Taka

24. August 2010, 15:42
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Eine onomatopoetisch praktische Geldbezeichnung

Vor ein paar Wochen haben die Arbeiter in Bangladesh aufbegehrt und eine Erhöhung ihrer Mindestlöhne gefordert - ein politisches Vorkommnis, das den belanglosen Nebeneffekt hatte, den Verfasser dieses Wörterbuches erstmals mit der Nase auf den Namen der Währung von Bangladesh zu stoßen: Den Taka, welcher seinerseits aus hundert Poishas besteht. Ich kann mir die Wissenslücke insofern verzeihen, als man ja nicht alle Tage Geldgeschäfte mit Bangladeshis durchführt, was eigentlich bedauerlich ist, weil die Bezeichnung "Taka" durchaus ihre lautlichen Qualitäten besitzt: "Taka", ein paar Mal schnell hintereinander ausgesprochen, imitiert, für meine Ohren zumindest, mit großer akustischer Glaubwürdigkeit den Sound von niederprasselnden Geldmünzen, wie man ihn zum Beispiel im Fall größerer Gewinne im Spielcasino zu hören bekommt ("Takatakatakatakataka" - "Hurra, ich hab den Jackpot geknackt!"). Insofern deucht mich, dass der Taka eine weit günstigere Geldbezeichnung ist als zum Beispiel der kambodschanische Riel, der laotische Kip, der malaysische Ringgit oder gar der mongolische Tögrög. Aber ich wollte dem ästhetisch-akustischen Urteil der p.t. Leser nicht vorgreifen, sondern sie vielmehr bitten, ihre Assoziationen zu dieser pekuniären Bezeichnungsfrage zum Besten zu geben.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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