Wo der Jazz noch schmerzt

24. August 2010, 17:33
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Auf dem Programm: Hybridformen, die ebenso enge wie überholte Genregrenzen sprengen

31 Konzerte, die - vorwiegend - nicht nach dem Geschmack einer altväterisch-konservativen Jazzpolizei sein sollten, stehen ab Donnerstag beim 31. Jazzfestival Saalfelden an. Freunde diverser Hybridformen, die ebenso enge wie überholte Genregrenzen sprengen, dürften das Programm aber goutieren, wobei schon auch Traditionalisten bedient werden - etwa mit dem Norweger Terje Rypdal.

Moderne "Klassiker" sind weiters die wiedervereinigten Jazz Passengers rund um den Saxofonisten Roy Nathanson. Danach folgt am Donnerstag im Nexus ein Höhepunkt für furcht- und schmerzlose Ohrwascheltester: Zu aus Italien gehören zu jenen brachialen Lärmterroristen, die das unwegsame Terrain zwischen Postpunk, Metal und Hardcorefreejazz bearbeiten. Gefangene macht das Trio des Saxofonisten Luca Mai dabei ebenso wenig wie die Combo seines schwedischen Kollegen und oftmaligen Kollaborateurs Mats Gustafsson. The Thing XXX heißt diese, der Saxofonist experimentiert zusammen mit Musikern aus Norwegen, den Niederlanden und den USA. Das Ding aus einer anderen Klangwelt sei hier wärmstens empfohlen, für Empfindliche könnten Ohropax Sinn machen.

Von Punkrock-Attitüde ist auch das britische Quintett Led Bib inspiriert, weitere Höhepunkte versprechen der heimische Improvisateur Franz Hautzinger (mit dem Programm Third Eye) oder der New Yorker Downtown-Tausendsassa Marc Ribot. (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 25. 8. 2010)


>> Jazzfestival Saalfelden, 06582/706 60. 26.-29. 8.

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