"Zu gut integriert"

Österreich-BosnierInnen verlieren Interesse an Wahlen im Herkunftsland

24. August 2010 11:44

120.000 Stimmen wären möglich - Mangelndes Interesse und kompliziertes Wahlprozedere sorgen für geringen Rücklauf

Immer weniger in Österreich lebende BosnierInnen nehmen an Wahlen in ihrem Herkunftsland teil: Dies beklagt die Regierung in Sarajevo.

Trotz immer eindringlicherer Kampagnen, die BosnierInnen in der Diaspora für den Urnengang mobilisieren sollen, bleiben die EmigrantInnen den Wahlen fern, bedauern VertreterInnen der Community in Österreich.

Die Republik hält am 3. Oktober nationale Wahlen ab. Alle Parteien machen sich Hoffnungen, bei den AuslandsbosnierInnen zu punkten: Sie machen immerhin ein Drittel des Wahlvolks aus. Von den 1,35 Millionen Diaspora-BosnierInnen halten sich mehr als 120.000 in Österreich auf. Die Hoffnung, einen großen Teil von ihnen für die Stimmabgabe begeistern zu können, schwindet: „Wir können nicht zufrieden sein“, beteuert der bosnische Botschafter in Wien, Haris Hrle.

Kompliziertes Wahlprozedere

Die Botschaft unternahm größere Anstrengungen, um den Rücklauf an Stimmen zu steigern – unter anderem besuchte man bosnische Kulturvereine und Sportklubs. „Das Wahlprozedere ist einfach zu kompliziert“, meint Hrle. Um eine Stimme abgeben zu können, müssen Wahlberechtigte entweder nach Bosnien reisen, oder zu den Öffnungszeiten der Botschaft in Wien zugegen sein. Vor allem für Menschen in den Bundesländern sei dieser Aufwand zu groß. Zwar sei auch eine Briefwahl möglich, doch dies sei „schwierig für Menschen ohne Erfahrung mit bürokratischen Vorgängen“, glaubt Hrle.

"Immer weniger Verbindungen"

Ein wesentlicher Grund für das Fernbleiben von der Urne sei jedoch auch in der fortgeschrittenen Integration in Österreich zu suchen, meinen BeobachterInnen: Die meisten bosnischen ImmigrantInnen seien Anfang der Neunzigerjahre nach Österreich gekommen, „sie haben immer weniger Verbindungen zu uns“, beteuert Miso Relota von der Partei der Kroatischstämmigen, HDZ, in Bosnien. Dies bestätigt auch Damir Saracevic, Vorsitzender des ZZI (Zentrum der Zeitgemäßen Initiativen) in Linz: „Unsere Leute haben ihre Identität nicht verloren, aber ihre Verbindung zum Herkunftsland beschränkt sich auf Verwandtenbesuche und Häuslbauen.“ Zudem zeige die bosnische Regierung zu wenig Interesse an den Angehörigen der Diaspora: „Die Politiker kümmern sich nur um sich selbst. Die Menschen hier haben das Gefühl, zu Hause nicht gebraucht zu werden.“ (Denis Dzidic, derStandard.at, 24.8.2010 - Englische Langversion auf balkaninsight.com)

Denis Dzidic arbeitet in Bosnien und Herzegowina für das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN). Davor war er für das War and Peace reporting (IWPR) tätig und arbeitete für die Tageszeitung Oslobođenje und die Website SETimes.com. Er studiert Journalismus an der Universität Sarajevo.

Diese Artikel entstand im Rahmen eines Journalisten-Austauschprogrammes zwischen dem Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) und derStandard.at. Mehr dazu auf etat.at.

 

 

Kommentar posten
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Friedensstifterin
 
03.10.2010 20:06
Politische HoFfnung

Trotz all den Problemen, hoffe ich, dass sich BosnierInnen und HerzegovinarInnen heute für eine bessere Zukunft aller in BiH lebenden Menschen, entscheiden.

kroate 061
29.08.2010 14:56
Österreich-Burka-BosnierInnen

ob es separate wahlkabinen in wien geben wird für Burkaträgerinen ??

