Für ÖAK ist "Österreich" ganz Gratisblatt

24. August 2010, 17:51
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Direktverkauf: "Presse" und STANDARD Kopf an Kopf - Daten für das erste Halbjahr 2010 als Download

Was eine Kaufzeitung ist, definiert die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) relativ klar: Mehr als 50 Prozent der unters Volk gebrachten Auflage müssen bezahlt sein, und seien es Großverkäufe, die weniger als 35 Prozent des Verkaufspreises erlösen. Mit den Dienstag veröffentlichten Daten für das erste Halbjahr 2010 scheint Österreich erstmals ganz als Gratiszeitung auf.

Der von Wolfgang Fellner gelenkte Verlag melde nur noch die Daten über die Gratisauflage (früher "City-Auflage" ), hieß es auf Anfrage bei der ÖAK.

Weil es keine City-Auflage an Samstagen gebe, verfügt die ÖAK nach eigenen Angaben nun auch über keine Daten von "Österreich" für diesen sonst starken Zeitungstag . Die Auflagen für dieses Halbjahr (Montag bis Freitag) sind daher auch nur schwer mit jenen vor einem Jahr (Montag bis Samstag) vergleichbar.

Die Gratisauflage schraubte "Österreich" um gut 102.000 auf 224.731 Stück nach oben. Dazu verkauft die Zeitung 96.663 Stück in Abo und Einzelverkauf (gut 14.000 weniger bei über 13.000 Vollzahlerabos mehr). Und mehr als 50.000 Stück im paketweisen Großverkauf, der Großteil für den halben Zeitungspreis oder weniger. (Für das zweite Halbjahr 2009 meldete "Österreich" laut ÖAK-Prüfern gut 6200 Stück zu viel als Groß- und Gratisvertrieb, die nur "Restauflage" gewesen seien.)

"Heute" druckt mehr

Kategorienkollege "Heute" konzentriert sich gleich auf den Gratisvertrieb und schraubte in einem Jahr um gut 64.000 auf 536.764. Produziert werden vom dem Gratisblatt 551.966. "Österreich" druckt unter der Woche nun 410.518.

Nur die Sonntagsauflage der Fellner-Zeitung steht wegen der Definitionen der ÖAK noch in derselben Kategorie wie "Krone", "Kurier" & Co. Da hält die Krone bei deutlich mehr als 1,3 Millionen Verkaufsauflage, "Österreich" liegt bei fast 411.000.

Montag bis Samstag ist die "Krone" unangefochten Nummer eins mit gut 796.000 Stück im Direktverkauf (Abos und Einzelverkauf ohne Großverkauf). Die "Kleine Zeitung" hält bei gut 279.000, wie bei den "Oberösterreichischen Nachrichten" eine seltene Steigerung in dieser Kategorie: Im Direktverkauf verloren die meisten Kaufzeitungen im Jahresvergleich, prozentuell am stärksten das "Wirtschaftsblatt". "Die Presse" verkaufte in dieser Kategorie 3448 Exemplare weniger und liegt mit 65.430 Stück Montag bis Samstag nun Kopf an Kopf mit den 65.124 des STANDARD (-2184).

Magazine: Größtes Minus für "e-media"

Etwas verloren hat "Die Ganze Woche", die 327.283 Leser käuflich erwarben, um 5.669 weniger als ein Jahr davor. Zugewinne in der verkauften Auflage verzeichnete "tv-media" mit 226.673 verkauften Exemplaren (plus 2.074 Stück). Rückgänge gab es erneut in der restlichen News-Gruppe: Das größte Minus verzeichnete "e-media" mit 57.638 verkauften Exemplaren (minus 6.235 Stück). "News" setzte 182.917 Stück ab (minus 8.084), "Woman" verkaufte 169.428 Exemplare (minus 2.329 Stück) und "profil" 73.352 Hefte (minus 1.052 Exemplare). (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 25.8.2010/APA, online ergänzt)

  • Auflagenkontrolle für das erste Halbjahr 2010

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