Betriebsrat wegen Beratungs­honorars suspendiert

23. August 2010, 16:07
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Wien - Telekom-Austria-Betriebsrat Franz Kusin, Ex-Vorsitzender der Fraktion der Christgewerkschafter (FCG) bei der Telekom und Vize-Zentralbetriebsratsobmann, ist vom Unternehmen wegen eines Beratungshonorars von 30.000 Euro mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden. Einen entsprechenden Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" vom Wochenende bestätigte TA-Sprecher Martin Bredl.

Das Geld hatte Kusin wie berichtet von der Firma Valora des Ex-Lobbyisten Peter Hochegger 2008 für eine dreimonatige "Beratungstätigkeit in sozialrechtlichen Fragen" erhalten. Kusin hatte bei Bekanntwerden der Zahlung vor einem Monat erklärt, er sei auch "Managementberater" und habe Nebengeschäfte gemeldet. Er werde seine "privaten Geschäfte nicht kommentieren". Seinen Chefposten bei der FCG-Telekom hat Kusin zurückgelegt, er dementiert aber ein Fehlverhalten. Die Honorarnoten Kusins wurden laut "Falter" bei Hausdurchsuchungen im Zuge von Buwog-Ermittlungen gefunden.

Das Geld sei "auf Wunsch der Telekom/Herrn Fischer geleistet worden. Die Abrechnung erfolgte über mich, wahrscheinlich weil die Telekom das nicht direkt bezahlen wollte", gab Hochegger vor dem Staatsanwalt zu Protokoll. Rudolf Fischer war damals Festnetz-Chef der Telekom und Vize-Telekom-Boss. Hochegger hatte von der Telekom Austria einen Lobbying-Auftrag mit einem Etat von 6,5 Mio. Euro.

Wahlen im September

Seitens der Telekom Austria wird betont, dass man die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung unterstützt - es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Telekom-Chef Hannes Ametsreiter hat im Halbjahrespressegespräch vorige Woche volle Aufklärung im Lobbying-Fall rund um den PR-Berater Hochegger versprochen. Im September gibt es Betriebsratswahlen bei der Telekom Austria. (APA)

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