Weniger Überstunden und mehr in der Familie arbeiten

23. August 2010, 17:15
  • Artikelbild
    foto: apa / herbert neubauer

    Um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, schlägt Heinisch-Hosek vor, die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 45 Stunden zu begrenzen.

Gabriele Heinisch-Hosek fordert weniger Überstunden - 72 Prozent der Überstunden werden von Männern geleistet

Alpbach - Um mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Familien zu erreichen, will Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Zahl der Überstunden eindämmen. 72 Prozent der Überstunden würden von Männern geleistet, viele Frauen würden wegen der Kinderbetreuung jedoch zwangsläufig in Teilzeitbeschäftigung verharren, kritisierte sie.

Heinisch-Hosek knüpfte damit an die Erkenntnisse einer in der Vorwoche präsentierten Studie an, wonach Frauen den Großteil unbezahlter Arbeit im Haushalt übernehmen würden. Allein im Vorjahr sind in Österreich 313 Mio. Überstunden angefallen, 2008 waren es sogar noch 370 Mio. Die Mehrzahl davon entfällt immer noch auf die Männer, während jede vierte Frau in Teilzeitbeschäftigung angebe, gern mehr arbeiten zu wollen, aber an die Kinderbetreuung gebunden zu sein.

Wöchentliche Höchstarbeitszeit 45 Stunden

Um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, schlägt Heinisch-Hosek vor, die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 45 Stunden zu begrenzen. Derzeit sind mit Ausnahmen von speziellen Berufen wie etwa bei Ärzten und Ärztinnen 50 Stunden vorgesehen. Einen ähnlichen Vorschlag hatte vor einem Jahr bereits Sozialminister Rudolf Hundstorfer vorgelegt, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Wenn man die Überstunden umschichte, könnten 150.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, glaubt auch Heinisch-Hosek. (APA)

Kommentar posten
11 Postings
Zbgenev Dnjetroskyonewiz
00
nicht nur reden, sondern auch machen!

torch
 
00
27.8.2010, 08:17

Warum überlässt man eine eventuelle Überschreitung der Arbeitszeit nicht den Menschen ?

Habe gerne gearbeitet, vielmehr habe mich beschäftigt und in einer Lebensphase auch sehr gerne mehr um fit zu werden für die Selbständigkeit.
Und jetzt, als Selbständiger lasse ich mich nicht mehr bevormunden, arbeite gerne wann, wo und wie ich will und selten weniger als 70 Stunden die Woche. Und wenn es mir passt, dann beschäftige ich mich gerne zusammen mit meinem Kind unter Tags und arbeite dann in der Nacht, wenn es schläft. Und manchmal nehme ich es zu Terminen mit, da gibt es was zu sehen und zu erfahren, da wird dann eifrig fotografiert, herumgemessen etc., so gelingt auch der Einstieg in die Arbeitswelt des Vaters und die ist keine black box

Beobachter76
00
26.8.2010, 15:02
Was ist für Familie?

Wenn mehr asl 60% Scheidungsrate gibt.

powerpack
01
25.8.2010, 13:52

ja die überstundenregelungen müssen dringend überarbeitet werden - ich sage nur pauschalabgeltung der überstunden mit dem gehalt. ob dadurch allerdings mehr im haushalt mitgeholfen wird ist fraglich. aber auch wieder nicht allzu unrealistisch, denn es ist fakt, dass gerade berufstätige männer oft so gut wie keine zeit mehr für ihre familie haben.

aber dies wäre wohl eine aufgabe der gewerkschaften - aber von denen kann man wohl nix erwarten, außer es geht um bereiche im öffentl. dienst, da sind sie dann immer ganz besonders schnell.

Der Manner
118
25.8.2010, 12:06
ist soviel...

Schwachsinn eigentlich nicht strafbar?

PostingnameemangnitsoP
00
25.8.2010, 10:05
jetzt versteh ich

warum sie bei der lehrerarbeitszeit für eine anhebung steht: dann werden nämlich die bei sehr vielen bestehenden überstunden zum pflichtprogramm, und sie hat 2 fliegen mit einer klappe erschlagen (lehrer arbeiten mehr und überstunden werden weniger).

ich weiß, dass diese rechnung zu einfach ist, aber ... in ihrer überspitzung liegt ein interessanter kern.

(wegen dieser überstunden ist es auch besonders leicht zu sagen, dass die erhöhung 'aushaltbar' ist, was für ein paar jahre sicher stimmt, aber ... bis zur pensionierung???)

PETER METHER
02
25.8.2010, 09:58
Auch die Frauenministerin hat im Sommer eine Idee geboren. Sie will Überstunden abschaffen oder beschränken. Denn deretwegen machten die Männer im Haushalt kein Halbe-Halbe (jene Überstunden erklären übrigens auch in hohem Ausmaß und ganz unaufgeregt

die ständig von ORF&Standard getrommelten Statistiken über angeblich ungleiche Bezahlung angeblich gleicher Arbeitsleistung). Wo bleibt eigentlich der Protest der Gewerkschaften, die sonst immer lauthals dagegen agitieren, wenn Arbeitnehmer durch Überstundenkürzungen weniger verdienen? Wo bleiben jene Stimmen, die der ministeriellen Fanatikerin endlich beibringen, dass auch im Geld-Nach-Hause-Bringen eine sehr relevante Hälfte dieses sozialdemokratischen Halbe-Halbe-Dogmas bestehen kann? Und wo ist die Freiheitsbewegung, die uns endlich von jenen totalitären Politikern befreit, die immer mehr unser privates Leben reglementieren und kontrollieren wollen?
(c) A. Unterberger

ExBeamter
00
25.8.2010, 09:18
wieder einmal ein toller sager dieser unnützen Ministerin

PETER METHER
01
25.8.2010, 07:42
Auch die Frauenministerin hat im Sommer eine Idee geboren. Sie will Überstunden abschaffen oder beschränken. Denn deretwegen machten die Männer im Haushalt kein Halbe-Halbe (jene Überstunden erklären übrigens auch in hohem Ausmaß und

ganz unaufgeregt die ständig von ORF&Standard getrommelten Statistiken über angeblich ungleiche Bezahlung angeblich gleicher Arbeitsleistung). Wo bleibt eigentlich der Protest der Gewerkschaften, die sonst immer lauthals dagegen agitieren, wenn Arbeitnehmer durch Überstundenkürzungen weniger verdienen? Wo bleiben jene Stimmen, die der ministeriellen Fanatikerin endlich beibringen, dass auch im Geld-Nach-Hause-Bringen eine sehr relevante Hälfte dieses sozialdemokratischen Halbe-Halbe-Dogmas bestehen kann? Und wo ist die Freiheitsbewegung, die uns endlich von jenen totalitären Politikern befreit, die immer mehr unser privates Leben reglementieren und kontrollieren wollen? (c) Unterberger

minski
10
24.8.2010, 16:24
Recht hat sie!

ChesneyB
00
26.8.2010, 17:57

Geh, wo? Vor allem wird der Vorschlag, die Arbeitszeit auf max 45h/Woche zu begrenzen, nichts bringen! Wir haben schon jetzt 50h/Woche und viele Leute arbeiten weit länger. Viele Arbeitgeber scheren sich einen Dreck um das Arbeitszeitgesetz und viele Arbeitnehmer müssen wohl oder übel mitmachen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.