"Wollen Skeptiker überraschen"

22. August 2010, 16:26

Nach der Ankündigung neuer Nahost-Gespräche betonten beide Seiten ihr Engagement

Doch die Palästinenser drohen bereits in der Siedlungsfrage. Israel will erst über Sicherheit, dann über Grenzen reden.

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Tel Aviv / Kairo - Bereits kurz nach seiner Ankündigung wird der Nahost-Gipfel in den USA vom Streit über jüdische Siedlungen belastet. Zwar sagte nach Israel auch die Palästinenser-Regierung eine Teilnahme an dem Treffen Anfang September zu. Allerdings drohte Verhandlungsführer Saeb Erekat mit einem Abbruch der Gespräche, sollte Israel nach Ablauf eines selbstauferlegten Moratoriums am 26.September den Wohnungsbau im Westjordanland wieder aufnehmen.

"Ich glaube wirklich, dass der israelische Ministerpräsident (Benjamin) Netanjahu unser Partner sein wird, und dass er, wenn er zwischen Besatzung und Versöhnung wählen muss, sich für die Versöhnung entscheidet" , sagte Erekat. Es sei ein "Test" für Israels Verhandlungsbereitschaft.

In Washington sollen unter Schirmherrschaft von US-Präsident Barack Obama die direkten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern nach fast zweijähriger Pause wieder aufgenommen werden. Das fand international ein überwiegend positives Echo, während in der arabischen Welt Skepsis vorherrscht.

Israels Premier Netanjahu sagte am Sonntag, ein Friedensabkommen zu erreichen, sei "schwierig, aber möglich" . In seiner ersten Stellungnahme seit Ankündigung der Gespräche erklärte der Regierungschef zudem: "Wir wollen alle Kritiker und Skeptiker überraschen. Aber um das zu tun, brauchen wir wirkliche Partner auf der palästinensischen Seite."

In vertraulichen Gesprächen soll Netanjahu bereits angekündigt haben, bei den Verhandlungen zunächst über Sicherheitsfragen sprechen zu wollen - dann erst über die Frage der Grenzen. Und: "Wenn ich die Sicherheit bekomme, dass keine Raketen in Tel Aviv einschlagen, wird es möglich sein, rasch zu einer umfassenden Einigung zu kommen", zitiert ihn außerdem die Haaretz. In einer Kabinettssitzung erklärte der Premier am Sonntag, Israel strebe einen "entmilitarisierten palästinensischen Staat" an.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon mahnte, die Chancen nicht zu vergeuden. Die Politiker der Konfliktparteien sollten "Mut zur Führung und Verantwortungsbewusstsein zeigen, damit die Hoffnung ihrer Leute in Erfüllung gehen kann".

Die radikalislamische Hamas wies die Friedensinitiative zurück. Dies sei ein neuer Versuch, "unser Volk zu täuschen", sagte ein Sprecher der Bewegung, die den Gazastreifen kontrolliert. Die Einladung sei "nutzlos und wird uns wieder zum Nullpunkt zurückführen". (Reuters, dpa, AP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 23.8.2010)

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15 Postings
Herr J.K.
11
23.8.2010, 13:58
"Wollen Skeptiker überraschen"

Danke, aber wir Skeptiker wissen bereits, dass das wieder nix wird.

Halbmond
00
23.8.2010, 09:57

bin gespannt.

Makro 24/7
23
23.8.2010, 01:55

jetzt hab ich doch glatt "wollen skeptiker erschießen" gelesen ...

nachtdenker
 
710
22.8.2010, 23:51
erst sicherheit, dann grenzen?

ist wohl israelische logik, die ich nicht verstehe, hmm.

ich dachte grenzen bedeuten sicherheit...

bei der argumentation und dem verhalten liegt der schluss nahe, dass israel nicht frieden will, sondern mehr land- und zwar araberfrei.

Fritz Wunderlich
00
24.8.2010, 12:30

die propagandanacht weiß nicht einmal, dass israel eine 20% minderheit hat

miriam7
33
23.8.2010, 10:52
ich dachte grenzen bedeuten sicherheit...

Das dachten die Israelis auch, als die UNO die Gründung des Landes beschlossen hatte.
Wurden aber schnell eines Besseren belehrt . . .

