Stille, versteckte Schönheit

23. August 2010, 16:48
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    foto: slovenia.info

    Die Weinregion Goriska Brda liegt knapp zwei Stunden östlich von Udine bzw. zwei Stunden westlich von Lubljana. Das Gebiet erstreckt sich vom Fluss Soèa (auf italienischem Boden: Isonzo) im Südosten bis zum Grenzfluss Idrijca (in Italien: Judrio) im Nord- westen.

    Weitere Informationen über Reisen in Brda sowie Unterkünfte, Restaurants und Weinverkostungen bietet das Slowenische Tourismusbüro: Opernring 1/R/4/447. Tel: 01/715 40 10. E-Mail: info@slovenia-tourism.at.

    Tourismuszentrum Brda: Grajska cesta 10, 5212 Dobrovo. Tel: 00386/5 395 95 94, E-Mail: ticobcina-brda.si

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    Das Landhaus Belica in Medana erreicht man am besten über Dobrovo. Das Restaurant hat Dienstag Ruhetag. Das Hotel verfügt über acht sehr geräumige Doppelzimmer und zwei Suiten für zwei Personen. Ein Zimmer mit Jakuzzi. Informationen und Reservierung unter www.belica.net.

    Hisa Marica in Smartno liegt nur wenige Kilometer von Belica entfernt. Dienstag und Mittwoch sind in der Weinstube Ruhetage. Für die Nächtigung stehen ein Apartment für vier Personen und drei Doppelzimmer zur Verfügung. Infos unter www.marica.si.

    Weitere Unterkünfte: Ferienbauernhof Mirela Peresin in Breg; Roman Stekar in Snezatno; Stefan Stanfel in Podsabotin, Katja Tomazié in Hum.

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    Wege zum Wein gibt es in der Brda viele: Unzählige Winzer laden zu Verkostungen ein, so etwa die Vinoteka Brda im Schlosskeller von Dobrovo von Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 21 Uhr. Tel: 00386/5 395 92 10.

    Essen im Schloss täglich in Dobrovo. Tel: 00386/5 395 95 06.

    Ales Kristancics "Lunar" kann man bei Movia probieren: Ceglo 18 in Dobrovo. Tel: 00386/ 5 395 95 10.

    Auswahl an Winzern und Weinkellern: Mirjan Sirk in Biljana; Constantini in Plesivo, Marko Skocaj in Ceglo; Edi Simcic in Vipolze; Erznetic in Visnjevik, Jakoncic; Kabaj Morel in Slovrenc; Klinec in Medana; Marjan Simcic in Ceglo sowie Scurek in Plesivo.

Den Vergleich mit Südsteiermark und Toskana muss Goriska Brda nicht scheuen. Im Gegenteil: Sloweniens Weinland ist besser

Wann es in der Brda am schönsten ist? Schwer zu sagen. Im Frühling verwandeln die Kirschblüten das Hügelland in einen Traum aus Weiß und Rot. Der Sommer hält die festen Weinstöcke mit vollen Reben bereit und spendet dicke, saftige Feigen. Der Herbst bringt die Farbe, den Wein und die Gänse, im Winter legt sich ein Dunstschleier über das Land, und der kühle Wind vom Karst wiegt die Natur in einen sanften, erholsamen Schlaf. Zu poetisch? In Worten vielleicht, an die Wirklichkeit kommt man mit dieser Beschreibung immer noch nicht heran.

"Land der kleinen weißen Kirchen auf den Gipfeln der Hügel", nennt sich die Region Goriska Brda, zu Deutsch "In den Ecken". Zwei Stunden von Udine entfernt breitet sich an der Grenze zum friulanischen Collio ein reizendes Hügelland aus, das man zu jeder Jahreszeit neu entdecken kann. Im Schatten des Collio entwickelte sich hier, auf einem Gebiet von 72 Quadratkilometern, die wichtigste Weinregion Sloweniens.

Die Menschen der Brda - rund 6000 wohnen hier - sind stolz und wirken auf die neugierigen Wein-Touristen geerdet und unaufgeregt. Diese Charaktereigenschaften drücken sich in allem aus, was das Landhotel Belica, dem wahrscheinlich besten Haus der Brda von Slatko Mavric, auszeichnet. In Medana bauten Zlatko und sein Bruder ein Hotel im Landhausstil.

Zlatko selbst bekommen die Gäste kaum zu Gesicht. Er ist ein zurückhaltender Tausendsassa, der sich um Wein, Prsut, Speck und Salami kümmert. Das Hotel führt mit sanftem Charme Zlatkos Frau Meri. Sie sorgt dafür, dass in der Früh die selbstgemachten Pfirsich- und Feigenmarmeladen bereitstehen und Käse und hausgemachter Prsut nie ausgehen.

