Auch Platter will gesamte Lehrer-Kompetenz

23. August 2010, 15:15
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Tiroler Landeshauptmann auf Linie mit Niederösterreichs Pröll - Grüne kritisieren "Landeshauptleute-Machtrausch"

Alpbach - Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) will die Kompetenz über sämtliche Lehrer. Nur dadurch könne auf regionale Gegebenheiten besser eingegangen werden. Bildungspolitik müsse organisatorisch in Tirol ausgerichtet werden.Damit schloss sich Platter der Forderung von Landeshauptmann Erwin Pröll an.

Scharfe Kritik am versuchten Zugriff der Landeshauptleute auf die Lehrer kommt von den Grünen. "Die Landeshauptleute scheinen eine Chance zum Ausbau ihrer Machtposition zu riechen und dafür die Zerstückelung des österreichischen Schulwesens in Kauf zu nehmen", kritisierte Grünen-Bildungssprecher Harald Walser am Sonntag. Der "Landeshauptleute-Machtrausch" müsse gestoppt werden. Wenn Platter fordere, die Bildungspolitik organisatorisch in Tirol auszurichten, dann zeuge das von falsch verstandenem Föderalismus. Die Entscheidungen hätten an den Schulen zu fallen und nicht in Landeshauptstädten oder Ministerien.

Platter: Alle Schulen in Länderhand

Bei der Eröffnung des Europäischen Forum Alpbach bekräftigte Platter seine Haltung: "Wir wollen die organisatorischen Möglichkeiten haben die Schulen bis zur Matura in Länderhand zu geben, und die bildungspolitischen Ziele müssen auf Bundesebene vorgegeben werden. So können wir uns auch - die Landeshauptleute von allen Bundesländern der Republik Österreich - die Ausrichtung der Bildungspolitik vorstellen."

Explizit für dieses Modell ausgesprochen haben sich zuletzt auch Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP), der Oberösterreicher Josef Pühringer (ÖVP) und der Burgenländer Hans Niessl (SPÖ). Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) ist dagegen, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zweifelt an der Realisierbarkeit, wie er am Dienstag sagte: "Am Ende des Tages wird es so bleiben, wie es jetzt ist." (APA/red, derStandard.at, 22.8.2010)

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