Forum Alpbach

Stiftungen wollen gemeinnütziger werden

23. August 2010, 18:00
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    foto: dpa/david ebener

    Österreichs Stiftungen wollen weg vom abgehobenen Image und packen die Gießkanne für gemeinnützige Projekte aus.

Projekte für Langzeitarbeitslose und Kampf gegen Armut sollen gefördert werden

Alpbach/Wien – Sechs Privatstiftungen aus Österreich haben sich zusammengetan und wollen mit vorerst zwei Projekten gemeinnützige Initiativen unterstützen. In Alpbach wurden die beiden Projekte vorgestellt, die von folgenden Einrichtungen gefördert werden: Erste Stiftung, Essl Foundation, Rudolf Humer Privatstiftung, Schweighofer Privatstiftung, Katharina Turnauer Privatstiftung und die Unruhe Privatstiftung.

Die Gründermillion

Mit dieser Initiative sollen Langzeitarbeitslose die Möglichkeit erhalten, sich via Mikrokredit mit einem kleinen Unternehmen selbständig zu machen. In der Folge könnten so auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit dem Geld von den Stiftungen (diese stellen 140.000 Euro in Form einer Widmungseinlage der Erste Bank zur Verfügung; in Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten will die Bank ein Kreditvolumen von fünf Mio. Euro bereitstellen), soll folgende Krux überwunden werden: In dem vom Arbeitsmarktservice (AMS) angebotenen Unternehmungsgründungsprogramm werden pro Jahr bis zu 5000 Personen befähigt, ein eigenens Unternehmen zu führen. Als Arbeitsloser ist es jeoch nicht leicht, von einer Bank einen Gründungskredit zu bekommen. Im Schnitt könnten somit ca. 400 Personen einen Kredit von rund 12.500 Euro bekommen.

Tu was, dann tut sich was

Dieses Projekt ist ein 2011 startendes Festival, das soziale Engagements fördern will, die „aus der Mitte der Gesellschaft“ entstehen, wie es Factsheet heißt. Gefördert werden sollen regionale Kooperationen in Wirtschaft und Gesellschaft, die gemeinsam für ein gutes Zusammenleben und Wirtschaften und gegen Armut kämpfen. Offen ist noch, wieviel Geld dafür zur Verfügung stehen wird. Hintergrund der Bemühungen der Stiftungen, gemeinnütziger zu agieren, könnte die aktuelle Besteuerungsdebatte sein, mutmaßen Stiftungsexperten. Im Abtausch gegen den Fall von Steuervorteilen der Stiftungen wollen die Privatstiftungen gemeinnützige Projekte steuerlich absetzbar machen, halten Experten fest. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Printausgabe, 24.10.2010)

sociovation
00
24.8.2010, 16:33
Ineffizenter pseudoaltruistischer Sozialkitsch

hawkwind -
00
24.8.2010, 15:48
Ich will diese Initiative nicht schlechtreden.

Aber die Frage ist doch, was mit Hilfe dieser Mikrokredite geschaffen werden soll. Die Idee stammt ja wohl aus den sogenannten Schwellenländern, wo arme Familien sich mit Hilfe solcher Mikrokredite eine Ziege oder einen Esel leisten können, mittels dessen sie dann für ein paar Cent Wasser transportieren oder ähnliche Dienstleistungen erbringen.

Ein weiterer Aspekt ist der, dass Stiftungen, nobel ausgedrückt, eine steuerschonende Vermögensanlage für den Stifter sind. Würde dieses Vermögen statt dessen korrekt versteuert, stünde dem Staat sehr viel Geld zur Verfügung, um seinen sozialen Verpflichtungen besser nachkommen zu können. Die Entscheidung darüber, wer gefördert wird, wandert bei diesem Modell also vom Staat zu Einzelpersonen.

die_eidechse
 
00
24.8.2010, 14:34
wie wärs mit: stiftungen sollten steuern zahlen?

Die völlig durchgeknalle Stimme der Vernunft
00
24.8.2010, 11:06
Im Falter wurde genau das treffendst kommentiert.

http://www.falter.at/web/print... hp?id=1209

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