Happy End für "Monstervogel"

23. August 2010, 18:28
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Geierweibchen Gandalf nach Hause zurückgekehrt - kurzfristig hatte sie in Schottland für Flugalarm gesorgt

Cumbernauld - Erst hatte man ihr einen Namen gegeben, der nicht zu ihrem Geschlecht passt, und dann musste sie sich auch noch "Monstervogel" schimpfen lassen: Das sieben Jahre alte Geierweibchen "Gandalf" sorgte Ende vergangener Woche für einige mediale Aufregung, als sie während der Greifvogelschau "World of Wings" im schottischen Cumbernauld nahe Glasgow von der Showroutine den Schnabel voll hatte und am Himmel entschwand.

Eine Flugwarnung wurde ausgegeben, da der "absolute Monstervogel" eine Gefahr für Flugzeuge darstelle. Bei Gandalf handelt es sich um einen Sperbergeier (Gyps rueppellii) - eine Art, die eigentlich in den afrikanischen Savannen zuhause ist; Gandalf kam im Rahmen eines Zuchtprogramms vor einigen Jahren nach Schottland. Sperbergeier werden etwa so groß wie die in Süd- und Südosteuropa vorkommenden Mönchs- und Gänsegeier, die in seltenen Fällen auch im Alpenraum zu sehen sind. Am schottischen Himmel kennt man Vögel dieser Größe allerdings kaum; Steinadler, die auch hier vorkommen, sind deutlich kleiner als Geier. Dabei sorgen schon Kollisionen mit kleineren Vögeln immer wieder für Zwischenfälle, Sperbergeier können zudem bis auf elf Kilometer Höhe, also bis in die Flughöhe von Verkehrsflugzeugen, aufsteigen - daher die ungewöhnliche Luftraumwarnung.

Nach vier Tagen ist der Spuk aber wieder vorbei: Die "World of Wings"-Verantwortlichen gingen Augenzeugenberichten nach, bis sie Gandalf schließlich auf einem Telegrafenmasten sitzend fanden. Mit einem Fleischbrocken ließ sich der erschöpfte und sichtlich ausgehungerte Vogel leicht anlocken und wurde inzwischen wieder in sein Zuhause zurückgebracht. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nicht "Gandalf", aber einer ihrer Artgenossen: Ein Sperbergeier

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