Jimmy Carter zu Befreiungsmission in Pjöngjang

25. August 2010, 09:19
27 Postings

Nordkorea habe Freilassung von US-Amerikanern zugesagt - Weißes Haus: "Humanitäre Mission"

Washington - Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter ist am Mittwoch in Nordkorea eingetroffen, wo er sich für die Freilassung eines seit acht Monaten inhaftierten US-Bürgers einsetzen will. Der 85-jährige Friedensnobelpreisträger und seine Begleitung seien am Flughafen von Pjöngjang von Vizeaußenminister Kim Kye-gwan willkommen geheißen worden, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete, Carter werde von seiner Frau Rosalynn und dem Leiter des "Carter Center" in Atlanta, John Hardman, begleitet.

Der 39. Präsident der USA (1977-81) will sich laut US-Medienberichten um die Freilassung des wegen illegalen Grenzübertritts zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilten Aijalon Mahli Gomes aus Boston bemühen. Der 30-Jährige, der als Englischlehrer in Südkorea tätig war, wurde im Jänner festgenommen, nachdem er die nordkoreanische Grenze von China aus unerlaubt überquert hatte.

Das Weiße Haus bezeichnete den Besuch des Ex-Präsidenten als "humanitäre Mission", wollte sich aber nicht konkret zum Fall des verurteilten US-Bürgers äußern. Er werde "nichts kommentieren, was eventuell negative Auswirkungen auf eine private humanitäre Mission haben könnte", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Bill Burton, in Washington.

Spekulation über Vermittlerrolle zwischen Pjöngjang und Washington

Carters Besuch in Pjöngjang sei rein privater Natur, hatte es vor seiner Abreise geheißen. In Südkorea gab es dennoch Spekulationen, wonach er sich möglicherweise auch als eine Art Vermittler zwischen Washington und Pjöngjang im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm einschalten könnte.

Vor fast genau einem Jahr hatte der frühere US-Präsident Bill Clinton bei einem Blitzbesuch in Pjöngjang die Freilassung der beiden amerikanischen Journalistinnen Euna Lee und Laura Ling erwirkt. Sie waren ebenfalls wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen und von einem nordkoreanischen Gericht zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt worden.

1994 war Jimmy Carter überraschend nach Nordkorea gereist und mit dem kurze Zeit später verstorbenen Diktator Kim Il-sung, dem Vater des gegenwärtigen Machthabers Kim Jong-il, zusammengetroffen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nach seiner Ankunft in Pjöngjang werden dem Ex-Präsidenten von einer nordkoreanischen Schülerin Blumen überreicht.

Share if you care.