Lenzing spinnt feste Fäden

24. August 2010, 07:45
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Der oberösterreichische Faser­hersteller hat das beste Halbjahr der Unternehmensgeschichte hinter sich und rechnet mit einem Rückgang

Wien - Der börsenotierte oberösterreichische Faserhersteller Lenzing hat das beste Halbjahr der Unternehmensgeschichte hinter sich, rechnet aber mit einem Nachfragerückgang im weiteren Jahresverlauf. In den ersten sechs Monaten versiebenfachte sich der operative Gewinn gegenüber der Vorjahresperiode von 15,4 auf 108,6 Mio. Euro. Mit einer Abkühlung sei im zweiten Halbjahr zu rechnen - die Erträge werden dann geringer ausfallen als in der ersten Jahreshälfte, teilte Lenzing heute, Dienstag, in einer Aussendung mit.

Der konsolidierte Konzernumsatz erhöhte sich heuer in den ersten sechs Monaten um 43,6 Prozent (akquisitionsbereinigt um 38,8 Prozent) auf 847,2 Mio. Euro. Grund dafür seien die höheren Produktionsmengen bei Fasern, die Preisdynamik auf den globalen Märkten und die erstmalige Vollkonsolidierung des im April erworbenen Zellstoffwerkes Biocel Paskov in Tschechien (per Anfang Mai).

Das Ergebnis vor Steuern verdreizehnfachte sich von Jänner bis Juni von 8 auf 105 Mio. Euro. Der Nettogewinn legte von 5,9 auf 80,4 Mio. Euro zu und übertraf damit laut Lenzing die Erlöse der Gesamtjahre 2008 und 2009. Die Eigenkapitalquote beträgt 42,1 Prozent der Bilanzsumme und das Net Gearing 54,3 Prozent.

"Das Halbjahresergebnis beweist, dass unsere antizyklische Investitionspolitik 2008 und 2009 absolut richtig war. Durch die Inbetriebnahme neuer Faserkapazitäten in Indonesien im ersten Halbjahr 2010, Debottlenecking-Investitionen in China und den Ausbau in Heiligenkreuz (Burgenland) konnten wir die erwartete Dynamik am Fasermarkt optimal nutzen und den Kunden das anbieten, was sie brauchen", so Lenzing-Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger.

Im Kerngeschäft Fasern, mit dem im Berichtszeitraum 741 Mio. Euro Umsatz und ein Gewinn von 102,0 Mio. Euro erwirtschaftet wurden, sei allerdings in der zweiten Jahreshälfte mit einer Abschwächung der überhitzten Nachfrage und somit der Margen zu rechnen. Zudem kommt China heuer und nächstes Jahr mit zusätzlichen Cellulosefaserkapazitäten auf den Markt.(APA)

 

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