RHI bleibt bei alter Unternehmensstrategie

24. August 2010, 10:09
1 Posting

Vorstand bleibt vorerst von vier auf drei Mitglieder verkleinert

Wien - Nach dem plötzlichen Abgang von RHI-Chef Thomas Fahnemann ist sein Nachfolger Henning Jensen bemüht, die Wogen etwas zu glätten. Die bisherige strategische Linie des Unternehmens werde beibehalten, bekräftigte der Finanzchef und neue Vorstandssprecher Montagnachmittag in einer Analystenkonferenz. Die Anleger hat der unerwartete Chefwechsel verunsichert, die Aktie gab zum Wochenauftakt um 3,34 Prozent auf 21,11 Euro nach, auch am Dienstag verlor sie bis gegen 10 Uhr weitere 1,52 Prozent auf 20,79 Euro.

Zu den "persönlichen Gründen", aus denen Fahnemann das Handtuch warf, wollte Jensen vor den Analysten nichts weiter sagen: "Persönlich ist persönlich."

Die Strategie des börsenotierten Rohstoffkonzerns konzentriert sich den Angaben zufolge weiterhin auf das Wachstum vor allem auf den Emerging Markets und BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China) sowie Nordamerika, auf einen höheren Selbstversorgungsgrad mit eigenen Rohstoffen sowie die Faktoren Kostenmanagement und Profitabilität.

Suche nach Akquisitionszielen

Zu den Investitionen, welche die RHI in Brasilien auf der grünen Wiese tätigen will, gebe es voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr Neuigkeiten. Mit der Übernahme eines Rohstoffunternehmens sei frühestens zum Jahreswechsel zu rechnen. Die RHI prüft bereits seit geraumer Zeit potenzielle Akquisitionsziele, konkrete Abschlüsse zeichnen sich aber noch nicht ab. Eine Kapitalerhöhung im Laufe des heurigen Jahres sei aber dennoch nicht auszuschließen.

Der neue RHI-Chef bestätigte auch den Ausblick für die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr, der im August bei der Präsentation der zahlen zum ersten Halbjahr kommuniziert worden war.

Mit dem Ausscheiden von Fahnemann als Vorstandsvorsitzender hat sich das RHI-Führungsgremium von vier auf drei Mitglieder verkleinert: Neben Jensen als CFO und Vorstandssprecher sind Giorgio Cappelli (COO der Division Stahl) und Manfred Hödl (COO der Division Industrial) als Vorstände tätig. Der Vorstand wird den Angaben zufolge vorerst nicht wieder aufgestockt.

Branchenkennern zufolge stimmte die Chemie zwischen Fahnemann und RHI-Kernaktionär Martin Schlaff nicht, der mit seiner Beteiligung von mehr als 25 Prozent über die MS Privatstiftung der größte Anteilshaber an der RHI AG ist. Die Ablöse Fahnemanns durch Jensen ist Angaben aus dem Unternehmen zufolge "keine Interimslösung". (APA)

Share if you care.