Paischer und die Vorfreude aufs Kämpfen

23. August 2010, 19:39
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Judoka vor WM in Japan zuversichtlich - Heim-EM hinterließ finanzielles Defizit

Wien - Judo in Japan, das ist wie Fußball in England, Skifahren in Österreich, Eishockey in Nordamerika oder, zum Beispiel, Australian Rules Football in Australien. Von 9. bis 13. September findet also die WM im Mutterland des Judo statt. Für Österreichs Aushängeschild Ludwig Paischer, der in Tokio in der Klasse bis 60 kg an den Start geht, ist das kein Grund, euphorisch zu werden. "Wir waren schon so oft bei Turnieren in Japan. Wenn man Weltmeister wird, ist es jedem egal, wo man es wird."

Silber (2005, Kairo) und Bronze (2007, Rio de Janeiro) hat der 28-jährige Salzburger bei Weltmeisterschaften schon geholt. 2009 in Rotterdam enttäuschte der damalige Weltranglisten-Erste mit einer Erstrundenniederlage. Dem großen Druck vor Tokio fühlt sich der Olympia-Zweite von Peking gewachsen. "Mir ist es egal, was von mir erwartet wird. Ich erwarte von mir selbst ja das Gleiche."

Erstmals seit der WM in Wien 1975 dürfen wieder zwei Sportler einer Nation pro Gewichtsklasse antreten. Paischer erwartet ein Teilnehmerfeld von bis zu 70 Athleten. Das heißt auch, dass zwei starke Japaner oder Russen Gegner sein können. "Da muss man durch", sagt Paischer. "Ich habe hart trainiert, jetzt freu ich mich einfach aufs Kämpfen."

Neben Paischer wurden vom Verband mit Sabrina Filzmoser, Max Schirnhofer und Andreas Mitterfellner nur drei weitere Judoka nominiert. Nicht aus Kostengründen, wie Generalsekretär Paul Fiala betont. Die Heim-EM vor vier Monaten in Wien hat aber für ein finanzielles Defizit gesorgt, um nachträgliche Subventionen musste angesucht werden. "Wir hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen", sagt Fiala. (David Krutzler, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 24. August 2010)

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