Strache: "Kein Minarett und kein Muezzin"

24. August 2010, 09:41
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    foto: standard/christian fischer

    Beharrlich: Schon im Frühjahr 2009 hatte sich Heinz-Christian Strache demonstrativ für die Gegner eines islamischen Zentrums in Wien-Brigittenau eingesetzt.

Strache gegen "Islamismus", Schakfeh gegen "faschistische Entgleisungen"

Wien - Der Glaube sei heilig und er respektiere den Islam, sagte Heinz-Christian Strache. "Aber was wir kritisieren, ist der Missbrauch der Religion, nämlich den Islamismus, der sich auch in unserer Gesellschaft ausbreitet." Der FPÖ-Chef sprach sich am Montagabend im ORF-Sommergespräch klar gegen Moscheen mit Minaretten aus.

Zum entsprechenden Vorstoß des Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, der die Errichtung einer Moschee mit Minarett in jeder Landeshauptstadt gefordert hatte, sagte Strache: "Gebetshäuser ja, aber keine Mehrzweckeinrichtungen, aber kein Minarett und kein Muezzin."

Der Vorstoß von Schakfeh stieß aber auch in den Landeshauptstädten auf wenig Gegenliebe. Minarette seien nicht notwendig, es gebe andere Wege, heißt es in den Städten. Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch sagte, in Linz werde eine Moschee erweitert, es sei aber kein Minarett vorgesehen. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl sagte, die Grazer Moschee habe kein Minarett.

Schakfeh hatte sich zuvor gegen die Angriffe von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky gewehrt. "Die Diktion der jüngsten FPÖ-Entgleisungen ist faschistisch", sagte Schakfeh am Montag. Derartige "Hasstiraden" würden dem guten Ruf und Ansehen Österreichs schaden.

Schakfeh zeigte sich nicht überrascht "von den jüngsten unqualifizierten und hetzerischen Äußerungen der FPÖ". Mit der Forderung eines Zuwanderungsverbots für Personen aus dem islamischen Raum würden allerdings "alle roten Linien und Grenzen der Vernunft" überschritten. "In völliger Ignoranz will die FPÖ nicht wahrhaben, dass Muslime längst Teil Österreichs sind und zu rund 50 Prozent österreichische Staatsbürger."

Strache verteidigte im ORF einmal mehr sein Werbeplakat mit dem "Wiener Blut"-Slogan. Dieser Begriff sei gerade im Vielvölkerstaat geprägt worden, wo es tschechische, ungarische und serbische Einflüsse gegeben habe: "Das macht ja die Wiener Kultur aus."

Speziellen Dank Straches gab es übrigens für einen Polen, nämlich für Johann Sobieski, der "die Wiener und die Wiener Lebensart vor dem osmanischen Reich gerettet hat".

Trotzdem kam Straches Ausländerpolitik bei seiner Gesprächspartnerin, der polnisch-stämmigen DiTech-Gesellschafterin Aleksandra Izdebska, nicht gerade gut an. Als der FPÖ-Chef etwa dafür plädierte, gewisse Familienleistungen wie das Kindergeld und die Familienbeihilfe erst nach erfolgter Integration an Zuwanderer auszuschütten, meinte die Unternehmerin: "Das ist menschlich nicht in Ordnung."

Ausländerfeindlichkeit wies Strache freilich zurück: "Wir sagen ja nicht, dass wir gegen das Fremde sind, sondern gegen zu viel Fremdes." Strache würde auch im Regelfall dafür plädieren, nur noch zeitlich befristete Arbeitsverträge zu vergeben. Die ganze Familie dürfte da nicht mitkommen. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe, 24.8.2010)

Kommentar posten
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net-diver
 
02
30.8.2010, 13:56
Hmm...

... ich finde, daß keiner, der sich religiös nennt, in der heutigen Zeit laute Aufrufe benötigt. Weder das verblödete Glockengeläute noch ein lautsprecherverstärkter Muezzin sind mMn notwendig um gläubige Menschen zu ihren Gebeten zu bringen. Das ganze Gebimmel und Geschreie ist für alle anderen einfach nervig. Daher stellen Moscheen und Kirchen für mich kein Problem dar, das nervige Drumherum aber sehr wohl.

sueleyman
30
27.8.2010, 20:38
hallo??

gehts eh noch?
in meinen Augen ist das alles Religions-Unterdrückung!

