Berlin in der NS-Zeit

Topographie des Terrors wieder zugänglich

24. August 2010, 14:06
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    foto: apa/ stephanie pilick

    Die Zeit als Provisorium ist zuende: Hinter dem Bauzaun ist das Gelände der NS-Terrorzentrale zu sehen, auf dem sich nun das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors befindet. Im Vordergund: eine Fotografie aus dem Jahr 1934, die Adolf Hitler bei der Kundgebung am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zeigt.

In den Kellern der früheren Gestapo-und SS-Befehlszentralen soll Geschichte mit Händen zu greifen sein

Berlin - Eine der erfolgreichsten Ausstellungen Berlins ist in neuer Gestalt wieder für das Publikum geöffnet. An der einstigen Berliner Mauer auf dem früheren Gelände der NS-Terrorzentrale wird die Schau über die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus an diesem Mittwoch wieder eröffnet. Das langjährige Provisorium in den Kellerruinen des Prinz Albrecht Palais' hatten seit 1987 mehr als zwei Millionen Menschen besucht.

Die Ausstellung ergänzt das im Mai eröffnete Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Auf 77 Tafeln wird Berlin präsentiert - von Hitlers Machtergreifung 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und den Folgen mit der Teilung der Stadt.

"Berlin 1933-1945. Zwischen Propaganda und Terror" - unter diesem Titel zeichnet die Ausstellung den Weg der Stadt von der linken Hochburg zur Hauptstadt des Dritten Reichs nach.

Zersplitterte Geschichte

Auch 65 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft habe es bisher noch keine Gesamtdarstellung zur Geschichte Berlins der NS-Zeit gegeben, sagte der Direktor der Dokumentationszentrums, Andreas Nachama. Durch die Zersplitterung wichtiger Aktenbestände wegen der Teilung der Stadt seien lange Zeit wichtige Dokumente nicht zugänglich gewesen.

Der Historiker gehörte zu den Gründern der Bürgerinitiative, die 1987 das Gelände als provisorischen Informationsort erschlossen hatte. In dem Provisorium im Kellergraben wurde auf Holztafeln das gesamte NS-Terrorsystem dargestellt. Diese Ausstellung ist jetzt in dem am 8. Mai eröffneten Dokumentationszentrum zu sehen.

"Welthauptstadt Germania"

"Es ist ein Traum, die Wilhelmstraße gehört uns", schrieb der Berliner NSDAP-Gauleiter Joseph Goebbels am 30. Jänner 1933 in sein Tagebuch. Den Nationalsozialisten war es gelungen, im "roten" Berlin Fuß zu fassen und die Stadt zum politischen Zentrum ihrer Herrschaft auszubauen. Hier hatten nicht nur alle Ministerien ihren Sitz, hier etablierten die Nazis später auch die wichtigsten Terrorbehörden. In der Reichshauptstadt entstanden auch die Pläne zur Eroberung eines "Weltreiches": Berlin sollte zur "Welthauptstadt Germania" ausgebaut werden. (red/APA)

Darmwind
11
26.8.2010, 06:06
Terrrrrorrrr!!

In dem kurzen Artikel las ich achtmal das Wort TERROR. Welch ein Terror!

ziegenhals
 
53
24.8.2010, 17:03

war vor ein paar jahren dort, eine der vielen erinnerungsstätten in berlin, die sich mit dem 20. jhdt. beschäftigen. wovon man in wien nur träumen kann, hier hört geschichte mit 1918 auf.

Andreeeas
00
28.8.2010, 19:17

Ich kenne genug "Erinnerungsstätten" in Wien - und das obwohl ich kein gebürtiger Wiener bin und nie danach gesucht habe.

alla riscossa
00
31.8.2010, 13:45
no ja, was adäquates

zur judenverfolgung, wie es berlin inzwischen anzubieten hat, sucht man in ganz österreich noch immer vergeblich! ach ja, das land gabs ja damals gar nicht, eh klar!

Andreeeas
00
31.8.2010, 14:33

Zugegeben - ich war leider noch nie in Berlin. Den Judenplatz finde ich allerdings durchaus "adäquat" und auch viele kleinere Erinnerungsstätten, wie z.B. am Schwedenplatz wo das S S-Haus stand, finde ich - mit etwas Geschichtswissen durchaus ergreifend. Dann gibt es noch den FLAK-Turm, wo heute das Haus das Meeres drinnen ist...

Man kann womöglich noch mehr machen - darüber diskutiere ich gerne. Aber die Geschichte hört sicher nicht mit 1918 auf und ich kann es schon gar nicht mehr hören, dass sich Österreich nicht mit seiner Geschichte auseinadersetzt.

Auch Ihren Unterton im letzten Satz empfinde ich nicht angebracht. In der Tat trifft Österreich eine Mitschuld, trotzdem waren wir besetzt.

Heimwerkerkönig
 
00
27.8.2010, 10:04

Religiöse Zeitrechnung: nach Christus.
Säkularreligiöse Zeitrechnung: nach der Großen Oktoberrevolution.
Zivilreligiöse Zeitrechnung: nach Auschwitz.

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