Lucky Luke 1988
09.04.2011 20:04
und wieder grün von mir ^^

kroate 061
27.08.2010 15:23
27.Kolovoz 2010

sitze gerade vor meiner terrasse und geniese dabei eine kleine abkühlung .langsam heisst es abschied nehmen.gestern waren wir in ploce zum tanken. so ein gliser hat mächtig durst;) müßen den trip nach trpanj auf morgen verschieben. das meer ist zu sehr aufgewühlt.

http://de.tinypic.com/r/2a78mxv/4
http://de.tinypic.com/r/o54zo4/4

speze88
 
26.03.2011 00:53

... und in China ist ein Sack Reis umgefallen. Klassische Themaverfehlung

Bonair
26.08.2010 13:42

Keine Rede von "zu gut integriert", aber:

- typischer Balkan-Gedankenductus: "Politiker = Gauner" (wobei ich nicht unbedingt widersprechen kann)
- generelles Desinteresse an Wahlen
- mangelnde Bildung der vor 20 Jahren emigrierten
- kaum Kontakt zu Bosnien
- Abneigung gegenüber staatlichen Institutionen und Bürokratie

sind die Faktoren, die mMn eher für die geringe Wahlbeteiligung sorgen. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis sicher 20 Beispiele, wo alle o.g. Punkte zutreffen - verübeln kann ich es den Leuten nicht.

Z. Ristic
27.08.2010 00:24

Das enzige, was ich aus ihrem Post herauslese ist, dass Sie engen Kontakt zu bildungsfernen, politikmüden, teils anarchistischen Gruppierungen hegen.

Bonair
27.08.2010 13:04

Sie können gerne zu meiner Promotionsfeier kommen um sich vom Gegenteil zu vergewissern ;)

Z. Ristic
27.08.2010 17:00

Nun, das eine schliesst das andere nicht aus.

Bonair
27.08.2010 20:35

Gegen die Attribute "bildungsfern" und "politikmüde" kann ich bei näherer Betrachtung nichts einwenden - das ist das Ergebnis dessen wie man Entwicklungs- und Bildungspolitik in Bosnien anno 1970 betrieben hat. Und insbesondere die Emigranten der damaligen Zeit waren eben ungebildet (wie es auch heute oft nicht anders ist).
"Anarchistisch" ist hingegen völliger Schwachsinn. Oder kennen Sie Bosnier, die mit konventionellen politischen Mitteln gegen ein Establishment ankämpfen?

Z. Ristic
27.08.2010 21:29

Dafür, dass Sie sich so gebildet geben, äussern Sie sich ziemlich einfältig. Mit der Bildungspolitik Bosniens wird dies kaum was zu tun haben. Die Bildungsferne ist eher dem Umstand geschuldet, dass primär Landvolk das Land verlassen hat. Die urbanisierten Pendants waren sehr wohl entwickelt als auch gebildet, vermutlich kennen Sie keine davon, was nicht weiter tragisch wäre, wenn Sie nicht Bosnier und somit Einwanderer 1. und 2. Generation vermischen würden. Ich bin bosnischer Serbe, dennoch würde ich mich selbst keiner dieser von Ihnen gennanten Punkte unterordnen wollen, wobei diese auf einige sicherlich zutreffen mögen.
Desweiteren ist die Abneigung (besser dessen Abwendung) von staatl. Inst. ein anarch. Grundelement.

Bonair
28.08.2010 13:31

Ich habe auch nicht behauptet, mit dem ersten Post die bosnische Diaspora allumfassend charakterisieren zu wollen, es sind lediglich die Eindrücke, die ich von Bosniern in meiner Umgebung, meist 1. Generation, habe. Dass alle anderen nicht so sind, kann ich aber ebensowenig glauben.
Die "Abneigung" war eher gegen die Tatsache gerichtet, dass eine beträchtliche Zahl der staatlichen Institutionen in Bosnien korrupt ist.

