Kriminologen-These: Gewaltspiele steigern nicht nur die Gewaltbereitschaft, sondern verringern auch die Konzentrationsfähigkeit.
Wien - Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche mit Computerspielen
verbringen und je brutaler die Inhalte sind, umso schlechter sind die
Schulnoten. Das sagte der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer im
"Ö1-Morgenjournal" und verwies auf mehrere in letzter Zeit erstellte Studien.
Pfeiffers These: Gewaltspiele steigern nicht nur die Gewaltbereitschaft, sondern
verringern auch die Konzentrationsfähigkeit.
"Wenn man aktiv in der Rolle des Tötens ist, der jubelnde Sieger, der
möglichst viele schnell getötet hat, das wirkt sich auf die Psyche auf Dauer
aus", so der Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen.
Hintergrund: Das Gehirn schüttet bei Erfolgen den Glücksbotenstoff Dopamin aus -
und das passiere beim Erfolg mit ein paar Klicks eben häufiger und schneller als
beim mühsam erarbeiteten Schulwissen. Zusätzlich würde die emotionale Wucht von
Gewaltspielen die Kinder so belasten, dass die Konzentrationsfähigkeit leidet
und das in der Schule Gelernte aus dem
Kurzzeitgedächtnis verschwindet statt im Langzeitgedächtnis zu landen.
Das spiegelt sich auch bei den Ergebnissen der internationalen
Bildungsvergleichsstudie PISA wider, wie eine ältere Untersuchung Pfeiffers
zeigt: Jene Gruppen, die häufiger Computer spielen, schneiden schlechter ab.
Pfeiffer verweist auch auf eine Studie seines Instituts aus dem Jahr 2010, bei
der 45.000 Jugendliche in Deutschland befragt wurden. Buben bringen schlechtere
Leistungen, weil sie "viel stärker in die brutalen Medieninhalte einsteigen, als
die Mädchen das tun". (APA)