"Die Lottosieger" für Wrabetz "perfekter Public Value"

24. August 2010, 16:27
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Zehn neue Folgen sind abgedreht und gehen voraussichtlich im Spätherbst auf Sendung - Dritte Staffel möglich

Durchschnittlich 400.000 Zuseher (bei einem Spitzenwert von 507.000) verfolgten im vergangenen Jahr auf ORF 1 das Treiben der Familie Deschek, die als "Lottosieger" zehn Folgen lang bewiesen, dass Geld allein nicht unglücklich macht, sondern dafür auch eigenes Zutun notwendig ist. Im Sommer wurden in Wien und Kroatien zehn weitere, je 25-minütige Folgen gedreht, die voraussichtlich im Spätherbst gesendet werden. Auch in Folge elf bis 20 gelingt es den Knackern des Rekord-Super-Jackpots nicht, ihren Gewinn durchzubringen. "Es gibt auch noch Kapital für eine dritte Staffel", versicherte Headwriter Fritz Schindlecker beim Präsentationstermin am Dienstag im Gespräch mit der APA, "eine vierte Staffel sehe ich allerdings nicht."

Der Lottogewinn spielt in den wieder von Leo Bauer gedrehten neuen Folgen immer weniger eine Rolle. "Von einer Ausnahmesituation geht es immer mehr in Richtung einer heutigen Familienserie, die im Gegensatz zu den meisten Serien einmal nicht im Upper-Middle-Class-Milieu spielt", schilderte Schindlecker die in der zweiten Staffel eingeschlagene Richtung, die er "in der Tradition von 'Ein echter Wiener geht nicht unter'" sieht. "In der zweiten Staffel versuchen einige Familienmitglieder, ihre Träume zu verwirklichen. Es gelingt ihnen im Wesentlichen nicht. Dafür eröffnen sich für manche andere überraschende Chancen."

"Noch nicht auserzählt"

Auch ORF-Serienchef Heinrich Mis sieht "die Geschichte noch nicht auserzählt". Es sei heutzutage "ganz schwer, eine Serie zu machen, die den Menschen Gesprächsstoff bietet". Dies sei den "Lottosiegern" hervorragend gelungen, nicht zuletzt dank der Ausgangssituation des Lottogewinns, mit der wohl schon jeder spekuliert habe. Grünes Licht für eine dritte Staffel hänge aber naturgemäß vom Erfolg der zweiten ab, für die er "gediegene Unterhaltung, exzellentes Schauspiel, überraschende Wendungen und neue Schauplätze" versprach. Erneut standen bei der von e&a Film im Auftrag des ORF hergestellten Produktion Theresia Haiger, Hilde Dalik, Reinhard Nowak, Alexander Pschill, Brigitte Neumeister, Gundula Rapsch und andere vor der Kamera. Die Filmmusik stammt von "Amadeus Austrian Music Award"-Gewinner Marque.

Mis erzählte auch, welche Lehre er persönlich aus der ersten Staffel gezogen habe: "Würde ich viel Geld gewinnen, wäre ich dennoch freundlich zu meinem Chef. Man weiß nie, wofür man es brauchen kann." Das hörte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der ebenfalls kurz beim Drehabschlussfest vorbeischaute, natürlich gerne. Er sei allerdings sicher, dass Mis etwaige Lottogewinne zur Gänze "in eines seiner zahlreichen erfolgreichen Filmprojekte stecken" würde.

"Perfekter Public Value"

Wrabetz nannte "Die Lottosieger" "eines der gelungenen Projekte der vergangenen Jahre", mit "sensationellen Marktanteilen und Hunderttausenden zufriedenen Zuschauern" sowie "ein schönes, österreichisches Programm mit einem tollen österreichischen Cast", kurzum: "Perfekter Public Value". Wie er selbst zu dem Spruch, dass Geld alleine nicht glücklich mache, stehe, beantwortete der Generaldirektor diplomatisch: "Für ein Unternehmen sind ordentliche Finanzen natürlich die Hauptsache. Sie ermöglichen auch, schöne Projekte wie dieses hier zu finanzieren. Im Privaten ist es durchaus anders: Da kenne ich auch viele Menschen, die genügend Geld haben, aber dennoch nicht glücklich sind." (APA)

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