Ein guter Ansatz

23. August 2010, 17:54
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Auch im österreichischen Stiftungswesen wird die Gemeinnützigkeit wieder Thema

Derzeit scheint es im Trend zu liegen, dass die sogenannten Reichen etwas von ihrem Geld abgeben, um den sogenannten Armen zu helfen. In den USA hat dieses Beispiel Schule gemacht. Dem Aufruf von Microsoft-Gründer Bill Gates und Investmentguru Warren Buffett sind 40 Milliardäre gefolgt und haben versprochen, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden.

Auch im österreichischen Stiftungswesen wird die Gemeinnützigkeit wieder Thema. Sechs Privatstiftungen fördern vorerst zwei Projekte, um Menschen direkt zu helfen. Und schon erschallt der Ruf, das alles würde nur gemacht, damit die Privatstiftungen weiterhin steuerschonend agieren können - denn unmittelbar gemeinnützige Projekte sind steuerfrei gestellt. Unmittelbar sind Projekte dann, wenn sie von der Stiftung selbst betrieben werden. Mittelbare Projekte - etwa Spenden an einen wohltätigen Verein - sind derzeit nicht steuerlich begünstigt.

Bisher werden jährlich nur 20 bis 25 Millionen Euro von Stiftungen für gemeinnützige Zwecke aufgewendet - bei einem geschätzten Stiftungsvermögen von 80 bis 100 Milliarden Euro. Und nur 650 von den rund 3300 Stiftungen sind überhaupt gemeinnützig. Zu überlegen wäre daher, dass nicht nur die unmittelbare Gemeinnützigkeit, sondern auch die mittelbare steuerfrei wird. So könnte der Anteil der Gemeinnützigkeit erhöht und die Debatten über die Motive gestoppt werden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.8.2010)

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