Bari
 
31
27.8.2010, 16:37
Wie muss sich Strache fühlen.....

...wen er über Minarette so spricht wie Ahmadineschad über Kirchen?

Sogar in Saudi Arabien ist religiös friedlicher als Straches Kopf.

jo eh
02
28.8.2010, 11:52

sind sie sicher, dass s. arabien "religiös friedlich" ist

- ein "gottesstaat", in dem christentum wie j.dentum verboten ist, wo selbst der besitz der bibel strafbar ist und wo apostaten verfolgt werden. kurzum ein land, in dem religionsfreiheit nicht mal buchstabiert wird.

im vergleich dazu ist selbst strache ein herold der toleranz und aufklärung.

Bari
 
10
31.8.2010, 22:00
@jo eh

Bildung ist der Gegner der Intolenrac ;)

Um ihnen auf die Sprünge zu helfen, bilden sie sich mal über Saudi Arabien, bevor sie solche falschen und hetzerischen Aussagen von sich geben.

jo eh
01
sind sie intolerant?

ich helfe ihnen gerne weiter, sich zu bilden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Huma... udi_Arabia

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/... litik.html

"Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Parteien sind verboten. Politische Aktivisten und Menschenrechtler werden drangsaliert, inhaftiert oder gehen ins Ausland. Die öffentliche Ausübung nichtislamischer Religionen ist streng untersagt - es gibt keine Kirchen. Frauen haben keine Rechtspersönlichkeit."

SalveJulius
 
11
29.8.2010, 02:23
Na ja,

im Gespräch mit der Ditech-Mitbegründerin ist wohl ganz klar rausgekommen, dass Strache NICHTS mit Aufklärung zu tun hat...Verklärung wäre wohl das Wort, das hier passt...egal welches Thema er anschneidet, die Komplexität sämtlicher Themen wird unterdrückt und zu einem Schwarz-weiß-Hass verklärt...soviel zum Herold der Aufklärung!

murx
10
27.8.2010, 02:12

lassen sich die leute wirklich für blöd verkaufen?
zählen wir doch einmal durch:
es gibt minarette in
wien, niederösterreich, tirol und vorarlberg - und das seit vielen, vielen jahren.

ich habe nur bemerkt, dass so leute aus rechtsnationalen kreisen ganze bundesländer und uns steuerzahlen um viel geld betrogen haben. dass sie aus der armut in manchen bevölkerungskreisen auch noch kapital schlagen wollen, almosen, am besten vor wahlen, verschenken und sich dann über die leute lustig machen - weil das leben ist ja eine party.

Fremdwort
01
25.8.2010, 16:20

Ich finde, dass die DiTech-Chefin im Sommergespräch einen wichtigen Punkt angesprochen hat. Dass durch die Öffnung ab Mai 2011 unzählige ausländische Arbeitskräfte Österreich "überschwemmen" werden, ist doch ein riesen Blödsinn! In allen Ländern, welche Strache im Gespräche aufgezählt hat, ist die Arbeitslosenquote höher als in Österreich. Die einzelnen Länder haben selbst einen Mangel an Facharbeitern. Woher sollen also diese ominösen ausländischen Fachkräfte kommen?

Richard III
00
25.8.2010, 13:22
"...dafür läut´die Pummerin!"

Wahnsinn, so einfach geht das! :)

LG,

Ri

stefan81
04
25.8.2010, 08:09

ich find den strache auch widerlich, aber im kern der sache hat er hier wohl recht.

modell t5
24
24.8.2010, 23:00
Allen Supertoleranten hier,

die Mo schen und/oder Kirchen so super finden, sollte man unmittelbar neben ihrer Wohnung einen sakralen Bau hinstellen, damit auch die wissen, was es heisst, in alller Hergottsfrüh von einem Höllenlärm geweckt zu werden.

Dafür würde ich sogar etwas spenden.

chelene chirsch
07
25.8.2010, 07:50

ich habe grad 25 jahre neben einer kirche gewohnt - und würde es auch wieder tun. der glockenturm war dabei 20m von meinem wohnzimmerfenster entfernt.

