Erneut schwere Gefechte in Mogadischu

24. August 2010, 15:58
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    foto: apa

Angriff auf Präsidentenpalast abgewehrt - Mindestens 83 Tote und 163 Verletzte in den letzten drei Tagen

Bei einem blutigen Anschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Dienstag mindestens 31 Menschen gestorben, darunter auch Parlamentsabgeordnete. Die Islamisten bekannten sich zu der Attacke auf ein Hotel. In der Nacht zum Mittwoch setzten sich die Gefechte fort, Islamisten führten einen erfolglosen Angriff gegen den Präsidentenpalast.

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Mogadischu - In Mogadischu gehen die schweren Gefechte zwischen Islamisten und somalischen Regierungstruppen weiter. Ein Vorstoß der Aufständischen gegen den Präsidentenpalast sei in der Nacht zum Mittwoch mit Hilfe der Amisom-Friedenstruppe der Afrikanischen Union abgewehrt worden, sagte der somalische Offizier Issa Ali der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie sind heute Nacht nah herangekommen, aber hinter uns stehen die Amisom-Panzer", sagte er. Bewohner der Hauptstadt berichteten am frühen Morgen von Gewehrsalven. Der Koordinator eines Krankenwagendienstes sprach von mindestens 83 Toten und 163 Verletzten in den vergangenen drei Tagen.

In der somalischen Hauptstadt hatten am Montag schwer bewaffnete Extremisten ein Hotel gestürmt und mindestens 31 Menschen getötet. Unter den Todesopfern seien sechs Parlamentsabgeordnete und fünf Angehörige der Sicherheitskräfte, teilte Informationsminister Abdirahman Osman am Dienstag mit. Ein Täter sei festgenommen worden. Zwei weitere Angreifer hätten sich in die Luft gesprengt.

Der Überfall macht das Scheitern der vom Westen unterstützten Regierung und der Friedenstruppe der Afrikanischen Union deutlich, die nach fast zwei Jahrzehnten der Anarchie in Somalia nicht für Sicherheit und Ordnung sorgen können. Zu dem Anschlag bekannte sich die muslimische Extremistengruppe Al-Shabaab. In der Vergangenheit hatte sie ähnliche Anschläge verübt. 

Experten werteten die Rebellenoffensive als Vergeltungsschlag. Hintergrund ist die Ankündigung, dass die Friedenstruppen der Afrikanischen Union von 6.000 auf 8.000 Mann aufgestockt werden sollen. Die AU-Soldaten aus Uganda und Burundi schützen die Regierung von Präsident Sheik Sharif Ahmed. Das Hotel befand sich in einem der wenigen Stadtteile Mogadischus, die die Regierung noch unter Kontrolle hat.

Papst Benedikt XVI. hat unterdessen am Tag nach der blutigen Rebellenoffensive in Mogadischu zur internationalen Hilfe für Somalia aufgerufen. Man dürfe keine Anstrengungen scheuen, um dem Respekt für das Leben und die Menschenrechte in dem ostafrikanischen Land wieder Geltung zu verschaffen, erklärte Benedikt nach der Generalaudienz am Mittwoch in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo. "Ich bin in Sorge um (die Hauptstadt) Mogadischu, von wo weiterhin über grausame Gewalt berichtet wird, mit einem neuen Blutbad gestern", so der Papst.

Islamisten kontrollieren Großteil der Hauptstadt

Die Islamisten kontrollieren große Teile des Landes und der Hauptstadt. Die Regierung von Präsident Sheikh Sharif Ahmed hat dagegen nur in ein paar Straßenzügen von Mogadischu das Sagen. Das überfallene Hotel Muna wird vor allem von Politikern genutzt und befindet sich im Stadtteil Elgaab, wo auch der streng bewachte Präsidentenpalast liegt.

Die Täter waren in Armeeuniformen gekleidet, als sie das Hotel stürmten. "Einige der Abgeordneten hatten Waffen dabei und wehrten sich gegen die Angreifer, bis die Sicherheitskräfte vor Ort waren" , hieß es aus Regierungskreisen. Erste Berichte, wonach unter den Toten 15 Parlamentarier seien, wurden nicht bestätigt.