Zum Hotel gehört ein erstklassiges Restaurant in einem Gastgarten, der an klaren Tagen den Blick bis zum Meer bei Triest und weiter Richtung slowenische Küste bis Koper freigibt. Richtung Norden blitzen die Schneereste der Gipfel der Julischen Alpen.

Heilsam und still ist das Land selbst: In Smartno, der Stadt mit dem mittelalterlichen Zentrum, bauten die Mavrics ein weiteres Kleinod: die Weinstube Hisa Marica mit ein paar Zimmern in den oberen Stockwerken. Hier trinkt man die autochtone Weinsorte Rebula und die bekannteren Sivi Pinot, Chardonnay, Merlot und Sauvignonasse - früher Tokai, dem die Bezeichnung aufgrund ungarischer Namensgleichheit verboten wurde. Smartno gehört zu den interessantesten Städten der Region. Das Dorf auf dem Hügel entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf den Ruinen einer römischen Siedlung und erzählt von lebendigeren Zeiten: Die Festung entstand, als Habsburger und Venezianer Kriege führten. Nachdem Tod des letzten Grafen von Görz ging es in den Besitz der Habsburger über. Kaiser Maximilian I. bekam nicht nur die Festung, sondern gleich das ganze Gebiet. Smartno wurde wichtige strategische Schnittstelle.

Heute werden immer mehr der Häuser innerhalb des autofreien Dorfs restauriert. So etwa das "Klagenfurter Haus", in dem Künstler ihre Werkstätte gefunden haben.

Die slowenischen Weine genießen mittlerweile einen guten Ruf. Das Image fördern junge Winzer wie Ales Kristancic. Dem Inhaber des Weingutes Movia in Dobrovo sucht nach neuen Formen der Gärung. Beim Sekt lässt er den Heferückstand absichtlich in der Flasche. Das erfordert beim Öffnen eine eigene Technik: Man hält die Flasche mit dem Hals nach unten und entfernt Korken im Wasserbad.

Geradezu unverschämt gesund schmeckt sein "Lunar", der bis auf die Weinlese völlig unberührt wächst. Für den runden Geschmack des Weißen kommen die ausgelesenen Trauben in speziell entwickelte Barriques, wo sie acht Monate lang mit den Schalen gären. Bei Vollmond wird er direkt von den Barriques in Flaschen gefüllt. Kein Pressen, keine Filtration und ohne Säurezusätze.

Wer mehr braucht und auf Nummer sicher gehen will, sucht ein paar Kilometer weiter die Vinoteka Brda in Dobrovo auf. Im Weinkeller des Schlosses Dobrovo können dann sämtliche Tropfen der Region probiert werden. Besichtigungstouren lassen sich im Vorbeigehen organisieren: Immerhin sitzt man in historisch bedeutsamen Gemäuern.

Wieder waren venezianische Angreifer die Ursache für das Bedürfnis nach Kokonisierung, diesmal später als in Smartno, nämlich im 17. Jahrhundert. Die ersten Besitzer kamen aus Italien. 1872 ging der Besitz durch Heirat an die Familie Baguer. Im Schloss selber locken zahlreiche Ausstellungsräume mit Wappensälen und Wandgemälden. Wen dann der Hunger plagt, der bleibt am besten zu Hause: Im Schloss ist das Spitzenlokal Grad Dobrovo beheimatet. Theoretisch müsste man den ganzen Tag nicht nach draußen.

Das steigt schnell in den Kopf, also rasch hinaus ins Freie, wo noch mehr kulinarische Genüsse warten, und zwar dort, wo sie ursprünglich wachsen. Kirschen, Pfirsiche, Feigen, Marillen, Oliven und Kastanien begleiten die Jahreszeiten.

Es wäre dennoch ein schwerer Fehler, sich in der Brda ausschließlich Leib und Magen zu verschreiben. Die Hügellandschaft wird immer wieder mit der Südsteiermark oder der Toskana verglichen, was von der Topografie stimmen mag. Wer aber auch die Abgeschiedenheit und Einsamkeit auf höchstem Niveau sucht, möchte den äußersten Westen Sloweniens nie mehr wieder verlassen. Oder zumindest wiederkommen. (Doris Priesching/DER STANDARD/Printausgabe/21.08.2010)

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Die Menschen der Brda sind stolz und wirken auf die neugie- rigen Weintouristen zurückhaltend, geerdet, unaufgeregt und mit ihrem Land verbunden.
Von Rebula bis Sauvignonasse: Sloweniens Weinland Brda entwickelt eigenes Selbstbewusstsein.
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Kommentar posten
11 Postings
wolfman64
12
26.8.2010, 13:28
es ist so unfassbar schön dort.......

Wahnsinn! Wirklich ein Wahnsinn! Umgeben von Genüssen - erstklassigem Wein (auch auf italien. Seite) und grandioses Essen!!!

