"Schüssel müsste dankbar sein"

23. August 2010 17:34
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    Erhard Busek, einst ÖVP-Obmann und selbst Vizekanzler, nun Präsident des Forums Alpbach, ist seinem ehemaligen Partei-Rivalen Andreas Khol mittlerweile "in der Seele dankbar", Karl-Heinz Grasser Anfang 2007 als Vizekanzler verhindert zu haben ...

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    ... Khol wiederum "freut" sich über Buseks Lob - und hält es heute noch für "richtig", ...

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    ... gegen Grasser interveniert zu haben.

Nun gehen auch namhafte Bürgerliche auf Abstand zum Ex-Finanzminister - Angesichts aktueller Politaffären ist Erhard Busek dankbar, dass Karl-Heinz Grasser nicht Vizekanzler wurde - und Andreas Khol erklärt, warum er dem FPÖ-Abtrünnigen dieses Amt verwehrt hat

Wien - Vom erfolgsverwöhnten Strahlemann der schwarz-blauen Ära von Wolfgang Schüssel zum Finanzminister außer Dienst mit zweifelhaftem Ruf: Mittlerweile machen selbst namhafte Bürgerliche keinen Hehl mehr aus ihrer Erleichterung, dass aus Karl-Heinz Grasser in der ÖVP einst nicht mehr geworden ist.

Am Montag gestand Erhard Busek, früher einmal ÖVP-Obmann und selbst Vizekanzler, nun Präsident des Forum Alpbach: "Ich war nicht immer der Meinung von Andreas Khol, aber ich bin ihm in der Seele dankbar für die entscheidende Feststellung im damaligen Parteivorstand, die letztlich die Berufung von Karl-Heinz Grasser zum Vizekanzler verhindert hat." Trockener Nachsatz: "Eigentlich müsste der Wolfgang Schüssel dem Andreas Khol auch dankbar sein."

Hintergrund: Seit in der Causa Meinl das Verfahren eingestellt wurde, fällt der Name des Ex-Finanzministers dafür umso häufiger in den Fällen Buwog/Immofinanz und Kärntner Hypo - auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, ist das Image des ehemaligen Lieblingsministers von Schüssel damit gehörig angepatzt.

Kein Monat ohne Gratulation

Andreas Khol, einst ÖVP-Klubchef, "freut" sich jedenfalls "sehr" über das späte Lob seines Parteikollegen und ehemaligen Rivalen Erhard Busek, mit dem er während der Politkarriere unter anderem wegen dessen Skepsis ob Schwarz-Blau nicht immer bloß Freundlichkeiten ausgetauscht hat. Dazu bekennt Khol im Standard-Gespräch, dass seit seinem Widerstand gegen Karl-Heinz Grasser im schwarzen Vorstand "kein Monat vergeht", in dem ihm nicht jemand zum damaligen Vorgehen gratuliert.

Busek ist also bei weitem nicht der Erste? Neulich, erzählt Khol, jetzt Chef des schwarzen Seniorenbundes, hätten wieder etwa zwanzig Mitglieder angerufen, um ihm in der Grasser-Angelegenheit ihre Anerkennung auszusprechen. Allerdings, so räumt Khol ein, würden viele glauben, dass "ich schon damals etwas über ihn gewusst habe" - was der Altpolitiker stets zurückweist. Denn: Für ihn, Khol, haben die Vorverurteilungen in den aktuellen Causen schon "präfaschistische Züge", und: "Solange Karl-Heinz Grassers Schuld nicht bewiesen ist, hat er als unschuldig zu gelten."

Trotz alledem hält Khol es immer noch für "richtig", Karl-Heinz Grasser als Vizekanzler verhindert zu haben. Zwei Gründe dafür brachte der scheidende Nationalratspräsident damals ins Treffen - und an diesen hält er bis heute fest, warum sich der FPÖ-Abtrünnige keinesfalls für das Amt geeignet hätte. Erstens: "Eine Doppelspitze hat sich noch nie bewährt. Das führt in einer Partei unweigerlich zu Machtkämpfen und Intrigen." Und zweitens: "War und bin ich davon überzeugt, dass Karl-Heinz Grasser nicht einmal die vier Grundprinzipien der katholischen Soziallehre und somit den Charakter der Partei kennt - nämlich die Personalität, die Solidarität, die Subsidiarität und das Gemeinwohl."