Erst im vergangenen Monat hatten Al-Shabaab-Extremisten bei einem Doppelselbstmordanschlag in Ugandas Hauptstadt Kampala mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen. Ein Großteil der 6300 Soldaten der Afrikanischen Union, die in Somalia stationiert sind, kommt aus Uganda. Nach dem Doppelanschlag stockte die AU ihre Truppe in Somalia auf.

Gefahr für die Region

Seit Beginn des jüngsten Aufstands der Islamisten vor drei Jahren sind mehr als 21.000 Menschen in Somalia getötet worden. Etwa 1,5 Millionen Einwohner wurden durch die Kämpfe vertrieben, ein Drittel von ihnen suchte Zuflucht im Ausland. Die Gewalt in Somalia bedroht damit zunehmend die Stabilität der gesamten Region am Horn von Afrika.

Al-Shabaab wird wegen ihrer Al-Kaida-Kontakte von den USA und anderen Staaten als Terrororganisation betrachtet. Ihr Gebiet, in dem sie einen Gottesstaat aufbauen wollen, gilt als wichtige Rekrutierungszone für Terroristen. Amerikanische Kampfhelikopter griffen im vergangenen Jahr mehrfach Al-Shabaab-Stellungen im Süden Somalias an. (Reuters/red/DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
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wasndas
 
00
27.8.2010, 15:32

Somalia ist ein Musterbeispiel für einen gescheiterten Staat nach westlichen Vorbild. Somalia wird so nicht mehr lange auf der Landkarte existieren. Warum wird Puntland nicht endlich anerkannt als das was es schon lange ist, nämlich ein Unabhängiger Staat. Somalia als Einheit war Geschichte noch bevor es überhaupt als Staat angefangen hat zu existieren. In den heute noch geltenden Grenzen entstand Somalia 1960 aus dem Zusammenschluss von Britisch- und Italienisch-Somaliland. Ein Staat am Reißbrett entstanden durch ehemalige Kolonialverwalter...

Michael_Gutsch
00
21.2.2011, 06:32

Warum wird Puntland nicht anerkannt?
Du vergisst das es auch Somaliland gibt, welches sich als unabhängig sieht. Beide sind vom Rest-Somalia quasi defacto unabhängig. Allerdings können sich beide nicht mal auf eine gemeinsame Grenze einigen... auf eine gemeinsame Regierung, was ihnen eine hohe Chance auf eine anerkannte gemeinsame Unabhängigkeit bieten würden, schon gar nicht.
Aufgrund der genannten Probleme wird es keine Anerkennung geben.

Malkaye
01
26.8.2010, 16:13
Liebe Redaktion

Wie wäre es mit einem Hintergrund Artikel mal die Regierungsverhältnisse in Somalia herzuleiten?

Ich fänd es sehr interessant zur erfahren, warum man in den Agenturmeldungen - und jetzt auch zusätzlich mit dem Kürzel "red" unterzeichnet - immer "Präsident", "Parlamentarier" und "Regierung" schreibt.

Nach demokratischem Verständnis müsste es dafür doch Wahlen gegeben haben - seien diese nun gut oder intransparent abgelaufen.
Im Zweifelsfall würde natürlich auch ein de facto regierendes/herrschendes Regime ausschlaggebend sein.

Für etwas Aufhellung wäre ich sehr dankbar.

insertnamehere
 
00
27.8.2010, 00:53
Es gab dort MW niemals Wahlen.

Dort herrschen die jeweils mäctigsten Warlords.

Malkaye
00
28.8.2010, 02:45
Vielleicht wirds Zeit für eine Unterschriften-Aktion,

die jedes Medium auffordert mit solchen verklärenden Falschbezeichnungen auf zu hören.

Immerhin unterstützen Europäische Armeen die Ausbildung der Miliz dieses Warlords und eine Deutsche Söldnerfirma unterstützt einen anderen. Neutral sind wir schon lange nicht mehr.

Demokratie braucht eine informierte Bevölkerung!

am hindukusch
32
26.8.2010, 11:47
überall wo die Amis sind, gibts Krieg

Verdammte Geldgier!

wero2
00
26.8.2010, 16:10
mir zu reduziert am hindukusch

aber verdammte geldgier

und an Etchno
vorsichtig im zentrum bleiben. es besteht absturtzgefahr, wenn Sie sich dem rand der scheibe nähern.

