"Es soll so bleiben wie es ist"

24. August 2010, 17:16

GÖD-Chef Neugebauer: "Der Kanzler ist kein Kanzler, sondern ein nervöser Parteichef"

Wien - Der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer (ÖVP) will bei den Lehrern nichts ändern. Das derzeitige Mischsystem mit Bundeslehrern und Landeslehrern, die zwar von den Ländern angestellt, aber vom Bund bezahlt werden, hat sich nach Ansicht des Zweiten Nationalratspräsidenten bewährt. "Ich sehe keine Notwendigkeit, die derzeitige Regelung in Frage zu stellen. Das System funktioniert. Es soll so bleiben, wie es ist", sagt Neugebauer, selbst Lehrer von Beruf, in der Mittwoch-Ausgabe des "Kurier".

Dass der Bund die Pflichtschullehrer zahlt, die Länder diese aber einstellen, ist für den Chef der Beamtengewerkschafter nicht ungewöhnlich: "Das ist immer so. Der Bund hebt Steuern ein und gibt Geld weiter." Es gebe zwar berechtigte Argumente dafür, etwa alle Lehrer den Ländern zu geben. "Linz ist einer oberösterreichischen Schule näher als Wien". Noch habe ihm aber keiner vorgerechnet, was sich der Staat erspart, wenn alle Lehrer zum Bund oder zu den Ländern kommen.

Heftige Kritik an Faymann

Heftige Kritik übt Neugebauer in diesem Zusammenhang an Bundeskanzler Werner Faymann, der gefordert hatte, dass Lehrer ein paar Stunden länger arbeiten könnten. "Der Kanzler ist kein Kanzler, sondern ein nervöser Parteichef, der ununterbrochen irgendwelche Einzelvorschläge hinausbläst, die Neidkomplexe schüren und in der Sache nichts bringen."

Auch in der Steuerdebatte sind die Vorschläge der SPÖ für eine Reichensteuer für Neugebauer "überflüssig wie ein Kropf". Aber auch die Forderung seines Parteifreundes Karl-Heinz Kopf, die Verfassung in Sachen Budget zu ändern, kritisiert der Zweite Nationalratspräsident. Der ÖVP-Klubobmann möchte spezielle Situationen anführen, in denen eine verspätete Budgetvorlage erlaubt ist. Neugebauer lehnt das ab: "Man kann nicht alle Eventualitäten im Vorhinein definieren." Kein Problem hat Neugebauer hingegen damit, dass die Regierung das Budget erst im Dezember dem Hohen Haus vorlegt, obwohl dies laut Verfassung bereits Mitte Oktober geschehen müsste. Es sei sichergestellt, dass die Parlamentarier für Beratungen so viel Zeit wie sonst zur Verfügung haben." Es sei sogar "klug", mit dem Budget zu warten, bis die Wahlen in Wien und in der Steiermark vorbei sind: "Sonst betonieren sich nur alle Seiten ein, sobald ein Vorschlag auf den Tisch kommt." (red/APA)

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hoffentich ist der Beton, den Neugebauer angerührt hat, auch ordentlich bewehrt, denn sonst ziehen die inkompetenten regierungs- und bildungsministeriums*ffen die große katastrophe, den großen sprung ins 19. jh. im bildungssystem wirklich durch.

frei nach dem motto: zurück auf die bäume!

da hat neugebauer recht: wenn es nur annähernd so bleibt, wie es ist, dann ist es schon gut im vergleich zu dem, was droht!

Mich

freut es immer wieder wenn Lehrer sofort einen Staatsnotstand ausrufen wenn sie nur eine Minute länger arbeiten müssen. /ironie end
Nach dem Stand der Bildung und dem Abschneiden bei den PISA Tests müssten die Lehrer Jahrelang gratis arbeiten um diesen Mist wieder zu korigieren.

im Prinzip eine ideale Position für Faymann:

Neugebauer hat ihn maximal angepatzt ("der Kanzler ist kein Kanzler") und damit de facto sein Pulver verschossen. Ein eventueller Streik der Lehrer hätte nie den gleichen Effekt wie ein Streik von Busfahrern, Fluglotsen, Verkäufern, oä (deren Leistungen kurzfristig benötigt werden). Damit kann man nicht drohen. Das hält die Regierung länger durch als die Lehrer

Wenn Faymann gute Berater hat schaltet er jetzt auf hart und setzt das durch. Dann ist er danach der Hero.

