Erstmals seit 2003 weniger als 50.000 US-Soldaten

24. August 2010, 14:52
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"Operation Neue Morgendämmerung" soll nach vollständigem Abzug Stabilität gewährleisten

Bagdad - Die Zahl der US-Soldaten im Irak ist nach Angaben der US-Streitkräfte vom Dienstag auf unter 50.000 gesunken. Dies hatte US-Präsident Barack Obama angeordnet und als Frist den 31. August gesetzt. Es ist damit die niedrigste Zahl seit Beginn der US-Invasion im Irak 2003.

Obamas Plan zufolge führen US-Soldaten in dem Land künftig keine Kampfeinsätze mehr durch. Die verbliebenen Truppen sollen irakische Sicherheitskräfte ausbilden und diese bei Aktionen zur Terrorabwehr unterstützen, sofern sie von den Irakern angefordert werden, sowie US-Einrichtungen schützen. Eine genaue aktuelle Zahl der US-Soldaten im Irak wurde in der Mitteilung der Streitkräfte nicht genannt.

"Operation Neue Morgendämmerung"

Die US-Armee teilte am Dienstag mit, wie geplant am 1. September seine Mission "Operation Neue Morgendämmerung" zu beginnen, womit die Umstellung vom Kampfeinsatz zu einem Stabilisierungseinsatz einhergeht. Bis Ende 2011 sollen alle US-Soldaten das Land verlassen haben.

Vergangene Woche war die letzte Kampfbrigade aus dem Irak abgezogen worden. Der symbolisch wichtige Schritt kam mehr als sieben Jahre nach dem Einmarsch und früher als erwartet. Der Abzug der US-Armee ist umstritten. Einerseits geht ein Einsatz zu Ende, den viele Iraker als Besatzung empfanden. Andererseits fürchten Kritiker, dass die irakischen Sicherheitskräfte noch nicht fähig sind, für die Sicherheit im Lande zu sorgen.

Auch nach dem vollständigen Abzug ihrer Soldaten wollen sich die USA langfristig im Irak engagieren. "Dass wir unsere Truppen abziehen, bedeutet nicht, dass wir uns vom Irak lösen. Das Gegenteil ist wahr", sagte Vizepräsident Joe Biden am Montag in einer Rede vor Veteranen der US-Streitkräfte in Indianapolis (Indiana). Nach 2011, wenn auch die restlichen 50.000 US-Soldaten das Land verlassen haben werden, soll nach seinen Worten eine "Armee von US-Bürgern" im Irak zurückbleiben, die das Land beim Übergang in eine funktionierende Demokratie unterstütze.

Iraks Armee gegen US-Abzug

"Wir befinden uns in einer langfristigen Beziehung", sagte der Vizepräsident. Er sei absolut zuversichtlich, dass der Irak eine erfolgreiche, von den ganzen Nation akzeptierte Regierung bilden werde, sagte der Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama. Der irakische Generalstabschef Babaker Shawkat Zebari hatte erklärt, das Land sei noch weit davon entfernt, ohne Unterstützung der US-Truppen die innere Sicherheit gewährleisten zu können. Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern, müsse der bis Ende kommenden Jahres geplante vollständige Rückzug der US-Soldaten verschoben werden. Die irakische Armee besteht derzeit aus knapp 200.000 Soldaten.

Der TV-Sender Al-Sumerija meldete unterdessen, eine bewaffnete Bande habe am Montag sieben Beamte erschossen, die auf dem Weg zur Raffinerie in der nordirakischen Stadt Baiji gewesen waren. Die Angreifer erbeuteten rund 750 Millionen Dinar (rund 514.500 Euro) - die Monatsgehälter der gesamten Belegschaft der Raffinerie. (APA/apn/AFP)

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