Computerspiele sorgen für schlechtere Schulnoten

23. August 2010 13:21

Kriminologen-These: Gewaltspiele steigern nicht nur die Gewaltbereitschaft, sondern verringern auch die Konzentrationsfähigkeit.

Wien - Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche mit Computerspielen verbringen und je brutaler die Inhalte sind, umso schlechter sind die Schulnoten. Das sagte der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer im "Ö1-Morgenjournal" und verwies auf mehrere in letzter Zeit erstellte Studien. Pfeiffers These: Gewaltspiele steigern nicht nur die Gewaltbereitschaft, sondern verringern auch die Konzentrationsfähigkeit.

"Wenn man aktiv in der Rolle des Tötens ist, der jubelnde Sieger, der möglichst viele schnell getötet hat, das wirkt sich auf die Psyche auf Dauer aus", so der Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen. Hintergrund: Das Gehirn schüttet bei Erfolgen den Glücksbotenstoff Dopamin aus - und das passiere beim Erfolg mit ein paar Klicks eben häufiger und schneller als beim mühsam erarbeiteten Schulwissen. Zusätzlich würde die emotionale Wucht von Gewaltspielen die Kinder so belasten, dass die Konzentrationsfähigkeit leidet und das in der Schule Gelernte aus dem Kurzzeitgedächtnis verschwindet statt im Langzeitgedächtnis zu landen.

Das spiegelt sich auch bei den Ergebnissen der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA wider, wie eine ältere Untersuchung Pfeiffers zeigt: Jene Gruppen, die häufiger Computer spielen, schneiden schlechter ab. Pfeiffer verweist auch auf eine Studie seines Instituts aus dem Jahr 2010, bei der 45.000 Jugendliche in Deutschland befragt wurden. Buben bringen schlechtere Leistungen, weil sie "viel stärker in die brutalen Medieninhalte einsteigen, als die Mädchen das tun". (APA)

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Festnetzwiederanmelder
01.09.2010 18:53
Einem Kind mit gesunder Umgebung

wird vorm Computer schnell fad.

Bestes Beispiel: unser 16jähriger.

Wir haben nie Verbote gesetzt. Er hat eine Zeitlang WOW und diverse andere Dinge probiert, es wieder aufgegeben zugunsten einer HTL-Ausbildung mit realen Herausforderungen, dem Badminton und seinen Freunden. Die hängen zwar derzeit nur gemeinsam ab und philosophieren übers Nichtstun, wenn sie mal nicht lernen müssen, aber sie schauen sich dabei gegenseitig zu.

Am liebsten verbringt er immer noch Zeit mit seinem Vater - die ist knapp wenn beide 45 Stunden "arbeiten" - bis die erste Freundin kommt. Die ja laut Statistik nichts von Computerspielen hält.

Menuhin
26.08.2010 16:27

Oft werden meiner Meinung nach genau jene Menschen süchtig nach Spielen, die wenig soziale Kontakte pflegen. Woran kann das liegen? Zum Beispiel am schlechten familiären Zusammenhalt. Wenn Eltern und Kinder nicht wirklich miteinander kommunizieren, Kinder folglich Schwierigkeiten haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren, kann ich mir gut vorstellen, dass das eine oder andere Spiel verhilft, deren geringes Ego zu stärken. Und wie sollen genau jene Kinder verhindern, von Spielen "vereinnahmt" zu werden?

Ich finde also, dass Gewaltspiele höchstens die Auslöser für Amok, schlechte Noten, ... sind, die Ursachen liegen viel tiefer in unserer Gesellschaft.

yummypancake
 
24.08.2010 13:01
Jeder Mensch ist anders...

...und so unterscheiden sich sicherlich auch Reaktionen und Auswirkungen von PC-Spielen von Person zu Person.

AlBundyFan
 
24.08.2010 11:08
sicher verschlechtern sich die noten

je mehr man zeit für tätigkeit x verbraucht desto weniger zeit bleibt für tätigkeit y über und die leistung leidet.

als x kann man jetzt zb. computerspielen und für y lernen einsetzen.

oder ich kann für x lernen und für y counterstrike spielen einsetzen - könnte dann auch einen artikel schreiben "übermäßiges lernen verringert fähigkeiten im spiel counterstrike"

nachtdenker
 
24.08.2010 08:59
Computerspiele sorgen für schlechtere Schulnoten

ja aber nur, wenn man soviel "daddelt", dass fürs lernen keine zeit mehr ist...

hat jedoch mit der art des spiels null zu tun.
deshalb sind die aussagen pfeifers (wie immer) hanebüchener quatsch.