Man darf gespannt sein

wenn die lehrer auch nur eine woche streiken, merkt man sehr wohl die auswirkungen!!!

Sie werden schon sehen!

Denn Unterricht ist nicht nur Lehren, sondern auch Erziehen, Beaufsichtigen usw. - alles Dinge, die heute nur mehr die wenigsten Elternpaare in Eigenregie bewerkstelligen können.

wenn die lehrer auch nur eine woche streiken, merkt man sehr wohl die auswirkungen!!!

Lassen sie mal gedanklich die Kinderpädagoginen streiken !- DA IST WIRKLICH FEUER AM DACH ! Unserer Gesellschaft

Wir haben Gewerkschaften

damit alles so bleibt wie es ist?
Wir verbieten einfach der Zeit zu fliessen. Oder?

p.s. es ist zermürbend, WIR können diese Betonfraktion nicht einmal aus dem Amt jagen. WIR zahlen und zahlen und müssen uns die haare-sträubenden Ergüsse der neuronal völlig Unterversorgten täglich anhören. Hiiiilllfeeee!

Die Wahl der Überschrift obliegt der Redaktion.

Inhaltlich tut sich wesentlich mehr:

1. Ich finde auch, dass Faymann nicht einmal mehr w i e an Kanzler agiert (als Kanzler hat er das ohnehin nie zusammengebracht).

2. Die "Blitzlichter" anstelle eines Sanierungskonzepts halte ich wie Neugebauer für ein Zeichen der Kapitulation.

3. Dass man für jede politisch opportune Entscheidung die Verfassung ändern möchte, halte ich -- wie Neugebauer -- für falsch.

4. Eine Neuregelung der Lehrer-Kompetenzen ist sicherlich sinnvoll. Da widerspreche ich Neugebauer. Dann muss man sich allerdings auch auf ein Konzept festlegen und nicht auf Unbeteiligte hinhauen, wenn die Sache doch keine "g'mahte Wiesen" wird.

3. Dass man für jede politisch opportune Entscheidung die Verfassung ändern möchte, halte ich -- wie Neugebauer -- für falsch.

Da sind Sie , mit verlaub eine Ausnahme im angestammten Lehrersystem..
Der Vorteil der LehrerInnen im "Kampf" um ihre, jetzt infrage gestellten Privilegien und Arbeitszeiten.:
Faktische Unkündbarkeit der "Altlehrer" (viele nicht mehr eingliederbar in ein Gesamtschulkonzept, oder sonst wohin )
Genug Zeit zum "Kampf" für Ihre Interessen. Hochgebildet ! (aber kaum selbstreflektiv...!!)

Was hat die Verfassung mit dem Lehrer-Dienstrecht zu tun?

Ein lebenslanger Vertrag ist eben ein solcher. Dass der nicht einfach aufgelöst werden kann, weil man sich einredet, dass so plötzlich alles billiger wird, muss uns schon klar sein, wenn wir die allereinfachsten Rechtsgrundsätze beibehalten wollen.

Übrigens bestreite ich, dass die "Altlehrer" ein Problem darstellen. Die Pragmatisierten unter ihnen kommen vergleichsweise billig, da keine Dienstgeberanteile zur Sozialversicherung für sie anfallen. Das mit der Pragmatisierung verbundene Disziplinarrecht ist auch kein Nachteil für den Staat.

Der Versetzungsschutz, den Sie ansprechen, ist nicht mit der Pragmatisierung verbunden und kann sehr leicht unwirksam gemacht werden -- indem man die Dienststelle auflöst und neu bildet.

Es soll so bleiben wie es ist ...

und Neugebauer selbst soll bitte bleiben wo der Pfeffer wächst (nicht dass sie ihn dort brauchn tätn)

Irritiert mich schon etwas, dass...

Herr Neugebauer von Beruf zwar Lehrer ist, aber seine Standpunkte über die Jahre hinweg nicht schlüssig zu vermitteln vermag!

Es ist nur eine Frage der Zeit,

bis sich diese Schleimspur hinterlassende SPÖ spaltet und die Wähler eine echte Alternative erhalten...

Und was mich besonders ärgert:

Die Faymannsche SPÖ macht keinen Fehler!
Die sind wirklich so!

