Schnellwachsender Gentechnik-Lachs zur Zulassung beantragt

23. August 2010, 17:27
40 Postings

"Entwicklung" eines US-Unternehmens wächst doppelt so schnell wie ihre natürlichen Verwandten

New York - Nicht dass der Mensch auf die Gentechnik hätte warten müssen, um das Potenzial von Nutztieren bis zum Maximum auszunutzen oder gar überzustrapazieren. Das zeigt beispielsweise die berüchtigte Rinderrasse "Belgian Blue", die durch eine natürliche Mutation zu hypertrophem Muskelwachstum neigt - eine Eigenschaft, die durch gezielte Zucht erhalten und verstärkt wurde. Kälber dieser Rasse müssen in der Regel durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden; eine Reihe von Ländern plädiert seit Jahren für das Ende der "Belgian Blue"-Zucht.

Die Gentechnik hat die Möglichkeiten zur "Optimierung" von Zuchttieren aber auf ein neues Level gehoben. So hat das US-Unternehmen AquaBounty Technologies einen genetisch veränderten Atlantischen Lachs entwickelt, der doppelt so schnell wie sein wilder Artgenosse wächst und bereits nach 18 Monaten - doppelt so schnell wie ein Wildlachs - ein Gewicht von rund 3,6 Kilogramm erreicht. Sollte die US-Food and Drug Administration (FDA) den Gentech-Lachs zulassen, wäre es das erste kommerziell hergestellte und zugelassene gentechnisch veränderte Tier. Der Prozess könnte jedoch mehrere Monate bis Jahre dauern.

Isolation

Die Hersteller sind der Meinung, dass es keine Risiken bei der Zucht des Fisches gebe, da alle gezüchteten Fische weiblich und steril seien. "Das ist zwar gut, aber damit ist die Gefahr noch nicht gebannt", meint Eric Hallerman, Leiter des Fisheries and Wildlife Department an der Virginia Tech University. Eine Zucht in Aquakulturen im Binnenland sei notwendig: "Unter allen Umständen muss vermieden werden, dass es zu einer Interaktion zwischen wildlebenden und Gentech-Lachsen kommt", meint der Experte. Atlantischer Zuchtlachs wird in Aquakulturen im Meer gezogen und dabei kommt es immer wieder vor, dass Zuchttiere in die Wildnis gelangen - was unter anderem zur Infektion der natürlichen Bestände mit Parasiten aus Aquakulturen führt (mehr dazu hier).

Von Kritikern in den USA wird der Gentech-Lachs schon jetzt als "Frankenfish" (bezugnehmend auf den Titel eines trashigen Horrorfilms) bezeichnet. "Es gibt keine Notwendigkeit dafür. Wir müssen keinen neuen Fisch erschaffen", meint Casson Trenor von Greenpeace USA. (pte/red)

Share if you care.