Werder ganz unten

22. August 2010, 14:13
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Bremer Fehlstart: Mit Prödl und Arnautovic in Hoffenheim 1:4 abserviert - Hoffer mit Kaiserslautern startet in Köln wie St. Pauli in Freiburg mit 3:1-Sieg

1899 Hoffenheim hat am ersten Bundesliga-Spieltag für den Paukenschlag gesorgt: Die Kraichgauer entzauberten zum Auftakt der 48. Saison Pokalfinalist Werder Bremen und setzten sich trotz eines 0:1-Rückstandes mit 4:1 durch. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick, die voraussichtlich den brasilianischen Mittelfeldstar Carlos Eduardo abgeben wird, übernahm damit auch zunächst die Tabellenführung.

Der Hamburger SV hat Vizemeister Schalke 04 zum Start in die Schranken gewiesen. Vor 57.000 Zuschauern im Hamburger Volkspark avancierte Ruud van Nistelrooy mit einem Doppelpack (46., 83.) beim 2:1-(0:0)-Sieg zum Matchwinner. Der Treffer von Jefferson Farfan (80.) war für die Gäste, bei denen Raul nach 63 Minuten aus taktischen Gründen ausgetauscht wurde, da Benedikt Höwedes nach einer Stunde ausgeschlossen wurde, zu wenig. Für die Hanseaten war es der erste Heimsieg gegen die Schalker nach fünf Jahren. "Das ist ein Supertag, nicht nur vom Resultat her. Wir haben als Mannschaft funktioniert", sagte der Doppeltorschütze. 

HSV-Geldgeber mischt sich ein

Trotzdem musste HSV-Sportchef Reinhardt am Sonntag ausrücken, um sich öffentliche Bewertungen  der neu verpflichteten Profis durch den Investor Klaus-Michael Kühne zu verbitten. "Wir lassen uns mit Sicherheit nicht reinreden, was wir mit unseren Spielern machen. Er macht uns mit seinen Äußerungen natürlich das Leben nicht einfacher", sagte der Ex-Profi am Sonntag im TV-Sender Sport1.

Der in der Schweiz lebende Hamburger Unternehmer hatte in einem Interview die Verpflichtung eines weiteren Mittelfeldspielers gefordert und im gleichen Atemzug die Qualitäten mehrere Neuzugänge infrage gestellt. Der 73 Jahre alte Milliardär hatte den Hanseaten im Rahmen des Investorenmodells "Anstoß hoch drei" 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und dafür die Beteiligung an den Transferrechten mehrerer Profis erhalten.

Diese Vereinbarung hielt der HSV-Vorstand ungeachtet lautstarker Kritik bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung aufrecht. Vereinsboss Bernd Hoffmann versicherte bei der Vorstellung des Deals, Kühne werde sich nicht in die Transferpolitik des Klubs einmischen.

Notbremse an Hoffer

Der 1. FC Köln unterlag nach dem "schnellsten" Platzverweis der Bundesliga-Geschichte für Kapitän Youssef Mohamad nach nur 87 Sekunden 1:3 gegen die Lauterer. Mohamad sah nach einer Notbremse gegen Erwin Hoffer die Rote Karte. Die bisherige Bestmarke hatte Andreas Ivanschitz, der Anfang April in der Partie beim 1. FC Nürnberg nach 188 Sekunden Rot gesehen hatte. Hoffer spielte beim erfolgreichen Aufsteiger im Angriff durch, die Tore erzielten allerdings Srdjan Lakic (70., 85.) und Ivo Ilicevic (88.). Milivoje Novakovic hatte die Kölner nach einem schweren Tormannfehler von Tobias Sippel in Führung gebracht (8.).

Bremer Traumstart wird zum Alptraum

In Sinsheim gingen die Werderaner durch einen Handelfmeter von Torsten Frings (3.) in Führung. Demba Ba (20.), Neuzugang Peniel Mlapa, Vedad Ibisevic (41.) und Sejad Salihovic (43.) sorgten für die weiteren Hoffenheimer Treffer vor der Pause. Hoffenheim hat nach Angaben von Trainer Ralf Rangnick bereits Einigung mit einem Klub, der Carlos Eduardo verpflichten möchte, erzielt. Zuletzt wurde der Südamerikaner mit dem russischen Klub Rubin Kasan in Verbindung gebracht. Sebastian Prödl (einer der besseren in einer schwache Abwehrreihe) spielte bei Bremen durch, Marko Arnautovic (bemüht aber harmlos) kam in der 24. Minute für den verletzten Hugo Almeida. Andreas Ibertsberger stand wegen einer Erkältung bei Hoffenheim nicht im Kader.

Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Nürnberg trennten sich 1:1. Jens Hegeler (15.) brachte die Franken in Führung. Mohammadou Idrissou (31.) traf zum 1:1-Endstand. Hannover 96 setzte sich gegen Eintracht Frankfurt mit 2:1 durch. Emanuel Pogatetz spielte bei den Gastgebern in der Innenverteidigung durch, Ümit Korkmaz wurde bei Frankfurt in der 65. Minute an ungewohnter linker Verteidigerposition eingewechselt und konnte die Flanke zum zweiten Gegentor nicht verhindern. Konstantin Rausch (21.) schoss die Niedersachsen in Führung. Benjamin Köhler (27.) traf zum 1:1, doch Didier Ya Konan (75.) erzielte per Kopf das Siegtor für 96.

Der SC Freiburg unterlag gegen St. Pauli 1:3 trotz einer 1: 0-Führung. Papiss Cisse (78.) erlöste die Fans der Breisgauer mit dem Führungstor, doch fünf Minuten später glich Fabian Boll (83.) für die Hamburger aus. Der Ex-Leverkusener Richard Sukuta-Pasu (89. ) und Fin Bartels (90.) sorgten für die Wende zugunsten des Millerntor-Klubs.

Am Sonntag sorgen die Spiele FSV Mainz 05 gegen VfB Stuttgart (15.30 Uhr) und Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen (17.30 Uhr/Sky und Liga total! live) für den Abschluss der ersten Runde. (SID/red)

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    Selbst Sebastian Prödl konnte den Bremer Fehlstart nicht verhindern

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