Er ist unter die Komiker gegangen!

Der Dicke spricht von "Einbetonieren"!

Neugebauer

Einer aus unseren unfähigen Eliten, die uns langsam aber sicher zugrunde richten.

"Es soll so bleiben, wie es ist"

Auch ein Programm.

"Sonst betonieren sich nur alle Seiten ein, sobald ein Vorschlag auf den Tisch kommt". Ja, was passiert denn sonst die ganze Zeit, und das schon seit Jahren. Gebetsmühlenartig hört man von der großen Verwaltungsreform, und wieviele Milliarden diese an Einsparungen bringen könnte. Sobald aber Vorschläge auf den Tisch kommen - ob bei der Gesundheit, Lehrern, ÖBB oder was auch immer -, kommt ein kategorisches Njet, speziell von den Ländern oder Interessenvertretungen. Gerade der Herr Neugebauer hat sich hier ja schon besonders hervorgetan. Man hat das Gefühl, dass in diesem Land überhaupt keine Strukturreformen mehr möglich sind. Also wurschteln wir uns halt ewig weiter auf Basis der Theresianischen Kanzleiordnung....

Wenn man zusammenrechnet, was Neugebauer mit seinen

ungenierten und eigensinnigen Betonierereien die Republik schon gekostet hat, dann dürfte mit der Schadenssumme das Budgedefizit einigemale sanierbar sein...

Klingt zwar plakativ, aber es wäre anzuraten, das M-Unterstufenbuch zur Hand zu nehmen und das Kapitel zu den Größenverhältnissen noch einmal durchzustudieren.

Alles Bestens

zahlt ja doch alles der Steuerzahler, und wenn es nicht reicht, streichen wir halt "die Sozialleistungen".

Ein Sargnagel nach dem anderen aus der ÖVP, viel fehlt nicht mehr und wir können uns von unserem ehemals angesehenen und auch halbwegs sozialem Staat endgültig verabschieden.

Und was macht die SPÖ? Einen Fehler nach dem anderen - unverzeihliche Fehler - sie wird als Totengräber angesehen werden - nicht zu unrecht, weil sie das alles zulässt.

Solange in der ÖVP der Erbhof so weitergereicht wird wie in den letzten 20 Jahren, alles so bleibt wie es ist/war, sind sie kein koalitionsfähiger Partner, aber schon gar keine Partei für eine Alleinregierung.

Die Zeiten haben sich geändert, die elende Politik/er bleibt wie sie ist?

Ein Sargnagel nach dem anderen aus der ÖVP, viel fehlt nicht mehr und wir können uns von unserem ehemals angesehenen und auch halbwegs sozialem Staat endgültig verabschieden.

Fragt sich nur wer aus der Bevölkerung wählt diese rückwärtsgewandten Betonköpfe von der ÖVP ? Bei vielen in Österreich ist halt die Demokratie noch nicht
wirklich angekommen.
Ob das auch mit Bildung zu tun hat ?
Klar. Darum ist ja die ÖVP gegen möglichst gute Bildung für Alle... Eine Schande

Es hat auch mit

Bildung zu tun, aber nicht nur.
Zu viele Einflussgrössen sind es - Fehlinformationen, Manipulationen, Beeinflussungen, unsere Medienlandschaft (vor allem ORF/Reichweite) trägt viel dazu bei.
Solange Links, Rechts, Linksaussen, Rechtsaussen, ein Wahlplakat, Ausländerthemen u.ä. Priorität haben, Berufsgruppen gegeneinander ausgespielt werden anstatt Fakten aufklärend zu diskutieren, wird sich trotz Bildung am Wahlverhalten nichts ändern.
Auch gebildete Menschen (mit wenig-mittlerem Einkommen)zeigen irration. u. masochist. Verhalten nur um einen vermeintlichen Status zu repräsentieren.
Menschlichkeit, soz. Verträglichkeit, gerechtere Lastenvertlg. usw. werden nämlich mit der Linkskeule erschlagen u. wer will schon Links/kommun. sein?

Dem sollte man dieselbe Menge Beton, die er über dem Hals trägt, zur Abwechslung mal an die Füsse montieren !

Aber die Sonderzahlungen nach den Wahlen besteuern...

... da samma dann aba scho dafüa, oda?

Neugebauer lehnt das ab: "

Verantwortungsloser Betonkopf.

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