Mens Sana
02
24.8.2010, 17:26
Kleine historische Korrekturen

1. selbst zu Titos Zeiten war die Goriska Brda unter Insidern schon immer mehr als eine Reise wert - hervorragendes, landestypisches Slow Food und was da erst in den Kellern lag...
2. in Ansätzen vermarktet wurden damals lediglich die Weine des seinerzeitigen (und heutigen) Platzhirschen Kristancic, selbst wenn man dieselben Weine nur einen Hügel weiter in mindestens gleich guter (manchmal sogar in besserer) Qualität, allerdings günstiger, erstehen konnte - vor allem Dank Jakoncic/Simcic/Scurek!
3. lediglich insofern ist ein direkter Vergleich mit der Südsteiermark (mit der Toskana im übrigen sowieso nicht) überhaupt zulässig - denn auch dort gibt es noch ganz anderes als Polz, Tement & Co
4. Direktvergleiche bitte nur mit dem Collio!

PuntiGamerAUT
00
24.8.2010, 13:19
Für alle Downhill/Freeridemountainbiker:

Der Bikepark in Marburg ist ein Traum. Viele Strecken (laufend Erweiterungen), weniger Biker, gut essen, günstig und nicht weit von Österreich.

Die slow. Autobahn kann man umfahren.

Franz Rieser der Phaeton von 1987
04
24.8.2010, 07:31
Die Weinregion Goriska Brda liegt knapp zwei Stunden östlich von Udine bzw. zwei Stunden westlich von Lubljana.

Lubljana liegt 2 Stunden östlich von Udine, die Goroska Brda ist von von der Autobahnabfahrt Udine Süd in guten 30 Minuten zu erreichen!

Mens Sana
02
24.8.2010, 17:40
Richtig...

...so klingt das eben, wenn entweder aus alten Prospekten abgeschrieben wird oder Frau selbst gar nicht dort war(?)!

Von Ljubljana aus kann es allerdings durchaus auch etwas länger dauern, denn da gibt es mindestens zwei Restaurants, an denen ausgesprochen schwer vorbeizukommen ist...

GG_32
14
24.8.2010, 01:00
Schön, ja

Seit die Slowenen ihr Mautunwesen treiben, fährt man halt über Mureck und Lenart nach Ptuj, spart sich 32 Euro (weil wer fährt schon 7 Tage auf Urlaub, sind doch meistens 8, daher gibts in SLO nur 7-Tagesvignetten dass du 2x brennst) und sieht dank dieses geringfügigen Umwegs ein kleines Stück der Schönheit Sloweniens.

DAS is a Tourismuswerbungskonzept, alle Achtung. Aber schön ist es, wirklich.

Grdi Janezi
30
25.8.2010, 11:29

Ihr Lob in Ehren, aber Ihr Österreicher lebt bezüglich der Maut der Nachbarn mit Scheuklappen... Bevor ein einziger Westeuropäer mit den Auto nach Slowenien kommt, dann ist er mindestens 7,90 € + 4,50 € + 7,50 € = 19,90 € für zehn Tage los. Wenn er dummerweise ein Tag länger bleiben möchte, sind es dann schon 39,80 €

stoneisland
12
26.8.2010, 22:51
die maut in slo ist nur 785% teurer!

http://derstandard.at/plink/127... id17606788

ansonsten ist mit total rätselhaft, welcher normaler bürger sich so intensiv für die rechtfertigung der masslos überteuerten slo-autobahnmaut einsetzen würde, ausser sein persönliches glück und wohlbefinden wäre davon abhängig...Grdi Janez.

stoneisland
00
28.8.2010, 09:00
vignettenpreis/(vignettendauer*autobahnlänge)

nach dieser rechnung ist die slo-maut 785% teurer als die in österreich. mit welcher rechnung oder welchen zahlen kommen sie zum schluss dass die maut in ö. teurer ist, bleibt immer noch schleierhaft...

ausser viel heisse luft und verbitterung, zeigt Grdi Janez sonst nichts. aber wenigstens macht die slowenische maut-wegelagerei anscheinend mindestens einem freude im leben.

Grdi Janezi
00
27.8.2010, 14:24
Copy-Paste -Copy-Paste-Copy-Paste

Man muss sich bei Stoneisland eher die Frage stellen, ob er krampfhaft nach meinen Postings sucht, um dann sein Dauerposting zu platzieren?

FAKT ist, dass die ASFINAG-Maut TEURER ist. Math. Formeln interessieren den Deutschen, usw. nicht der 40 € für 11 Tage blecht. Sie uns Ihre Landsleute in HR können sich vielleicht nicht vorstellen, dass Ausländer auch Urlaub in Slowenien machen und die Autobahnen von West nach Ost nutzen und nicht nur von Spielfeld nach Zagreb.

Belacqua
61
24.8.2010, 00:03

Nehmt euch doch bitte endlich einen Lektor - da fehlen die ganzen Haceks. Ist ja nur mehr peinlich.

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