Pingu
23.08.2010 22:49

Pfeiffer hat doch von Computerspielen keine Ahnung. Der hat schon des öfteren Sachen über Computerspiele behauptet, die einfach nicht den Tatsachen entsprechen (z.B. in Bezug auf deren Gewaltgehalt) - da er von diversen Redakteuren bereits darauf hingewiesen wurde, weigert er sich ja meines Wissens jetzt mit ihnen zu diskutieren. (Vor ein paar Jahren hat er glaube ich auch erzählt, dass er noch nie eins dieser Spiele selber gespielt hat und dies auch für unnötig hält)
Es gibt Studien, die Computerspiele für förderlich, schädlich oder ohne große Auswirkungen halten. Die "Wahrheit" ist wohl, dass es stark von anderen Faktoren abhängt, wie sich Spiele auswirken. Aber bei einem bin ich mir sicher: Studien von Pfeiffer sind zu vergessen.

gärtner
23.08.2010 20:30
kinder und jugendliche lieben halt wehrsportübungen

war schon immer so.
ist menschlich.

Michael B
23.08.2010 20:09
Vielleicht werden hier Ursache und Wirkung nur verwechselt...

Hans Müller1
 
24.08.2010 08:57
Warum? Computerspiele haben ein hohes Suchtpotential,

jeder der selber spielt weiß das. Wenn man ein neues Spiel hat fällts einem natürlich schwerer sich auf die Hü zu konzentrieren. Oder wenn die Hü ein bißchen schwieriger wird sitzt man gleich wieder an der Konsole.

Weiß nicht was so schwer daran ist sich das einzugestehen

hagane
24.08.2010 19:23

es gibt viele dinge die ein hohes suchtpotential haben. die exakt gleichen kritischen äußerungen gabs auch lange zeit bei musik... dann beim fernsehen... jetzt ist eben pc/konsole dran und spätestens wenn die nächste massenunterhaltungstechnologie verbreitet ist wird der pc/konsole in ruhe gelassen und die leute fallen über das neue medium her.

hinweis4
23.08.2010 19:44
Gewaltspiele als alleinige Ursache für Schulprobleme

scheint mir ein bißchen zu einfach gestrickt. Ursache und Wirkung könnten ja auch anders zusammenhängen:
1. Kinder, die viel Zeit mit Computerspielen verbringen, haben vielleicht Eltern, die sich wenig kümmern(können)
2. Eltern, die sich wenig kümmern(können), greifen auch nicht ein, wenn ein Spiel ungeeignet für ihren Spross ist
3. Wenn Kinder selber entscheiden können, ob sie lieber den Nachmittag über am Computer spielen oder Hausaufgaben machen, entscheiden sie sich wahrscheinlich nicht so leicht fürs Lernen
4.Kinder, die ihre beste Zeit mit Computerspielen verbringen, haben möglicher Weise wenig Freunde.
5. Mädchen verbringen generell viel weniger Zeit mit Computerspielen - kein Wunder, dass sie in der Schule besser abschneiden.

srinivasa
23.08.2010 18:56

Ich bin schockiert, dass die Mehrheit der Poster ernsthaft glaubt, virtuelle Gewalt - meist so realitätsnah wie möglich - induziere keine reale Gewalt.
Ego-Shooter werden von US-Militärs zur Ausbildung ihrer Rekruten verwendet und da meinen irgendwelche Schwachköpfe, die wahrscheinlich selber stundenlang am Schirm sitzen und herumballern, dass die virtuelle Gewalt nichts mit realer Gewalt zu tun hat?
Meiner Meinung nach sind solche Spiele virtueller Sondermüll, der die Gerhirne unserer Kinder unbestraft verschmutzt und sonst nichts.

Galgenvogel
27.08.2010 02:15

hab früher auch sehr oft counterstrike und andere ego shooter gespielt. aggressiv wurde ich nie, und auch keiner den ich kenne, der das gespielt hat.
mittlerweile bin ich einfach zu faul geworden windows zu booten nur um zu spielen.
also kann ich nur sagen, dass sie verallgemeinern wie sehr viele, was mittlerweile auch so eine art volkskrankheit geworden ist...
prost

Knochenmann
24.08.2010 12:29

Ob vielleicht deswegen diese Spiele AB ACHTZEHN sind? Gleiches gilt übrigens für Wodka, Führerscheine und echte Waffen. Ich meine ja nur falls Sie vorhatten irgendetwas davon einem Minderjährigen zu Weihnachten zu schenken.