Fazit von Khols Interventionen: Fünf Mitglieder des Vorstandes schlagen sich in besagter Jänner-Nacht 2007 auf seine Seite, sodass im Zuge der Neuauflage der großen Koalition nicht Karl-Heinz Grasser, sondern Wilhelm Molterer nebst dem Parteivorsitz doch auch das Finanzministerium wie das Vizekanzleramt übernimmt.

Wolfgang Schüssel schweigt

Hat Wolfgang Schüssel himself sein einst striktes Vorgehen gegen Karl-Heinz Grasser jemals gewürdigt, wie nun Erhard Busek anregt? "Nein", sagt Khol, aber: "Er hat mir auch noch nie einen Vorwurf gemacht. Wir schätzen einander bis heute." Der Eifrigste in Khols Gratulantenschar ist übrigens Josef Cap. Oft hat der SPÖ-Klubchef bereits erklärt, man müsse Andreas Khol ja so dankbar sein, KHG abgesägt zu haben. Khol dazu: "Ich weiß, dass das ein äußerst zweischneidiges Kompliment ist." (Nina Weißensteiner/DER STANDARD-Printausgabe, 24.8.2010)

Kommentar posten
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Freiheitliche saufen, Kärntner verkaufen!
08.11.2010 08:26
Den Grasser als was?

Der hat doch soviel Geld, da braucht man nicht arbeiten!

fredi 1990
17.09.2010 09:29
schüssel und khol müssten mit khg eingesperrt werden!

das wäre nur gerecht!

Macht, Medien und meine Meinung!
16.09.2010 23:47
das kennt kein övp-parteibuchbesitzer

die vier Grundprinzipien der katholischen Soziallehre und somit den Charakter der Partei kennt - nämlich die Personalität, die Solidarität, die Subsidiarität und das Gemeinwohl

Die Marslady
14.09.2010 21:51
Verfehlte Personalbesetzung

Es ist mir noch heute ein Rätsel, dass die ÖVP unter BK Dr.Schüssel einen in Sachen Finanzen unerfahrenen Youngster KHG zugelassen hat.
Die ÖVP hatte doch selbst in ihren eigenen Reihen genügend erfahrene Fachleute in Sachen Finanzen wie z.B. der einst legendäre Prof.Dr.Stephan Koren, sie hätte dieses Ressort nie und nimmer aus der Hand geben dürfen.
Das Finanzministerium unter der politischen Führung eines erfahrenen ÖVP-Finanzfachmannes hätte in den Jahren 2000-2007 (u.a. Eintritt in die Euro-Zone u.v.a.m) garantiert eine andere Richtung genommen, vor allem wären Österreich eher so manch peinliche Skandale erspart geblieben.
Letztendlich hat die nötige Menschenkenntnis des Herrn Prof.Dr.Khol mit Vernunft den Sieg davongetragen.

Harald Herrmann
30.11.2010 13:34
Schüssel

man sollte zweierlei nicht vergessen: prä-Schüssel hatte die ÖVP eine intellektuelle Basis, die durchaus geeignet gewesen wäre, das Finanzministerium zu "stemmen", aber: all jene, in der ÖVP, die die alten Werte (Anstand, Ehrlichkeit und, ja, auch Christentum) hochhielten, wurden von Schüssel nachhaltig verprellt. Der Niedergang der ÖVP begann nicht mit Pröll vs. Pröll oder der Fussnote Marek, er begann, als Schüssel all' das verriet, was der ÖVP wichtig und was - rückblickend betrachtet - auch für Österreich gut war. Manche verkaufen ihre Großmutter, Schüssel verkaufte eine - zumindestens noch, post Busek vielleicht nur mehr in Spurenelementen - christliche Partei.

Sternchen100
01.09.2010 09:23

Eins ist sicher, war die Ära Sinowatz damals für Österreich bereits ein Debakel, war die Ära Schüssel für ganz Österreich eine noch schlimmere Totalverfinsterung.

Seriöser Hütchenspieler
26.08.2010 17:53
Bin ich froh, dass Busek nichts ist....

leberkasi
17.09.2010 17:36
...sagt ein hütchenspieler!

galiontariaho
30.08.2010 14:48
tja..

seine stimme hat durchaus gewicht, aber nicht bei jenen kräften, die heute in der övp das sagen haben.

was natürlich so manche schade finden,a ber die wirtschaftsliberalen pseudokonservativen, die finden das natürlich gut so ;)

Ein Troll
27.08.2010 23:18
Ein Würschtel ist er aber schon noch immer!