Etchno
62
25.8.2010, 15:11

Unsere Anarchisten sollten mal eine Exkursion nach Somalia machen.

egal9
43
25.8.2010, 15:27

Du solltest dich mal informieren wofür Anarchie steht, bevor du so einen Stuss von dir gibst. Für das Recht des Stärkeren jedenfalls nicht.

Etchno
11
25.8.2010, 15:45

Anarchie funktioniert bestenfalls in kleinen Kommunen.

Stefan Matun
00
25.8.2010, 11:06
dort sind die klaren verhätnisse so, das es keine gibt!

auch dert präsident war vorher pirat.

Malkaye
02
25.8.2010, 12:41

nein, er war vorher islamist. im übrigen ist er kein präsident. lediglich ein vom westen unterstützter warlord, der auf einmal präsident genannt wird. er wurde weder gewählt, noch hat er macht.

Stahl_____666
54
25.8.2010, 10:37
.

Naja - also Wien im Jahre 2167.

DieBo
142
25.8.2010, 10:33
das Resultat wenn GSG 9 und andere Spezialeinheiten von Kenia aus operieren.

Der Krieg gegen den Terror wird ausgeweitet sonst stehen die Räder still. Ob es einen Zusammenhang zwischen 9/11 mit der "haudrauf" Anwort der USA und Depression als Volkskrankheit Nr 1. gibt? Selbst in den Seen und Flüssen Deutschlands finden sich mittlerweile Spuren von Psychopharmaka.

Timagoras
 
02
26.8.2010, 09:48
"Selbst in den Seen und Flüssen Deutschlands finden sich mittlerweile Spuren von Psychopharmaka"

stimmt.

und auch DAran sind natürlich die USA durch ihren "inside-job" 9/11 schuld.

und Israel natürlich ebenfalls.

und die radfahrer .....

und mit dem mörderischen wahsinn der religiösen irren in Somalia hat Ihr wirres gestammel jetzt genau WAS zu tun???

Etchno
04
25.8.2010, 15:04

Sie müssen den Krieg gegen alles unislamische wohl mit allen Mitteln rechtfertigen!

Helicopterman
02
25.8.2010, 12:42
War doch zu erwarten

dass Sie sich wieder mit einer Rechtfertigung melden wenn irgendwo auf der Welt islamistische Spinner eine Greueltat verüben.

DieBo
51
25.8.2010, 19:30
USA kampfeinheiten aus den USA und die GSG 9 operieren von Kenia aus in Somalia. das ist fakt.

Helicopterman
01
26.8.2010, 06:55
Na und?

Der Anschlag war nicht gegen Kenia oder ausländische Kampfeinheiten gerichtet sondern gegen die eigene Bevölkerung und das somalische Parlament. Was soll das also für eine Rechtfertigung sein?

Pro Freistaat Kärnten!
 
03
25.8.2010, 11:38
Und wie man merkt,

hast du aus diesen Seen und Flüssen einen kräftigen Schluck genommen...

DieBo
31
25.8.2010, 19:32
was so lustig klingt ist leider wahr. Auch sie trinken es bereits täglich, denn es ist bereits im grundwasser.

Timagoras
 
02
31.8.2010, 12:17
" denn es ist bereits im grundwasser"

nicht nur im grundwasser. "ES" ist schon überall! ...

soizkommaguat
134
25.8.2010, 09:31

wo sind die us-helden?
oh, ich vergass: die morden gerade in afghanistan.

insertnamehere
 
313
25.8.2010, 12:07
Und wenn sich die US-Helden in Somalia einmischen WÜRDEN ...

... hab ich so einen Verdacht, dass Ihnen das erst wieder nicht passen würde. ;-)

"Damned if you do and damned if you don't" - das unverzichtbare Fundament der modernen USA-Kritik.

DieBo
102
25.8.2010, 19:33
Die sind doch längst dort!! die zetteln den Mist doch an und hetzen die Völker gegeneinander auf. Somalia ist steinreich an Ressourcen.

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