trollvottel
24.08.2010 10:33

a) Die US Army verwendet ihre Shooter-Spiele nicht, wie AFAIK auch Pfeiffer behauptet, zur Abhärtung ihrer Soldaten oder zum Wegtrainieren irgendwelcher Schießhemmungen, sondern zum Einprägen von Rollen und Teamkooperation.
Dass, wie Pfeiffer behauptet, jemand leichter einen realen Abzug drückt, weil er schon in CS viele Mausklicks durchgeführt hat, halte ich für Unsinn.

b) Nicht jeder, der sich einem Stammtischargument widersetzt, ist dumm.
Gegenfrage: Sind denn all die Konsumenten von Chuck-Bronson- und Dirty-Harry-Vigilantefilmchen zu mordenden Stadtwachen mutiert? Man muss auch Jugendlichen eine gewisse Medienkompetenz zugestehen.

Hans Müller1
 
24.08.2010 11:48
die Tötungshemmung hat bei amerikanischen Soldaten

seit dem zweiten Weltkrieg und Koreakrieg drastisch abgenommen durch gezieltes Training, nur so als Info

Pingu
24.08.2010 18:09

Wie wurde das denn gemessen?
(Wobei wie immer hier auch die Frage bleibt, ob daran nicht andere Faktoren mitwirken bzw. ob Computerspiele dazu überhaupt beigetragen haben)

dr.ban cok
24.08.2010 02:53

es passiert schon immer seltener aber doch noch ab und wann dass jemand null ahnung hat. sie sollten schon etwas unterscheiden ob kinder oder erwachsene computer spielen. sonst müsste man ihnen glatt unterstellen dass sie naiv sind.

niewieder nett
 
23.08.2010 19:28

vielleicht glauben das die meisten hier, weil sie selbst gespielt haben oder leute kennen die jahrelang egoshooter gespielt haben. vermutlich haben diese menschen heute eine solide ausbildung, job und sind durchschnittlich nette zeitgenossen.
ich glaube sehr dass die aufregung um computerspiele lächerlich unnötig ist. natürlich kann alles zu eklig werden (zB wenn der Ziel des Spiels die Vergewaltigung einer Frau ist) aber mich alamiert vernachlässigung, psychischer und physicher missbrauch, religiöse oder politische verhetzung...von kindern weit mehr.

AntiFa201
23.08.2010 18:46
super einsicht... wie viel hat diese studie gekostet, mit dem ergebnis, dass bereits jeder kennt?

Der Zwersch
23.08.2010 23:16

War unbezahlbar, weil es solche Studien garnicht gibt.

Christoph Karl Steininger
23.08.2010 16:25
Dumme Gewaltspiele

werden von Kindern gespielt? Trotz Altersbeschränkungen? Na Gute Nacht!

trollvottel
23.08.2010 16:41

Ja, Kinder spielen dumme Gewaltspiele, wo es um Mord und Totschlag geht: Räuber und Gendarm zum Beispiel, oder Cowboy und Indianer: Bumm! Bumm! Du bist TOT! Menschen sind mörderisch.

Das gibt es in Halb-Echt für Kinder, mit Spielzeugpistolen und -gewehren. Wir haben damals auch mit Plastiksoldaten und Modellpanzern gespielt, da war noch kalter Krieg (70er/80er) ...

... und inzwischen ist's halt virtuell: Rauber-und-Schandard nur halt mit Amis-gegen-Iraki oder im 2. Weltkrieg. Verbessert Auge-Hand-Koordination, macht Spaß ...

... aber solang nicht irgendein Wahnsinniger den Kids dann Zugang zu echten Waffen verschafft oder ständig von Gewalt / Abknallen als Problemlösung schwafelt wie manche Väter, ist das eigentlich ganz normal. Oder?

Christoph Karl Steininger
23.08.2010 17:12
Also wir haben auf einer Gstätten eine Hütte gebaut.

Das war dann die Festung. Angriff (stürmt das Blockhaus) und Verteidigung. Späterhin wars sogar ein Raumschiff und die Spiele ein bisschen abstrakter. Irgendwer musste immer den Klingonen oder so machen.
Ah - goldene Jugend.
Heutzutage gibts keine Gstätten mehr. So scheint es.

complex threat
23.08.2010 17:08

Bitte springen sie über ihren eigenen schatten und versuchen sie wenigstens zu verstehen, dass die Immersion bei Computerspielen auf einem anderen Level stattfindet (höher) und Kinder, die von den Eltern vernachlässigter weise NICHT von 16+/18+ spielen fern gehalten werden (oder wenigstens 'begleitet' werden), sehr wohl Schäden davon tragen können.

Natürlich sollten Kinder auch nicht echten Waffen umgehen dürfen/müssen.

Wo ist das Problem?! Beides ist falsch.

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