"in aller herrgottsfrüh" - ein dehnbarer begriff. von 6 bis 22 uhr läuten glocken in ihrer zeitgeberischen funktion, hingegen musst du den adhan von 4:48 (!) bis 21:53 ertragen.
ich erinnere übrigens gern daran, dass das geläut zu mittag eine erinnerung an die türkenkriege im 15. jhdt. ist - papst calixtus II. führte den brauch ein.

im gegenzug dir mal einen muezzin vor das fenster ? ich bin mir sicher, die erfahrung fehlt in deinem leben. vor allem ist das glaubensbekenntnis des muezzin doch ein anderes kaliber als ein neutrales geräusch.

modell t5
22
25.8.2010, 08:32
Ich weiß, was es bedeutet einen Muezzin auch nur in der Nähe zu haben

Das ist die Hölle, es ist infernalisch, man kippt richtig aus dem Bett. Oropax haben bestenfalls einen Sordinoeffekt, mehr aber auch nicht.

Deswegen sind die Glocken um 6.00 noch immer nicht angenehm.

Aus meiner Sicht wäre es absolut ausreichend, wenn die Glocken einmal im Jahr läuteten- nämlich dann, wenn der TÜV herkommt und diese Dinger auf ihre Funktionsfähigkeit prüft.

chelene chirsch
02
25.8.2010, 08:41
ah ja.

dann wäre das thema mit dem muezzin schon geklärt - ich hoffe, sie bleiben dabei und artikulieren diesen standpunkt regelmässig.

nun zur glocke: 6 bis 22 uhr sind ein in unseren breiten akzeptabler zeitraum für bau- und sonstige arbeiten und da gibt es durchaus mal lärm. sie können ja bei den entsprechenden verwaltungsgerichten dagegen klagen, werden aber wohl genauso viel erfolg haben wie bei einer klage gegen BIG oder PORR - der preis, in einem städtischen verbund zu leben. ich für meinen teil empfinde das geräusch nicht als störend, und witzigerweise sind mieten auf kirchenplätzen nicht gerade klein - wenn sie also einen guten tip für günstige, "lärmbelastete" eigentumswohnungen hätten...

modell t5
00
25.8.2010, 09:36
Meiner Meinung nach ist schon der M--in am Bruckhaufen eine Zumutung,

wobei ich allerdings nicht weiss, zu welchen Zeiten man diesen akustischen Sondermüll vernehmen kann.

Was mir absolut unverständlich ist: selbst wenn ich religiös wäre und die Priesterweihen empfangen hätte, käme ich nicht auf die Idee, am Sonntag(!!!) um 6.00 morgens Krach zu machen. Rücksichtnahme ist offenbar kein Bestandteil der christlichen Nächstenliebe.

chelene chirsch
01
25.8.2010, 13:06

langsam, langsam. zum einen sind die klösterlichen gebete 0600-0900-1200-usw. ein gutes indiz dafür, warum um 6 frühmorgens geläutet werden könnte.

praktisch kommt dieser brauch - ähnlich dem viertelstundenläuten (korrekt:schlagen) - aus dem mittelalter, als die turmuhr der einzige zeitgeber war. das ist nicht unbedingt religiös, auch wenn es liturgisch gedeutet wird.

worauf ich hinauswill: sie können das regulär zivil erstreiten. wenn sie eine ausreichend grosse gruppe zusammentragen, wird es möglichkeiten zu dämmung und umstellen des schlagwerkes geben - ist ja nicht in stein gemeisselt. reden sie halt mal mit dem pfarrer...

die frühmesse ist übrigens normal ab 0730, das wäre wieder religiöser lärm.

modell t5
00
25.8.2010, 15:12
Mir ist schon klar, woher dieser Brauch kommt

Die Frage ist, ob so etwas noch zeitgemäß ist. Wofür bitte brauche ich ein akustisches Zeitsignal, wo heute jedes Mobiltelefon eine Uhr hat? Sogar Backrohr, Mikrowellenherd, Waschmaschine, Wärmepumpe, Mousepad, Stereanlage, Fernseher, Autoradio usw. sind mit einer Uhrzeitfunktion ausgestattet.

