Allergie kann zu Stolperstein im Beruf werden

23. August 2010, 16:06
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Kontaktekzeme als häufigste allergische Reaktion am Arbeitsplatz

Melkof - Viele Berufseinsteiger müssen jedes Jahr ihre Ausbildung abbrechen, weil sie auf einen bestimmten Stoff am Arbeitsplatz allergisch reagieren. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Allergie gegen feine Staubpartikel oder Zusatzstoffe in Zement handeln, aber auch das Gummi in Schutzhandschuhen oder das Glyoxal in Desinfektionsmitteln kann eine allergische Reaktion hervorrufen. 

Kontaktekzeme als Hauptproblem

Zu den häufigsten allergischen Reaktionen zählt die Entstehung von Kontaktekzemen, meist an den Händen. "Dabei kommt es zu einer Sensibilisierung gegenüber eines bestimmten Allergens, was bei nochmaligem Kontakt zum unangenehm juckenden oder brennenden Ekzem führt", erklärt Arne Menzdorf von Deutschlands größtem Allergiker-Portal myAllergo. Neben dermatologischen Reaktionen sei auch die Ausbildung einer asthmatischen Atemwegserkrankung in Folge einer allergischen Reaktion sehr häufig. 

Die Medizin kennt rund 250 Stoffe, die als Auslöser einer am Arbeitsplatz entstandenen Atemwegserkrankung gelten. "Besonders hervorzuheben sind hier Mehlstaub und Friseurchemikalien", so Menzdorf. Zu Kontaktekzemen führen insbesondere Epoxidharz, Nickel oder Gummi. Neben Friseuren und Bäckern müssen daher besonders häufig Maler, Lackierer, Kranken- oder Altenpfleger ihre Berufe allergiebedingt aufgeben. Der Schaden, der der Wirtschaft jährlich durch berufsbedingte Hauterkrankungen entsteht, wird auf 1,25 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

Rat bei Berufswahl

Damit es soweit nicht kommt, sollten Berufsanfänger, die bereits unter einer Allergie leiden oder deren nahe Verwandte allergisch auf spezielle Stoffe reagieren, sorgfältig prüfen, für welchen Lehrberuf sie sich entscheiden. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und dem Berufsinformationszentrum der zuständigen Agentur für Arbeit kann meist ein Beruf gefunden werden, der den eigenen Vorstellungen entspricht, in dem die Belastung mit Allergenen allerdings gering ist. (red)

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    Gummi in Schutzhandschuhen kann Allergien auslösen

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