René Herndl
20
24.8.2010, 08:11
Falsch

Die UNO hat den Staat Israel nicht gegründet. Der Völkerbund hat den europäisch organisierten Zionisten zugesagt, die Gründung einer Heimstätte in Palästina zu unterstützen, wobei die Rechte der dort lebenden Araber nicht beeinträchtigt werden sollten, Es gab mehrere Teilungspläne, die immer wieder durch politischen Druck zugunsten der Zionisten geändert wurden, wobei die Bodenbesitzverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, Während der Mandatszeit der Briten haben zionistische Terrorgruppen immer wieder Araber vertrieben und ermordet. Die Staatsgründung Israels an sich war einseitig, ohne die Mehrheistbewohner zu befragen, wie es eigentlich vorgesehen war.

miriam7
01
24.8.2010, 12:51
Die UNO hat den Staat Israel nicht gegründet.

Da liegen Sie eindeutig falsch; die UNO hat der Teilung des ehemals englichen Mandatsgebietes in einen israelischen und palästinensichen Teil zugestimmt. Daß die arabischen Staaten dieser Teilung weder zugestimmt, noch sie akzeptiert haben, können Sie wohl nicht den Israelis vorwerfen.

UNO Resolution 181
http://de.wikipedia.org/wiki/UN-T... C3%A4stina - sie könne auch noch reichlich andere Quellen finden, falls Ihnen Wiki nicht verläßlich genug erschein.

". . . am 29. November 1947 von der UN-Generalversammlung mit der Resolution 181 angenommen. Der Plan teilte das Gebiet in einen jüdischen und einen arabischen STAAT . . ."

Ahner von Bösem
 
25
23.8.2010, 13:56
Das haben aber nur die naiven bis dummen Israelis geglaubt

Der Führung war immer klar dass das zionistische Projekt eine endlose Reihe von Verbrechen wird. Der Rassismus und die Vertreibung waren immer Teil der israelischen Staatsdoktrin.

Lang lebe Israel und seine Nachbarn, einschliesslich Palästina, erlöst vom Zionismus, in Frieden und Freundschaft!

Fritz Wunderlich
01
25.8.2010, 12:51

nun ja, die üblichen lügen, was soll`s

miriam7
12
23.8.2010, 16:56
Im übrigen sollten´s nicht so schnappen, das ist bestimmt nicht gut fürs Herzerl. :-)

Danke, daß Sie sich sorgen um mein Herz machen.

Ihr "herumlavieren" zwischen "Lang lebe Israel" und der "Erlösung vom Zionismus" ist ohnehin so grenzenlos dumm und zeugt von soviel Unkenntnis, daß es eigentlich nicht einmal eine Reaktion wert ist.

"Warum sollte Israel eine Staatsdoktrin haben wenns doch nicht mal eine Verfassung braucht."
Keine Ahnung, Sie hatten behauptet, daß Israel eine solche hat: "Der Rassismus und die Vertreibung waren immer Teil der israelischen Staatsdoktrin."
Ich hatte Sie nur nach Beweisen und Wortlaut gefragt.

Aber, wie gesagt: keine Ahnung, warum ich mich hier mit Leuten unterhalte, die nicht einmal eine Ahnung haben, was sie schreiben, geschweige denn, worüber sie schreiben.

miriam7
14
23.8.2010, 15:11
Der Führung war immer klar dass das zionistische Projekt eine endlose Reihe von Verbrechen wird

Beweise? Wortlaut der zitierten Staatsdoktrin?

Ihr letzt Satz "Lang lebe Israel und seine Nachbarn, einschliesslich Palästina, erlöst vom Zionismus, in Frieden und Freundschaft!" kann dann wohl nur als zynischer Scherz betrachtet werden, denn ohne Zionismus würde es Israel nicht geben.

Neid Rider
64
23.8.2010, 08:45
Grenzen bedeuten Sicherheit?

Woher haben Sie denn den Blödsinn: Grenzen bedeuten Sicherheit.

Die Hamas weist schon im Vorfeld die Friedensinitiative zurück, was Ihrer Meinung nach den Schluss nahe legt, dass Israel keinen Frieden wolle!

Mir scheints, sie scheitern nicht an der israelischen Logik, sondern an der Logik im Allgemeinen.

Hurra, die Schwiegermutter kommt
10
22.8.2010, 22:13
Skeptiker überraschen?

Positiv oder negativ?

Dyne
21
22.8.2010, 16:54

Skeptiker überraschen ?

Da kommt ja wieder nix heraus !

Der (Sarkasmus on)"Friedensprozess"(Sarkasmus off)
wird wohl noch weitere 555 Jahre dauern....

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