Bonair
28.08.2010 08:29

Und der Umstand, dass das einstige Landvolk emigriert ist, kompensiert deren Wahlmüdigkeit? Es geht im Artikel um die Diaspora und Sie sagen selbst, dass das primär die weniger gebildeten sind.
Was die 2.Generation angeht: Ich habe nie behauptet, dass alle Punkte auf alle Bosnier zutreffen, aber einige sind eben bei der zweiten Generation auch oft vorhanden.
Und schließlich die staatl. Instiutionen: Gemeint ist z.B. die Polizei, die meist nur durch offene Korruption auffällt.

Vollmeise
 
27.08.2010 14:16

Und die "20 ungebildeten Personen aus Ihrem Bekanntenkreis" werden nicht eingeladen? Na das ist aber schade.

Bonair
27.08.2010 14:43

Meine Lust, an dieser Stelle Privatgespräche mit bosnischen (?) Phantasten zu führen, ist enden wollend.

Vollmeise
 
27.08.2010 14:49

Was Sie so alles als Privatgespräche verstehen...

Na dann, einen schönen Tag noch!

kroate 061
26.08.2010 09:56
26.Kolovoz 2010

sitze gerade vor meiner terrasse und schaue dabei in die ferne.der himmel,das wasser in einem wunderschönen blau gehüllt eine leichte briese wind weht durch meine palme. diese palme habe ich in mein herz geschlossen.sehe zwei schwimmer weit im meer schwimmen sind immer die gleichen zwei.heute wollen wir mit dem gliser gegenüber nach trpanj fahren.wird bestimmt schön.jetzt genieße ich erstmal meinen kaffee den mir gerade meine frau frisch gemacht hat.
mfg. euer kroate061
PS:heute solls wieder recht warm werden;)

http://de.tinypic.com/r/29fb253/4

Aschik75
25.08.2010 15:04
Die Zahl der Anmeldungen hat sich verdoppelt

Wenn der Mensch unter Vorurteilen leidet, dann tut er sich schwer beim Thema zu bleiben -damit meine ich die nationalistischen Beiträge (siehe unten). :-))

Ich bin fest überzeugt, dass die Mehrheit der BosnierInnen für Bosnien-Herzegowina immer da sein wird, dieser Beitrag soll einfach auf die Defizite aufmerksam machen.

Dennoch, die Zahl der Anmeldungen aus Diaspora für die Wahlen hat sich im Vergleich zum letzten Mal verdoppelt.

kroate 061
25.08.2010 12:48
Boschnijaken verlieren Interesse an Wahlen im Herkunftsland

was ist passiert?
die geliebte heimat ruft.
um das wahlniveau zu steigern könnten man die türken mitwählen lassen ist doch äch das gleiche volk

Superhoyuelos
25.08.2010 17:40

xaxaxaxa

Herr Kroate Sie wissen genau wie man ein Messer in den Rück sticht

Vollmeise
 
25.08.2010 17:50

Deswegen nenne ich ihn ja "Herzegowiner"!

Superhoyuelos
25.08.2010 22:28

apropos Herzegowiner, da kenne ich einen guten:

geht ein Herzegowiner mit einem Frosch auf dem Kopf zum Arzt. Sagt der Frosch: Doktor, Doktor schau was mir da aus dem Hin****n gewachsen ist.....

kroate 061
25.08.2010 17:53
;))

Vollmeise
 
25.08.2010 13:58

Haben Sie keine neuen Urlaubsfotos, Eindrücke oder Videos und müssen hier bösartig und sinnfrei pöbeln?

Graf Phiti1
25.08.2010 07:12
gendermäßig richtig!

trotzdem wirkt BosnierInnen auf mich, als ob nur die Frauen nicht wählen wollten. ich habe noch einen weiten Weg vor mir!

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