Rund 4.000 Schulversuche an den österreichischen Schulen

23. August 2010, 10:52
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Am beliebtesten: "Alternative Form der Leistungsbeurteilung" - Aber nicht statt herkömmlicher Ziffernnoten, sondern zusätzlich

Wien - In Österreich ist eine Schule ohne Schulversuch schon fast ein eigener Schulversuch. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). So übersteigt etwa im Bereich der AHS die Zahl der Schulversuche jene der AHS-Standorte (an einer Schule können auch mehrere Schulversuche laufen, Anm.). Im Volksschulbereich läuft allein der Schulversuch "Alternative Form der Leistungsbeurteilung" an fast der Hälfte der Standorte. Insgesamt gibt es an den rund 6.000 Schulen rund 4.000 Schulversuche, manche davon laufen bereits seit Jahrzehnten.

An den AHS sind an den rund 340 Standorten derzeit 375 Schulversuche zur Erprobung der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung (künftige Zentralmatura) in Fremdsprachen eingerichtet. Dazu kommen noch 200 "normale" Schulversuche wie etwa zur Erprobung von E-Learning in Notebook-Klassen oder von Modulsystemen in der Oberstufe sowie etwa zehn zur "Neuen Mittelschule" (NMS).

"Alternative Form der Leistungsbeurteilung"

An den rund 3.300 Volksschul-Standorten laufen rund 2.000 Schulversuche, etwas mehr als 1.500 allein zu "alternativen Formen der Leistungsbeurteilung". Dabei werden statt bzw. zusätzlich zur Ziffernbeurteilung verbale Beschreibungen, verbindliche Elternaussprachen, Leistungsvorlagen oder Lernzielkataloge eingesetzt.

An den Hauptschulen dominiert der Schulversuch Neue Mittelschule mit mehr als 300 Standorten. Dazu kommen noch rund 250 andere Schulversuche an den insgesamt knapp 1.200 Hauptschulen. Im Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) gibt es mehr als 400 Schulversuche an knapp 730 Standorten, an den Berufsschulen rund 60 an 160 Standorten.

Abweichungen von den Bestimmungen des Schulorganisationsgesetzes (SchoG) "zur Erprobung besonderer pädagogischer oder schulorganisatorischer Maßnahmen" bzw. die "Entwicklung neuer Lehrplaninhalte sowie zur Verbesserung didaktischer und methodischer Arbeitsformen (insbesondere sozialer Arbeitsformen) an einzelnen Schularten" bedürfen eines Schulversuchs - egal ob es um eine neue Schulform wie die NMS geht oder lediglich um den Wegfall der Betragensnote. (APA)

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