Geiselnahmen in Bussen

23. August 2010, 16:03
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Spektakulärer Fall im deutschen Gladbeck endete 1988 tödlich für zwei Geiseln

Schon mehrfach haben Kriminelle Busse entführt. In einigen Fällen kamen die Insassen mit dem Schrecken davon, bei anderen Taten gab es Tote und Verletzte. Einige spektakuläre Fälle:

  • 10. November 2006: In der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro endet eine Geiselnahme in einem Bus nach zehn Stunden Nervenkrieg unblutig. Der bewaffnete Täter lässt seine Ex-Frau als letzte Geisel frei und ergibt sich. Der Mann hatte das Fahrzeug mit etwa 80 Passagieren Stunden zuvor in seine Gewalt gebracht.
  • 12. April 2005: In einem Linienbus im westfälischen Ennepetal bringt ein bewaffneter Mann zehn Schulkinder in seine Gewalt. Sechs können sich befreien und fliehen. Mit vier Schülerinnen verschanzt sich der Geiselnehmer im Keller eines Wohnhauses. Nach fünf Stunden kann ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Kinder befreien.
  • 13. Mai 2004: Nach einem Überfall in Berlin bringt ein flüchtiger Bankräuber einen Linienbus mit etwa zehn Insassen in seine Gewalt und droht mit der Erschießung von Geiseln. Nachdem er die meisten Insassen freigelassen hat, stürmen Spezialkräfte den Doppeldecker. Die beiden letzten Geiseln kommen mit einem Schock davon. Der Täter wird verletzt.
  • 31. Juli 2001: Um die Freilassung inhaftierter Terroristen zu erzwingen, kapern schwer bewaffnete Tschetschenen im südrussischen Newinnomysk einen mit etwa 40 Menschen besetzten Bus. Im Lauf des Tages lassen sie elf Gefangene frei. Nach 13 Stunden Geiselnahme stürmt eine Anti-Terrortruppe den Bus und befreit die restlichen Geiseln. Ein Geiselnehmer wird dabei erschossen.
  • 6. Jänner 1998: Zwei angetrunkene Männer kapern in Bonn einen Linienbus mit drei Fahrgästen. Ihre erste Lösegeldforderung von 500.000 Mark (255.646 Euro) verdoppeln die Kidnapper schließlich und fordern zudem ein Flugzeug, das sie nach Brasilien bringen soll. Nach rund vier Stunden stürmt ein Einsatzkommando den Bus an einer roten Ampel in Düsseldorf und überwältigt die bewaffneten Männer.
  • 28. Juli 1995: Ein Mann bringt bei einer Stadtrundfahrt in Köln 26 Menschen in seine Gewalt. Er erschießt den Busfahrer und eine 64 Jahre alte Frau, verletzt einen Polizisten und eine Geisel schwer. Als die Polizei den Bus stürmt, erschießt sich der Kidnapper selbst. Fahnder finden die Geiseln gefesselt und mit verbundenen Augen vor.
  • 16. August 1988: Zwei bewaffnete Gangster nehmen in einer Bank in Gladbeck zwei Geiseln und erpressen ein hohes Lösegeld. Auf ihrer Flucht entführen sie in Bremen einen mit Dutzenden Menschen besetzten Bus. Einer der Geiselnehmer erschießt einen 15-jährigen Insassen. Im Tausch gegen ein schnelles Fluchtauto lassen die Entführer die meisten Geiseln frei. Mit zwei Frauen aus dem Bus geht die Irrfahrt weiter. Bei der Befreiungsaktion 54 Stunden nach Beginn des Dramas erschießen die Kidnapper eine Geisel. (APA/dpa)
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