gesagt.

brand
00
26.8.2010, 15:41

Vielleicht interessiert Türken das Wandern einfach nicht. Na und?

milizia fatale
00
26.8.2010, 12:45

die gipfelkreuze wirken abweisend. zuerst müssen diese abgenommen werden.

d_parker
01
25.8.2010, 17:35
Wenn hinter einer Moschee z.B. ein wahhabitischer Moscheeverein steht, kein Wunder, dass prinzipiell auf "triumphalistischem" Baustil beharrt wird...

Da gibt es durchaus die Tendenz davon zu träumen, al-Andalus wieder aufleben zu lassen, im Idealfall überhaupt ein weltweites Kalifat zu errichten : (((

Eine Überlegung warum der Grundsatz der Reziprozität sehr wohl eine Rolle spielen könnte:

"Dem größten Dachverband, der DITIB, gehören fast 900 Moscheevereine an. Die DITIB ihrerseits ist formal ein eingetragener Verein, der dem deutschen Vereinrecht unterliegt, faktisch aber der verlängerte Arm des türkischen “Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten” in Ankara, also eine türkische Regierungsbehörde."

http://www.achgut.com/dadgdx/in... _pro_quo1/

http://de.wikipedia.org/wiki/Mosc... 6sterreich

pisces
00
25.8.2010, 21:12
Die ATIB...

... setzt nach eigenen Angaben sich für Toleranz und Freundschaft ein und wendet sich gegen Isolation und Diskriminierung. Angesichts der Vorgeschichte des Verbandes und der weiter bestehenden nationalistischen Charakters der Organisation kann dies in Zweifel gezogen werden.
Bei den Imamen der von der ATIB betriebenen Moscheen handelt es sich teilweise um Religionsbeamte der türkischen Anstalt für religiöse Angelegenheiten, deren Gehalt zum Teil vom türkischen Staat, zum Teil von der Organisation bezahlt wird. (aus: Wikipedia)

- rau -
00
26.8.2010, 12:15
DITIB und ATIB unterstehen komplett der

türkischen Religionsbehörde, somit dem türkischen Staat.

pisces
00
25.8.2010, 21:08
ATIB heißt der "Verein" in Österreich...

...und baut fleißig "Kulturzentren". Protesten der Anrainer wird "argumentativ" mit der Faschismuskeule begegnet (von SPÖ, Grünen usw.).

flotter denker
05
25.8.2010, 16:45
Was ist denn Ihr Loesungsansatz, Hr. Rauscher?

Schoene Frage gestellt. Und die Antwort?
Dass die Muslime besser keine abgegrenzte Minderheit sein sollten, ist ja leicht zu beantworten. Aber wie bringt man sie dazu?

Nik M
00
25.8.2010, 17:58

Jeder Einwanderer sollte eine Liste von seinen Freunden zusammenstellen und ihnen vorlegen. Sie schaun dann, ob genug deutsch klingende Namen auf der Liste stehen. Wenn nicht, muessen die Einwanderer ihre Freunde werden und 10 Samstage in Folge mit ihnen zusammen typisch oesterreichische Aktivitaeten machen: Schnitzerl essen zu Mittag, ins Schweizerhaus am Abend auf eine Stelze und mindestens 10 Kruegerl, dann nach Haus und der Frau eine auflegen.

Dann waeren sicher alle schnell integriert.

plejaden
19
25.8.2010, 16:09
REchtsverständnis

Würde HC STR. heute behaupten, er wäre vom Erzengel Michael dazu beauftragt, denn wahren Glauben zu verkünden und solche die nicht an ihn HC glauben, die Ungläubigen, beginnen mit dem Schwert zu verfolgen ("So steht d. Sonne lieblich auf den heim. Almen und ihr Feuer erleuchtet HC immerfort")... und behaupten HC Wähler dürften sich ab nun nicht mehr mit Nicht HC Wählern vermischen, alle Österreicher sind automatisch HC Wähler... bei Nichtbefolgung Tod durch Schwert, usf. Ich glaube HC würde große Probleme bekommen und alle HC Gläubigen und solche die HCS Prophezeiungen privat zu hause herumliegen haben, zum Studium. HC würde berechtigterweise, im Falle, daß er das ernst meint, im Gefängnis landen. Gerechtigkeit für alle.

encino
00
25.8.2010, 16:14

nö, ist nur eine sache, wie er es verkauft.

Räudiger Straßenköter
121
25.8.2010, 15:50
Wahlkampfmitarbeiter

Das Ziel der FPÖ ist es, mit Fragen der Migration und des Islam in Verbindung gebracht zu werden. Genau so wie das hier zu lesen ist. Herbert Kickl, der schon oft die Themen dieser Kolumne vorgegeben hat, sollte sich endlich einmal öffentlich bei Rauscher für dessen idealistische Mitarbeit im FPÖ-Wahlkampf bedanken.

encino
171
25.8.2010, 15:15

liebe zensur, warum erlaubst du hier hetzerische äußerungen gegenüber dem islam, aber wenn man ein wenig sarkastisch gegenüber der katholischen kirche bzw der christenheit im allgemeinen wird, werden die posts einfach nicht veröffentlich.
das steht einer liberalen zeitung nicht gut zu gesicht!

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