Es geht dem Hrn. Pfarrer auch gar nicht darum, Sie von der Uhrzeit in Kenntnis zu setzen. Er weiß ohnehin, dass das nicht notwendig ist. Es geht vielmehr darum, eine Präsenz zu signalisieren, ähnlich wie bei den M--schen.

chelene chirsch
01
25.8.2010, 15:22
dann können sie ja schalten und walten.

denn dann müssen wir uns nicht mehr über religion unterhalten. iirc in wr. neustadt läutet das rathaus - ist auch zum überleben (mit knapper not).

was zum nächsten führt: ich habe eine doppelte internet-anbindung mit loadbalancer, ein handy und etliche wlan-fähige geräte -> brauche wahrscheinlich nie eine öffentliche telefonhütte. noch dazu schaun die meistens nicht schön aus...
im zweifelsfall ist dieser anachronismus allerdings nicht so sehr schaden wie er nützlich sein kann.

weiters der pfarrer - er läutet ja nicht selbst, das macht ein elektronisches schlagwerk. und ja, sein geläut signalisiert (mit viel interpretation), dass wir uns im herzen europas und nicht in riad oder teheran befinden - was ich SEHR GUT finde.

modell t5
00
25.8.2010, 16:31
Es ist schon wahr, Telefonhütteln brauchen wir mittlerweile auch keine mehr

Und das ist vermutlich der Grund, weswegen die Telefonhütteln zusehends vom Stadtbild verschwinden. Von Kirchenglocken kann man das beim besten Willen nicht behaupten.

Und nur um zu wissen, dass ich nicht in Riad, sondern irgendwo in Ö. sitze, brauche ich doch auch keine Kirchenglocken, schon gar nicht am Sonntag um 6h in der Früh.

chelene chirsch
00
25.8.2010, 16:59
nicht immer, nicht überall

und an manchen stellen bleiben sie - zeugen vergangener zeiten, ein relikt für momente des bedarfs. ich arbeite zwar in der IT, bin aber deswegen nicht unbedingt der meinung, alles dem götzen der moderne opfern zu wollen/müssen.

und kirchenglocken - um dem beispiel weiter zu folgen - kann man durchaus umkonfigurieren. womit wir wieder beim grundübel sind - wenns ihnen nicht passt, machen sie in ihrem grätzel eine bürgerinitiative und stehen sie ein. was, nebenbei gesagt, gegen eine kirche wahrlich leichter sein wird als gegen einen muezzin anzutreten.

zuletzt: was sie zu brauchen meinen, ist ihre sache. manche regen sich ja auch über böller bei hochzeiten auf, in anderen ländern wird kalaschnikowt...

modell t5
00
25.8.2010, 17:34
Ich verstehe Ihren Standpunkt und finde ihn auch in Ordnung

Ich denke mir halt nur, dass es mit ihrer Haltung argumentativ schwieriger wird, Mosch33n mit Mu3tsin abzulehnen. Denn MosIems, die unbedingt eine Mosquee haben wollen, werden die gleichen Rechte einfordern, die auch den Christen hier eingeräumt werden; und dazu gehört erst einmal die Errichtung dieser Bauten und dann in weiterer Folge die offizielle Erlaubnis, damit Krach machen zu dürfen.

Übrig bleibt dann nur das Gegenargument, dass solche sakrale Bauten kulturell nicht hierherpassen und keine Tradition hierzulande haben. Das war es dann aber auch schon.

chelene chirsch
01
25.8.2010, 18:36

im gegenteil.

wie das matutin (nicht geläutet): alles ausserhalb 6 bis 2200 zu verbieten wäre schliesslich schon ein einschnitt in den adhan... pech aber auch. übrigens adhan: eine inhaltliche belästigung und herabwürdigung e.g. MEINER religion ist per sofort zu unterlassen.

damit hätten wir mal den muezzin geklärt.

die errichtung der bauten kann man über ein korsett normaler bauvorschriften ähnlich straff halten wie neue kirchenbauten (etwa im verhältnis zu den gläubigen, also bspw. 14 neue kirchen=1 moschee). und wenn das minarett um 20cm zu hoch ist, oder die predigt fragwürdig, wird abgerissen. reformation "light" eben.

das ist im verhältnis zu gottesstaaten mild wie eselsmilch, und würde viele diskussionen sparen.

pepitant
01
24.8.2010, 21:52
Er hat ja nichts gegen Fremde,

aber diese Fremden sind nicht von hier.

Roll Over Beethoven
20
24.8.2010, 21:43

Jö... übernehmen jetzt wohl bei jedem Artikel, der mit der FPÖ zu tun hat, ein paar Blaune das Forum?

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