Friedensforscher: Kampfroboter gefährden die Menschheit

22. August 2010, 14:32
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"Terminatoren" würden zwar Soldatenleben retten, aber insgesamt mehr Schaden anrichten

Nicht erst seit "Terminator" spuken in der Literatur und Filmwelt unbesiegbar erscheinende Robotersoldaten herum. Die seit Erfindung des Computers immer rascheren Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz und Robotik lassen die Zukunftsmusik von autonom kämpfenden Maschinen zunehmend realistischer klingen. Doch was würde der Einsatz derartiger Kampfroboter für die Menschheit bedeuten? Befürworter argumentieren, ersetzt man menschliche Soldaten durch Kampfroboter, würde man viel Blutvergießen verhindern.

Ein Trugschluss, wie etwa der Physiker und Friedensforscher Jürgen Altmann meint. Tatsächlich würden kämpfende Maschinen die Erde zu einem noch unsicheren Planeten machen, sagt der Mitbegründer des "International Committee for Robot Arms Control" im Interview mit heise-online.

Sicherheitsdilemma

Laut Altmann sei die Problematik komplexer, als zunächst angenommen. Es "erscheint zunächst verständlich, dass Staaten durch die Aufrüstung ihrer Streitkräfte die Sicherheit für sich erhöhen wollen. Zugleich verstärken sie dadurch aber die Bedrohung für alle anderen. Das ist das sogenannte Sicherheitsdilemma: Durch die Bemühungen um die eigene Sicherheit erhöht man die Gefahren und die Unsicherheit für alle.", so seine Schlussfolgerung, die er mit einem Beispiel untermauert. "Zum Beispiel könnte die Entscheidung für einen Krieg auf der politischen Ebene leichter fallen, wenn keine Menschen, sondern nur Maschinen in die Kampfzone geschickt werden. Dann könnten autonome Waffensysteme in einer Krisensituation, möglicherweise aufgrund eines Sensor- oder Computerfehlers, einen Krieg auslösen. Kurze Vorwarnzeiten erhöhen die Gefahr, das ist schon im Zusammenhang mit Nuklearwaffen und Interkontinentalraketen ausführlich diskutiert worden." (zw)

  • Kampfroboter erzeugen Sicherheitsdilemma
    foto: herausgeber

    Kampfroboter erzeugen Sicherheitsdilemma

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