Ein Sommerkick mit gelobter Besserung

23. August 2010, 15:27
96 Postings

Während die Rapid-Spieler gegen Mattersburg nicht zur Höchstform aufliefen, soll es auf der Fantribüne in Zukunft zivilisierter zugehen

Wien - Nur im Vergleich zu Aston Villa hat Rapid vor dem Play-off-Rückspiel zur Fußball-Europa-League eine perfekte Generalprobe hingelegt. Während der Club aus Birmingham am Sonntag ein 0:6-Debakel gegen Aufsteiger Newcastle kassierte, mühten sich die Hütteldorfer immerhin zu einem 2:0-Heimsieg über den punktlosen SV Mattersburg und verbesserten sich dank des dritten Liga-Sieges in Folge auf Platz drei.

Kein Feuerwerk

Allerdings blieb ein fußballerisches Feuerwerk gegen das Schlusslicht aus - dafür bekamen die 16.700 Zuschauer bei hohen Temperaturen einen lauen Sommerkick vorgesetzt, was für Rapid-Coach Peter Pacult jedoch nicht überraschend kam. "Es war das Match, das zu erwarten war, wenn man gegen einen Gegner spielt, der mit dem Rücken zur Wand und tief hinten steht."

Der Wiener sprach von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft, auch wenn die Burgenländer zu Beginn der zweiten Hälfte die Hausherren etwas in Bedrängnis brachten. "In dieser Phase hat es an Konzentration und Durchsetzungsvermögen gefehlt", analysierte Pacult, dessen Truppe mit einer Leistung auf Sparflamme zu drei Punkten kam und nun am Donnerstag in Birmingham auf einen zuletzt geprügelten Gegner trifft.

"Die ersten drei Gegentore nicht herausgespielt"

Der Trainer wollte die Schlappe von Aston Villa in Newcastle aber nicht überbewerten. "Ich warne vor diesem Ergebnis. Villa hat bei 0:0 einen Elfer vergeben, und die ersten drei Gegentore sind nicht herausgespielt worden, die sind passiert. Weder das 0:6 von Villa noch unser 2:0 hat etwas an der Ausgangsposition verändert", betonte der 50-Jährige.

Pacult geht davon aus, dass die "Villians" am Donnerstag mit ihrer nominellen Einser-Garnitur - also mit der Newcastle-Formation und nicht mit jener vom 1:1 im Hanappi-Stadion - antreten werden, und spekuliert nach wie vor mit einer Überraschung. "Villa wird uns Räume geben. Es wird darauf ankommen, ob wir in diesem Hexenkessel Herz zeigen."

Harmonie in der Innenverteidigung von Nöten

Viel wird auch davon abhängen, ob Mario Sonnleitner in der Innenverteidigung gemeinsam mit dem erst kürzlich genesenen Ragnvald Soma gut harmoniert. "Aber zum Glück habe ich schon in der Vorbereitung oft mit ihm zusammengespielt, deswegen kenne ich ihn relativ gut", meinte der Steirer.

Sonnleitner musste zwar am Sonntag sein zweites Cut binnen vier Wochen einstecken ("In sechs Jahren bei Sturm habe ich kein einziges gehabt"), durfte sich aber auch über seinen ersten Treffer im Rapid-Trikot freuen. "Ein herrliches Gefühl, noch dazu genau vor dem Block West", freute sich der Abwehrspieler.

Sonnenschirme werden abgeschafft

Der harte Kern der Westtribüne könnte aus den Vorfällen vom vergangenen Donnerstag gelernt haben. Mittlerweile entschuldigten sich Fan-Vertreter bei Villa-Kicker Andreas Weimann, der verletzt auf der Bahre liegend angeschüttet und beschimpft wurde, und wollen dem Ex-Rapidler im Zuge des Rückspiels ein Geschenk überreichen. Clubservice-Leiter Andy Marek kündigte außerdem an, dass ab sofort keine Sonnenschirme zum Schutz der Gastmannschaft mehr eingesetzt werden. Gegnerische Spieler müssen sich bei der Ausführung eines Eckballs nicht mehr darauf einstellen, mit Bier beschüttet oder mit Gegenständen beworfen zu werden, so lautet das Vorhaben.

Gegen Mattersburg präsentierten sich die grün-weißen Anhänger wieder von ihrer besseren Seite. Emotional wurde es vor allem dann, wenn Reizfigur Ilco Naumoski am Ball war - der Stürmer feierte nach abgesessener Fünf-Match-Sperre sein Pflichtspiel-Debüt in dieser Saison und sorgte zu Beginn der zweiten Hälfte für neuen Schwung. "Wir sind froh, dass er wieder da ist und uns helfen kann. Aber er braucht auch die Unterstützung der Mannschaft", sagte Mattersburg-Trainer Franz Lederer.

Mattersburger Auswärtsmisere

Für seine Truppe setzte es nicht nur die fünfte Niederlage in der fünften Partie in diesem Spieljahr, sondern auch saisonübergreifend bereits die neunte Auswärtsschlappe en suite - dennoch ortete der Betreuer des Tabellenletzten einen leichten Aufwärtstrend. "Die zweite Hälfte war ein Schritt vorwärts. Wenn unser Stangenschuss gepasst hätte, wäre ich neugierig gewesen, was passiert wäre", erklärte Lederer. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Veli Kavlak horizontal.

Share if you care.