BürgerAnwalt
26.08.2010 13:21
Viel foher sind viele, daß Busek nichts ist!

galiontariaho
30.08.2010 14:48
wieviel nicks haben sie sich eigentlich so zugelegt..

um hier mehrfach das selbe zu sagen?

der_kleine_pariser
 
28.08.2010 14:46

ja, vor allem die gummistiefler in der ÖVP.

ein mann mit Gesinnung und Kultur, das geht in so einer Partei halt einmal nicht.

per verser
25.08.2010 19:08

der grasser war ja als reiner finanzminister für die övp viel brauchbarer, als er es als vizekanzler jemals hätte sein können. und auch der bsuek hat vom grasserschen und schüsselschen wahnsinn profitiert.

Sepp Rosi
25.08.2010 10:36
Hr. Busek!

...sie sind so g'scheit das es weh tut.
bitte bleiben sie in der pol. pension ist sicher auch schön.

A Voice
25.08.2010 10:24
Geht's noch?

Die freuen sich, dass dieser windige Autoverkäufersohn nicht vizekanzler wurde? Daß er jahrelang Finanzminister war wird nobel übergangen. Ich fand's ja schon einen Skandal, daß eine zweite Amtszeit angedacht war, ganz zu schweigen davon, daß er als Vizekanzler überhaupt zur Diskussion stand.

Solidarität und Gemeinwohl - daß er sich diese Worte überhaupt in den Mund nehmen traut. Andererseits, einen eigenen Zugang zur Wahrheit hatte er ja schon immer.

Beelzebube
24.08.2010 21:55
Personalität, die Solidarität, die Subsidiarität und das Gemeinwohl

ich glaube nicht das es in der ÖVP, zumindestens seit Schüssel, jemanden gibt für den diese Grundprinzipien auch nur irgendeine Bedeutung haben.

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
25.08.2010 10:27

aber sie können sie auswendig aufsagen.... so wie vermutlich die 10 gebote.
bei verstoß kann man dann beichten gehn und die absolution erhalten.
so funktioniert das

Finn McCool
24.08.2010 14:06
Khols Geschichtsfälschung und Heldenstilisierung...

In Wahrheit war er doch ein großer Grasser-Verehrer ("brillante Rede, Karl-Heinz").

Der einzige Grund, warum er KHG verhindert hat, war der: Aufgrund der komplizierten Machtverhältnisse innerhalb der ÖVP hätte ein Vizekanzler KHG bedeutet, dass ein ÖVP-Minister *aus dem Westen* seinen Posten verloren hätte (wahrscheinlich hätte es Platter erwischt).

Das konnte der Tiroler Khol natürlich nicht zulassen. NUR DESHALB hat er KHG verhindert!

Marc Antony
31.08.2010 20:02

Interessante These.

Ihre Belege?

derfalke
24.08.2010 13:08
Dieser Busek ist doch jener,

der seinerzeit als ÖVP-Chef sämtliche Wahlen in Bausch und Bogen verloren hatte.

Wenn der heute der ÖVP ungebetene Ratschläge erteilen will, dann ist das ein schlechter Witz.

Versager bleibt Versager!

z1303
28.08.2010 00:29
Unter Busek ist hat diese Uni-Reform begonnen!

spoiled ballot
26.08.2010 23:58
mehr prozente der stimmen erreichter er aber immer als die blaunen

nur bei den promille blutakohol seid ihr wieder ganz.

auch irgendwie eine leistung.

Deus Ex Coquina
 
24.08.2010 17:42

Mit sturzbetrunkenen Versagern kennst Du Nullnummer Dich ja bestens aus!

galiontariaho
24.08.2010 17:31
hehe.

voll lustig wenn man bedenkt, dass sie der fpö-bzö-fpk-versagertruppe nachlaufen *g*

und egal wie busek bei wahlen abgeschnitten hat, er war einer der letzten wirklich christlich-sozialen chefs der övp... nach ihm kam der untergang der övp aus inhaltlicher sicht und die aalglatten typen übernahmen das steuer..

aber naja... sie sind ja ein populisten-opfer..

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