Islamisten verbrennen Lebensmittellieferungen

20. August 2010, 20:04
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Al-Shabaab spricht von verdorbener Nahrung - WFP will Berichte prüfen

Mogadischu - Islamistische Milizen in Somalia haben Lebensmittellieferungen des Welternährungsprogramms (WFP) und der US-Entwicklungsbehörde USAID beschlagnahmt und verbrannt. Mehr als 500 Mais- und Weizensäcke sollen dabei vernichtet worden sein. Ein Vertreter der radikalen Miliz Al-Shabaab erklärte am Freitag, die Lebensmittel seien verdorben gewesen. Auf einigen Fotos, die das Geschehen festhielten, waren offenbar alte Maisklumpen zu sehen. Die Berichte über die Lebensmittelverbrennung würden derzeit geprüft, teilte WFP-Sprecher Peter Smerdon mit. WFP stelle aber generell keine verdorbene Nahrung zur Verfügung.

Zusammen mit anderen islamistischen Kräften kontrolliert Al-Shabaab ("Die Jugend") große Teile des Bürgerkriegslandes Somalia, das seit 1991 keine funktionierende Zentralregierung hat. In ihrem Herrschaftsbereich versuchen die Milizionäre in strengster Auslegung der Scharia einen Gottesstaat aufzubauen, wobei sie drakonische Strafen verhängen: Ehebrecher werden gesteinigt, Dieben wird die Hand abgehackt. Musik und Kinos sind ebenso als "unislamisch" verboten wie Zigarettenrauchen, Fußball und andere Sportarten. Al-Shabaab wird wegen ihrer Al-Kaida-Kontakte von den USA und anderen Staaten als Terrororganisation betrachtet. (APA/apn)

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    Vergammelter Mais aus WFP-Säcken.

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